1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Ausstellung in Büdingen: So wünschen sich Kinder und Jugendliche Europa - vielfältig und in Frieden

Erstellt:

Kommentare

leo_schau1_070522_4c
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kultur nehmen die Künstlerinnen Humeyra (l.) und Malou in die Mitte. © Ingeborg Schneider

Europa hat viele Gesichter. Wie Kinder und Jugendliche den Kontinent sehen, gerade jetzt, in Zeiten des Krieges, zeigt eine bemerkenswerte Ausstellung in der Büdinger Vorstadt.

Etwa 30 Gemälde und Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen des Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasiums sowie der Wölfersheimer Singbergschule und aus Partnerstädten der beiden Kommunen sind ab sofort unter dem Motto »Kinder und Jugendliche präsentieren ihr Bild von Europa« in einer Pop-Up-Gallery im Haus Vorstadt 25 zu besichtigen. Sie sind damit zum einen Teil jener vielfältigen Initiativen, die in diesem Sommer darangehen, Kunst und Kultur - spontan und auf Zeit, also »aufpoppend« und wieder verschwindend - gegen den Leerstand zu setzen.

Regionale Kooperation

Zum anderen sind die Werke der Jugendlichen, die eindrucksvoll von der Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und wirksamem Schutz für die Erde zeugen, Teil einer Kooperation der Verschwisterungs- und Partnerschaftsvereine der Region mit der Europa-Union Wetterau unter Vorsitz von Dr. Johannes Fertig. Ihn selbst sowie die hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich (CDU) und die Bundestagsabgeordnete Bettina Müller (SPD) konnte die Vorsitzende des Büdinger Verschwisterungsvereins, Sieglinde Huxhorn-Engler, neben zahlreichen anderen Vertretern von Politik und Kultur jetzt zur Vernissage am Entree der Vorstadt im Zuge der Europawoche in Büdingen begrüßen.

In ihrer Ansprache bedankte sich Huxhorn-Engler vor allem bei den jungen Künstlerinnen und Künstlern im Alter zwischen 11 und 18 Jahren, zu denen nicht nur die Gymnasiasten der beiden Kommunen Büdingen und Wölfersheim gehören, sondern auch Vertreter aus Rumänien, Frankreich und der Slowakei, die ihre Werke auf dem Postweg übersandt hatten. Sie lobte zugleich die Kooperation mit der Europa-Union und dem befreundeten Partnerschaftsverein in Wölfersheim und unterstrich: »Diese Bilder machen gerade im Angesicht des Krieges in der Ukraine Mut, dass hier eine Generation heranwächst, die wirklich ein Europa der Gleichberechtigung, der Einheit in Vielfalt, des Zusammenhaltes und der Chancen herbeisehnt, daran glaubt, daran mitarbeiten möchte und somit uns alle als Generation der Erwachsenen in die Pflicht nimmt. Wenn dieses Europa zum Zuge kommt, ist mir um die Zukunft nicht bange.

Europaminsterin Lucia Puttrich betonte in ihrer engagiert gehaltenen Ansprache, wie wichtig es gerade in Krisenzeiten sei, das Bild Europas als größtem Friedensprojekt der Welt ins Gedächtnis zu rufen, das nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges zunächst als Montanunion begründet worden sei, um mit tragbaren wechselseitigen wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und sozialen Beziehungen ein dauerhaftes Fundament für ein friedliches Europa zu legen. »Während man in der Vergangenheit Europa häufig mit Bürokratie sowie fernen und schwerfälligen Apparaten in Brüssel und Straßburg assoziiert hat, die dem Normalbürger mit zahlreichen Vorschriften eher das Leben schwer machen, erinnern und die eindrucksvollen Kunstwerke dieser Kinder und Jugendlichen an die ursprüngliche Quelle und Begründung des europäischen Gedankens: Partnerschaft und Austausch statt kriegerische Auseinandersetzung.« Sie habe in der seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine veränderten Welt bei ihren vielen Besuchen in Schulen und den Gesprächen mit jungen Menschen immer wieder volle Konzentration, unmittelbare Betroffenheit, manchmal auch Ängste, immer aber die Entschlossenheit gespürt, selbst für Europa und den Frieden aktiv zu werden, was sie persönlich sehr beeindruckt habe. Nachdrücklich empfahl die Ministerin den Besuch der Ausstellung, die bis zum 15. Mai läuft, und den Dialog mit Kindern und Jugendlichen.

»Wir ziehen in den Frieden«

Auch Bundestagsabgeordnete Bettina Müller zeigte sich von der Wichtigkeit der Präsentation beeindruckt, die neben Gemälden auch eine Video-Performance zur Formation eines Peace-Zeichens an der Singbergschule sowie eine zugleich poetische und programmatische Ausarbeitung unter dem Motto »Wir ziehen in den Frieden« des dortigen Deutschleistungskurses der Q2 zeigt. Es folgten weitere Grußworte von Johannes Fertig, der ähnliche Kooperationsperspektiven für die Zukunft aufzeigte, und Bürgermeister Benjamin Harris (CDU), der betonte, die Politik müsse in ihrem Einsatz für den Frieden im kleinen und im großen Maßstab Vorbild und Hoffnungsträger für die nachfolgende Generation sein. Erste Stadträtin Katja Euler (SPD) bezeichnete Kunst und Kultur und die sie Tragenden, von den Jüngsten bis zu den Ältesten, als »die größte Friedensbewegung der Welt« mit großer Strahlkraft.

Europahymne erklingt feierlich

Das Bläser-Quintett der Musik- und Kunstschule (Muks) unter der Leitung von Thomas Charly Appel, das zugleich Teil des Orchesters der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen ist. gestaltete den Empfang zur Eröffnung an der Ecke Pferdsbacher Weg/Vorstadt mit der Eurovisionsmelodie und der Europahymne nach Beethoven. Die Musiker setzten eindrückliche Akzente, die das Anliegen der Woche und der Ausstellung unterstrichen.

leo_schau2_070522_4c
Für ein geeintes Europa: Bunte Landesflaggen, die Erdkugel, Peace-Zeichen und die Friedenstaube sind auf viele Bildern der Kinder und Jugendlichen zu sehen. © Ingeborg Schneider

Auch interessant

Kommentare