Kunstförderer und Großherzog Ernst Ludwig steht Pate

Buchmesse hat Fürsten-Poet als Vorbild

Das Buch „Das Bad Nauheim Desaster – Die unendliche Geschichte eines Thermalbads“ ist nur eines der Werke, die bei der Buchmesse am Sonntag vorgestellt werden – passenderweise im Sprudelhof. Der namensgebende Herzog Ernst Ludwig fungiert dabei als inspirierende Quelle für eine Schau der Wetterauer Literaturszene mit familienfreundlichem Rahmenprogramm

In Bad Nauheim und Hessen gibt es eine umfangreiche Buch- und Autorenszene, was die Journalistin Autorin Petra Ihm-Fahle und die Verlegerin Beatrix van Ooyen mit einer Buchmesse abbilden wollen: Der Ernst-Ludwig-Buchmesse am Sonntag, 9. April im Badehaus 7 des Sprudelhofs. Anlass ist das 80. Todesjahr in 2017 und das 150. Geburtsjahr 2018 des Großherzogs.

Wie Petra Ihm-Fahle und Beatrix van Ooyen (beide Bad Nauheim) schildern, besteht die Idee zu einer Buchmesse in Bad Nauheimer Autorenkreisen schon länger. Nun soll das Projekt realisiert werden, da es immer mehr interessante Initiativen gebe. Ziel sei es, die heimische Buch-, Schriftsteller- und Verlagsszene einem breiten Publikum vorzustellen.

Zu den 45 Ausstellern gehören Autoren, Verleger, Buch- und Papeterie-Händler, Neue Medien sowie ausgewählte Kunst- und Kulturangebote aus Bad Nauheim, der Region und Hessen. Besucherzielgruppe sind Leser und Fachleute. „Das Interesse ist sehr groß, wir hatten unsere Stände schnell vergeben“, erklärt van Ooyen. Der Großherzog ist als Namengeber und lenkender Geist zu verstehen. Die Buchmesse soll Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein ehren und an seine, aber auch an unsere eigenen Talente erinnern, um diese nicht brachliegen zu lassen, sondern zu nutzen. Welche Umgebung ist hierfür geeigneter, als der Sprudelhof? Die Initiatorinnen zitieren den Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein mit den Worten: „Hab’ Ehrfurcht vor dem Alten und Mut, das Neue frisch zu wagen.“

Zeitlich passe das, denn 2017 ist der 80. Todestag, 2018 der 150. Geburtstag von Ernst Ludwig. Der Großherzog von Hessen und bei Rhein förderte laut den beiden Buchmesse-Veranstalterinnen zu Lebzeiten engagiert die Kunst. „In dem Theaterstück ,Ostern’, das er mit Kuno von Hardenberg unter dem Künstlernamen E. K. Ludhard schrieb, verarbeitete er die Traumata des Ersten Weltkriegs und den Verlust seiner Geschwister“, erklärt Ihm-Fahle. Nach Worten von van Ooyen fügt sich eine Buchmesse insofern auch gut ins Bild, da der Großherzog mit der Ernst-Ludwig-Presse auch den

Buchdruck gefördert

habe.

Der Ort, an dem das Ereignis stattfindet, sei bewusst gewählt, denn Flair sei für solch ein Ereignis wichtig. „Wir haben das Badehaus 7 gemietet, wo die Ausstellung am Sonntag, 9. April terminiert ist“, fährt die 59-jährige fort. Unter den Ausstellern sind der Serbische Schriftstellerverein Sieben, die Druckerei höchst schön (beide Frankfurt und die Initiative Buchhändler Ludwig Saeng Darmstadt.

Vorgestellt wird auch das neue Buch „Das Bad Nauheim Desaster – Die unendliche Geschichte eines Thermalbads“ des Bad Nauheimer Professors Walter Simon, der um 13.30 Uhr und 15.30 Uhr im benachbarten Badehaus 5 aus seinem Werk liest. Ferner gibt Simon der Internetzeitung „Der Neue Landbote“ ein Interview (12 Uhr, Badehaus 7, Badezelle in Flurzone 1).

Laut Simon wird das Thema Thermenerneuerung in Bad Nauheim seit 2006 heiß diskutiert. Nach einem zehnjährigen Hin und Her, viel Für und Wider, Leserbriefen, Zeitungsartikeln, Parlamentsdebatten, hunderttausenden Seiten Papier, jeder Menge Ausschusssitzungen, CDU-internem Streit, Bürgerversammlungen und „viel Politik-Wirrwarr“ hat der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler diese Entwicklung in einem Buch verarbeitet. Wie Simon schildert, ist die Thermenerneuerung ortsgeschichtlich und kommunal soziologisch für ihn mittlerweile so bedeutsam, dass es nahe gelegen habe, sie publizistisch aufzubereiten.

(fnp)

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