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So soll das Sprudelhof-Areal umgebaut werden: Bürgermeister Klaus Kreß (links) und der Fachdienstleiter für Stadtentwicklung, Matthias Mroncz, freuen sich über viel positives Feedback zu den neuen Plänen.

Konzept für Sprudelhof

Klaus Kreß und Matthias Mroncz schieben das neue Stadtviertel an

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Die städtebaulichen Pläne des Bad Nauheimer Architekten Johannes Hölzinger zum Sprudelhof sind Thema einer Bürgerversammlung am morgigen Dienstag (19 Uhr) in der Trinkkuranlage. Was denken heimische Politiker über das Konzept?

„Die Rückmeldungen sind überwiegend positiv“, freut sich der Bad Nauheimer Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos), nachdem er neulich die Pläne für ein städtebauliches Konzept des Architekten Johannes Hölzinger vorgestellt hatte. Vorgesehen sind eine Wohnbebauung an der Kopfseite des Sprudelhofes entlang der Ludwigstraße, mit Durchgängen, die eine Sichtbeziehung zur Jugendstilanlage ermöglichen sollen.

Zwei neue Tiefgaragen, ein Hotel und eine Therme, die ans Badehaus 2 angebunden wird sind ebenfalls Inhalt. Das Theater Alte Feuerwache (Taf) und die städtische Spielstätte, die aktuell im Badehaus 2 angesiedelt sind, könnten nach Ansicht von Kreß vielleicht in den Kesselraum des Badehauses 3 umziehen. Es sind Vorschläge, die bei der Landesdenkmalpflege auf Zustimmung stoßen.

100 Millionen Euro beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen, eine Zusammenarbeit mit einem privaten Investor für Hotel und Wohnbebauung ist angestrebt. Aus Grundstücksverkäufen würde die Kommune Geld generieren, um den Bau der Therme zu bezahlen.

„Es ist finanzierbar“, unterstreicht Kreß. „Der Neubau als Rahmen wird die Architekturqualität des Sprudelhofs betonen“, erklärt Matthias Mroncz, der Fachdienstleiter Stadtplanung im Rathaus. Die Stellungnahmen der Politiker sind weitgehend positiv, Kritik kommt vom Taf im Sprudelhof.

Wie CDU-Fraktionsvorsitzender Manfred Jordis unterstreicht, finden die Christdemokraten das Konzept sehr gut. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das, was im Sprudelhof geplant ist, ein ganzheitliches Konzept, für möglich halten.“

Angetan ist auch die SPD-Fraktion, wie deren Chef Axel Bertrand schildert: „Es ist sehr erfreulich, dass nun eine städtebauliche Planung aus einem Guss für den Sprudelhof präsentiert wurde.“ Wie FDP-Politiker Peter Heidt sagt, begrüßen die Liberalen das Projekt grundsätzlich, „weil es viele unserer Forderungen beinhaltet“. Und Markus Philipp (FW/UWG) erklärt: „Es ist ein großer Wurf und ein großes Projekt, was wir generell gut finden.“ Philipp warnt allerdings vor Euphorie, das Vorhaben müsse genau betrachtet werden.

Bei der morgigen Bürgerversammlung werde sich zeigen, was die Bürger davon halten, meint er. Die Grünen-Fraktion sieht ein interessantes und ansprechendes städtebauliches Konzept, wie deren Vorsitzende Claudia Kutschker unterstreicht.

„Um abschließend zu urteilen, bedarf es der Prüfung der finanziellen Belastung für die Stadt“, sagt sie aber auch. Für wichtig erachten die Grünen, was mit dem Theater geschieht, wenn die Therme an das Badehaus 2 angebunden werde.

Damit dürfte die Fraktion dem Vorsitzenden des Taf, Gunnar Bolsinger, aus dem Herzen sprechen: „Bei aller Freude über eine sich vielleicht abzeichnende Lösung der Thermen- und Sprudelhoffrage sollte nicht vergessen werden, dass mit der Anbindung der Therme ans Badehaus 2 eine sehr erfolgreiche Kulturstätte geschlossen wird“

Und das, fährt er fort, ohne zu wissen, ob die zukünftig vorgesehene Nutzung Bestand habe. Den Kesselraum des Badehauses 3 als zukünftigen Standort sehe das TAF kritisch. „Eine Spielstätte benötigt eine bestimmte Höhe des Aufführungsraumes, eine Vielzahl an Nebenräumen und gute Zugänglichkeit“, unterstreiche Bolsinger.

Ob diese Notwendigkeiten erfüllt werden könnten, sei derzeit ebenso unklar wie die Finanzierung der Umbaumaßnahmen. Klar sei, dass bei einer Unterbringung im Kesselraum bestimmte Angebote des Theaters aus Platzgründen gestrichen werden müssten.

Die Macher des TAF zweifeln zudem an der Mach- und Finanzierbarkeit des Hölzinger-Konzeptes, wie Fördervereinsvorsitzender Robert Garmeister erklärt. „Sollte aber wirklich der ,große Wurf‘ geglückt sein, werden wir uns nicht dagegenstellen.“

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