Cihad Taskin (Zweiter von rechts) und Ute Latzel (rechts) erklären Brigitta Nell-Düvel (links) und Petra Michel das Konzept. Mitte: Veysel Taskin.
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Cihad Taskin (Zweiter von rechts) und Ute Latzel (rechts) erklären Brigitta Nell-Düvel (links) und Petra Michel das Konzept. Mitte: Veysel Taskin.

Engagement in Bad Nauheim

Bad Nauheimer Willkomm-Club kümmert sich um Neubürger und Flüchtlinge

  • vonCorinna Weigelt
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Von der Vereinskultur einer Stadt wissen Neubürger und Flüchtlinge meist wenig oder nichts. Abhilfe soll in Bad Nauheim eins sogenannter Willkomm-Club schaffen. Es fungiert sozusagen als erste Anlaufstelle für Neubürger , aber auch die Vereine in der Innenstadt

Dass die Kurstadt in Sachen Vereinsleben einiges zu bieten hat, wird manchem Interessenten erst nach langer Suche bewusst. Das haben auch das Mütter- und Familienzentrum Bad Nauheim Müfaz) und die gemeinnützige Gesellschaft DIL Konzepte erkannt. Gemeinsam haben diese Partner schon einiges für die Stadt auf die Beine gestellt, etwa das Mentoren-Netzwerk aufgebaut. Es sind Partner, die nicht nur über Neues nachdenken sondern Ideen auch umsetzen. Nun möchten sie die Menschen mit Hilfe fachlicher Unterstützung und einer gut aufgestellten Vernetzung zusammenzuführen.

Gemeinsam eröffneten das Müfaz und die DIL Konzepte deshalb jetzt den Willkommclub, die DIL Schmiede in der Innenstadt. Beim Projekt Willkomm-Club handelt es sich um ein interkulturelles Netzwerk, das Vereinsangebote mit Zugewanderten und Flüchtlingen zusammenbringen möchte. Dazu gehört, die Angebote der Vereine, die in Bad Nauheim interkulturell arbeiten und beispielsweise bereits Angebote mit und für Flüchtlinge anbieten, zu sammeln und in den Blickpunkt zu rücken.

Wie das genau in der Praxis funktioniert, erklären Ute Latzel, Geschäftsführerin des Müfaz und DIL-Geschäftsführer Cihad Taskin. Anhand von Fragebögen, die sowohl für Neubürger als auch für Vereine entworfen wurden, sollen Interessen und Angebote ermittelt werden. Für was interessiert sich jemand, eine bestimmte Sportart, Musik, Literatur oder Kunst? Was genau sind die Angebote der Vereine? Wer sind die Ansprechpartner, werden neue Teilnehmer gesucht?

Die Bögen werden dann ausgewertet, die Interessenten zusammengeführt. Vereine sollen aber nicht nur für das Projekt gewonnen, sondern auch unterstützt werden. „Geplant sind etwa eine digitale Vereins-Plattform sowie begleitende Veranstaltungen und Qualifikationen“, erklärt Latzel. Neubürgern und Flüchtlingen werde auf der anderen Seite der Zugang in die Vereinskultur erleichtert. Flüchtlingspaten sollen zudem eine erleichterte Übersicht über mögliche Angebote für Flüchtlinge bekommen. „Vorschläge sind willkommen, auch sollen die Bürger ihre Wünsche äußern“, so Latzel und Taskin.

„Eine tolle Idee“, wie Klaus Englert, Vertreter des SV Germania Schwalheim, feststellt. „Ich werde das in der nächsten Vorstandssitzung vortragen.“ „Ein weiterer Schritt zu den Bürgern“, lobt Peter Krank, Fachbereichsleiter für Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport, „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Der Willkomm-Club in der Alicestraße 10 ist dienstags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Räumlichkeiten des Büros können auch angemietet werden.

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