Eishockey

Schützenhilfe aus Frankfurt?

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Ein Sieg, eine Niederlage: Die Roten Teufel Bad Nauheim treten auf der Stelle. Die Entscheidung wurde vertagt. Eine Woche vor Rundenschluss ist im Kurpark noch alles möglich.

Mit 5:3 erfolgreich die Eispiraten in Crimmitschau überfallen, dann aber 0:2 gegen die Lausitzer Füchse aus Weißwasser verloren. Die drei gegen die zwei sächsischen DEL 2-Vertreter errungenen Punkte sind zu wenig, um bei den Roten Teufeln Bad Nauheim die Jubelschreie laut werden zu lassen. Es ist aber genug, um die Hoffnung auf den zehnten Tabellenplatz, der zu der Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigt, nicht schon eine Woche vor Ende der Hauptrunde begraben zu müssen.

„Natürlich tut die Heimniederlage weh. An unserer Lage hat sich im Prinzip aber nichts geändert“, meint Geschäftsführer Andreas Ortwein. „Wir hatten es vorher nicht selbst in der Hand. Seit sechs Wochen ist uns klar, dass wir, selbst wenn wir alle Begegnungen gewinnen würden, keine Garantie für den zehnten Rang hätten. Nun sind wir ebenso wie damals auf Schützenhilfe von außen angewiesen.“

Ortwein macht unmissverständlich klar, dass der Klassenerhalt Priorität hat. „Je früher, desto besser. Deshalb würden wir die Playdowns gern vermeiden. Wirtschaftliche Überlegungen spielen da keine Rolle. Ich würde gerne 50 000 Euro von Sponsoren hinlegen, um die Spiele, die wir weniger absolvieren würden, zu kompensieren“, betont der Geschäftsführer.

Natürlich sei die Lage nun noch ein wenig schwieriger. Aber man müsse auch anerkennen, dass die Lausitzer einfach sehr stark waren, sehr diszipliniert agierten, kaum eine Chance zugelassen haben. Es wäre alles halb so wild, wenn der Hauptkonkurrent SC Riessersee nicht in Dresden gewonnen hätte. Trainer Petri Kujala sah das Match ein wenig anders. „Wir machen einfach die Chancen nicht rein. Es reicht eben nicht, sagen zu können, dass man viel Druck ausgeübt hat.“

Gemeint waren gute Torgelegenheiten von Daniel Ketter, Marius Erk, zweimal Radek Krestan, Nick Dineen, Vitalij Aab, der die Latte traf, Charlie Sarault. Die Wetterauer versuchten vor 1116 Zuschauern wirklich alles, um den 0:1-Rückstand (23./Kyle Just) zu egalisieren. Als Torwart Mikko Rämö in der Schlussminute als letztes Mittel vom Eis ging, erkämpfte sich Derek Swinnen das Hartgummi und traf ins leere Tor zur endgültigen Entscheidung, die unter dem Strich nicht unverdient war.

Dass sie den Weg zum Sieg noch kennen, bewiesen die Hessen in Crimmitschau. „Wir haben sehr nervös angefangen, gerieten auch schnell in Rückstand. Mit zunehmender Spieldauer konnten wir dies jedoch ablegen und haben uns am Ende für unsere Leistung auch belohnt“, kommentierte Kujala den 5:3-Erfolg bei den Westsachsen.

Dort stand zwischen den Pfosten wieder einmal Jan Guryca, um Ales Kranjc als vierten Ausländer in der Verteidigung einsetzen zu können. Die beiden ersten Sturmreihen blieben unverändert, in die dritte Reihe kehrte zu Harry Lange und Diego Hofland nach einer sechswöchigen Verletzungspause Andreas Pauli zurück. Verteidiger Joel Johansson im Powerplay, Dominik Meisinger in Unterzahl, Marcus Götz, Eugen Alanov und schließlich, nachdem Torhüter Ryan Nie seine Festung verließ, um sechs Eispiraten auf Beutejagd zu schicken, Rückkehrer Pauli drei Sekunden vor der Sirene ins verwaiste Tor.

Andreas Ortwein baut nun auf Unterstützung aus Frankfurt. „Wir sind jetzt auf Schützenhilfe der Löwen angewiesen. Wenn sie heute den SC Riessersee schlagen und am Sonntag auch Bayreuth, könnten wir mit Siegen in Bayreuth am Freitag und gegen die Ravensburg Towerstars am Sonntag noch mindestens einen der Konkurrenten überholen.“

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