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Als dieses Fahrzeug vor der Thermen-Baustelle hielt, war klar, um was es geht: Illegale Arbeit.

Zoll landet zwei Treffer

Schwarzarbeiter auf Baustellen erwischt

Ein Tipp führte die Zollbeamten aus Gießen am Mittwoch nach Bad Nauheim. Ein Albaner sollte dort illegalerweise arbeiten – auf einer städtischen Baustelle.

Unerwarteten und ungebetenen Besuch hat am Mittwoch das Unternehmen, das im Auftrag der Stadt die Therme in der Ludwigstraße entkernt und abreißt, erhalten. In den Morgenstunden hielten fünf Einsatzfahrzeuge des Hauptzollamts Gießen auf dem Parkplatz, etwa zehn Beamte kontrollierten die Papiere aller Beschäftigten.

In einem Fall wurden sie fündig: Ein Arbeiter aus Albanien konnte keine Arbeitsgenehmigung vorweisen. Er wurde zur Befragung durch die Polizei mitgenommen. „Auf dieser Baustelle sind wir aufgrund eines konkreten Hinweises tätig geworden“, sagte Zoll-Sprecher Michael Bender.

Weil sie ohnehin gerade in Bad Nauheim waren, suchten sich die Zoll-Mitarbeiter eine weitere Baustelle für eine sogenannte verdachtsunabhängige Prüfung aus – einige Meter weiter in der Frankfurter Straße.

Dort wurde ein Beschäftigter, der gerade mit Armierungsarbeiten beschäftigt war, aufgegriffen. „Er hatte einen gefälschten Ausweis und war unter dieser Identität bereits zur Fahndung ausgeschrieben“, erklärte Bender. Die weiteren Ermittlungen gehen jetzt ihren üblichen Gang. Der Albaner ist nach Angaben des Pressesprechers vermutlich als Tourist eingereist, wofür er kein Visum benötigt. Sobald er eine Arbeit aufnehme, werde aus dem „Urlaub“ ein illegaler Aufenthalt, ein Straftatbestand. „In Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft wird er vermutlich abgeschoben.“

Der zweite Festgenommene muss sich nicht nur wegen Schwarzarbeit und illegalem Aufenthalt verantworten, sondern auch wegen der Verwendung gefälschter Dokumente. Unklar ist laut Bender, woher der Bauarbeiter stammt und ob er den Pass selbst gefälscht hat.

Den Zollbeamten geht es aber in erster Linie um die Arbeitgeber. Ob die beiden Männer für die jeweilige Baufirma oder für einen Subunternehmer tätig waren, ist noch unklar. Das sollen die Vernehmungen ergeben. „Wir sind weniger hinter den Schwarzarbeitern her, das sind meist ’arme Häute’. Wir suchen die Hintermänner“, sagte Bender. Auf die Firmen warten vermutlich Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt und wegen Beschäftigung von Angestellten ohne Arbeitsgenehmigung.

Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) wurde sofort über die Aktion des Hauptzollamts informiert. „Nach zwei Stunden war die Baustelle wieder frei, die Arbeiten konnten weitergehen“, berichtete der Rathauschef. Direkter Auftragnehmer der Stadt in Sachen Therme sei das Architekturbüro A 5, das wiederum die Abrissfirma ausgewählt habe. Der Bürgermeister kündigte ein ernstes Gespräch mit den Verantwortlichen an: „Wir werden noch mal mit Nachdruck darauf hinweisen, dass alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten sind.“

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