1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Bad Nauheim

An Bad Nauheimer Sophie-Scholl-Schule gibt es Medienkompetenz ab Klasse eins

Erstellt:

Von: Michael Humboldt

Kommentare

mi_stehsatzlokal-B_11113_4c_2
Es gibt Geld vom Land für die Sophie-Scholl-Schule. Darüber freuen sich (v. l.): Günther Ludwig (zweiter Vorsitzender des Fördervereins), Martin Andreas Matzek (IT-Beauftragter), Martina Wiesenbauer-Vrublovsky (Schriftführerin), Ministerin Kristina Sinemus, Peter Breitenfelder (Vorsitzender des Fördervereins) und Schulleiterin Christina Vennemann-Korb. © Nicole Merz

In der Bad Nauheimer Sophie-Scholl-Schule werden Schüler von Anfang an mit der Computerwelt vertraut gemacht. Dafür hat die hessische Digital-Ministerin einen stolzen Betrag vorbei gebracht.

»Wir können uns unter den Pavillon setzen«, schlägt Christina Vennemann-Korb vor, während rundherum Schüler herumtollen und die vielen Bewegungsangebote auf dem Schulhof ausgiebig nutzen. Überhaupt gehört Bewegung zur Grundphilosophie der Sophie-Scholl-Schule in der Frankfurter Straße in Bad Nauheim. »In diesem Fach gehen wir mit den Schülern meist auch zum Eislaufen oder zum Schwimmen ins Usa-Wellenbad«, erläutert die Schulleiterin.

»Die Lebenshilfe Gießen wählte 1998 bei der Gründung ihrer Schule Sophie Scholl als Namenspatronin. Hintergrund ist der Wunsch, die Erinnerung an sie wach zu halten und damit ein Zeichen zu setzen für Selbstvertretung und Zivilcourage«, liest man auf der Homepage der Bad Nauheimer Schule. Die Intention dieser Schule sei es, aus der Unterschiedlichkeit aller Kinder etwas entstehen zu lassen, einander wertzuschätzen und stets respektvoll miteinander umzugehen, betont Vennemann-Korb.

Rund 12 000 Euro vom Land Hessen

Kürzlich hatte die Sophie-Scholl-Schule Bad Nauheim hohen Besuch: Die hessische Digitalministerin Prof. Kristina Sinemus war angereist, um dem Förderverein der Schule 12 084 Euro zu überreichen. Die Schule hatte sich beim Programm »Ehrenamt digitalisiert!« mit dem Projekt »Sophietech« beworben und war prompt auserwählt worden. »Vielleicht weil wir die einzige Schule waren und sonst nur andere Vereine mitgemacht haben«, vermutet die Schulleiterin. »Leistungs- und netzwerkfähige Rechner oder moderne Mitgliederverwaltungs- oder Buchhaltungsprogramme sind bei Weitem noch nicht überall Standard. Daher unterstützt die Hessische Landesregierung mit diesem Programm gemeinnützige Institutionen auf dem Weg der Digitalisierung«, erklärte die Ministerin in ihrer Rede und lobte das Engagement. »Sie engagieren sich in Ihrem Förderverein für das Wohl der Kinder und sind mit Herzblut bei der Sache, um über den eigentlichen Schulalltag hinaus Angebote zu ermöglichen.«

Der Förderverein der Grundschule will mit dem Projekt »Sophietech« ein Vereinsportal mit integrierter Datenbank einrichten, um die Mitgliederverwaltung zu automatisieren. Seit dem Schuljahr 2018/2019 gibt es in der Sophie-Scholl-Schule der Kurstadt ab der ersten Klasse das Fach Medienkompetenz. »Dabei geht es uns um einen sorgsamen Umgang mit den Computern. Die Erstklässler lernen erst einmal, wie man ihn ein- und ausschaltet oder wie man die Maus bewegt«, bevor sie langsam auch an die Textverarbeitung herangeführt würden, erläuterte die Schulleiterin.

Sorgsamer Umgang mit den Computern

Angefangen hat man einst mit 15 PCs, mittlerweile steht jedem Schüler im Unterricht ein Laptop zur Verfügung. »In den höheren Klassen begleiten wir die Schüler auch schon im Internet oder zeigen, wie man auf Daten achtet. Wichtig ist es uns auch, die Bildschirmzeit nicht überschreiten zu lassen«, sagt Vennemann-Korb, die sich für einen kindgerechten und wohldosierten Unterricht am Bildschirm einsetzt.

Sieben Klassen gibt es an der Sophie-Scholl-Schule der Kurstadt mit jeweils 21 bis 23 Kindern. Im nächsten Jahr soll eine achte Klasse hinzukommen. Während andere Grundschulen rund 21 Unterrichtsstunden pro Woche haben, sind es hier 29. Zwischen 8 und 14.15 Uhr läuft der Unterricht, danach gibt es auch ein Freizeitangebot für den Nachmittag.

»Uns zeichnet aus, dass wir sehr individuell mit Kindern arbeiten. Wir holen sie ab, wo sie gerade stehen. Schüler, die beim Lernpensum schon weiter sind, dürfen auf diesem Niveau auch weiterarbeiten, während Andere vielleicht mehr Zeit brauchen«, erklärt Vennemann-Korb. Mittlerweile hat man einen eigenen Schulserver, kann Onlineunterricht oder Videokonferenzen organisieren. Doch die digitale Welt hat auch Grenzen: Im Schulalltag herrscht Handy-Verbot, alle Geräte müssen im Schulranzen auf lautlos gestellt werden.

Nun freut man sich erst einmal auf den Weihnachtsmarkt, der am 26. November zwischen 16 und 21 Uhr Überraschungen für Groß und Klein verspricht. Darüber können sich auch junge Schüler mit Medienkompetenz jetzt schon im Internet informieren.

Auch interessant

Kommentare