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Protest fällt aus: Keine Gegen-Demo in Bad Nauheim am Montag

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Von: red Redaktion

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Solch ein Bild wird es an diesem Montag in Bad Nauheim nicht geben. Zumindest fällt der sonst von JUKA, TAF und Ausländerbeirat organisierte Protest gegen die Corona-Demonstranten diesmal aus. Grund dafür ist die angespannte Corona-Lage. (Archivfoto)
Solch ein Bild wird es an diesem Montag in Bad Nauheim nicht geben. Zumindest fällt der sonst von JUKA, TAF und Ausländerbeirat organisierte Protest gegen die Corona-Demonstranten diesmal aus. Grund dafür ist die angespannte Corona-Lage. (Archivfoto) © pv

Ausländerbeirat, JUKA und TAF, die in den vergangenen Wochen in Bad Nauheim den Protest gegen die Corona-Demonstration organisiert haben, verzichten am 24. Januar darauf. Was ist der Grund?

Bad Nauheim - In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Menschen montagabends zwischen der Stele in der Stresemannstraße und dem Aliceplatz gegen die Corona-Demonstranten protestiert. Dazu aufgerufen hatten der Förderverein für Jugendkultur und Jugendarbeit (JUKA), der Ausländerbeirat und das Theater Alte Feuerwache (TAF). Am Montag, 24. Januar, wird es diesen Gegenprotest nicht geben. Wie JUKA, TAF und Ausländerbeirat in einer gemeinsamen Pressemitteilung erläutern, verzichten sie angesichts der stark angestiegenen Corona-Inzidenz auf eine Versammlung vor Ort, bieten aber Alternativen an. Und sie rufen dazu auf, nicht an den »Spaziergängen« von Corona-Demonstranten teilzunehmen.

»Aufgrund der zunehmenden Inzidenzen und der Tatsache, dass der Wetteraukreis und somit auch Bad Nauheim als ›Hotspot‹ eingestuft wird, sehen wir als Organisatoren unsere Verantwortung, dies in besonderer Weise zu berücksichtigen«, heißt es in der Pressemitteilung. »Denn in Bad Nauheim als Kur- und Gesundheitsstadt mit einem hohen Anteil vulnerabler Einwohner*innen, Patient*innen verschiedener Kliniken, Bewohner*innen von Senioreneinrichtungen sowie Kur- und Reha-Gästen ist besondere Vorsicht und Umsicht geboten. Unser Anliegen planen wir nun auf alternativen Wegen zu platzieren. So bieten wir an, unser Anliegen über eine Online-Aktion auf der Seite www.solidarische-wetterau.de zu unterstützen. Weitere Aktionen sind bereits in Planung.«

Hinweis auf rechtsextreme Parteien und Strömungen bei „Montagsspaziergängen“

Die drei Organisationen erinnern an den vergangenen Montagabend, als sich zum vierten Mal Menschen aus Bad Nauheim friedlich versammelt haben, um zu den unangemeldeten »Spaziergängen« in Bad Nauheim Stellung zu nehmen. »Mit unseren Aktionen haben wir Menschen erreicht und zur Aufklärung beigetragen, wir haben Mandatsträger*innen ins Boot geholt und vielen aus der Seele gesprochen«, schreiben TAF, JUKA und Ausländerbeirat. »Doch rechtsextreme Parteien und Strömungen bewerben die sogenannten Spaziergänge weiterhin - ungeachtet der zunehmenden Inzidenzen und der aktuellen Gefährdungslage. Sie instrumentalisieren die heterogene Mischszene aus Impfskeptikern, Verschwörungsgläubigen und Wissenschaftsleugnern für ihre Ziele, unterwandern die Pandemiemüden mit ihrer antidemokratischen, partiell auch systemkritisch bis staatsfeindlichen Haltung und befeuern das Misstrauen in unseren Rechtsstaat.«

All diese Dinge würden, so der Vorwurf, bei den sogenannten Montagsspaziergängen mitschwingen und in den Aufrufen dazu offen genannt. »Alle, die sich in die Demonstrationszüge bewusst oder unbewusst einreihen, indem sie sich als Opfer eines repressiven Systems darstellen, unterstützen damit die rechte Agenda.« Bewusst würden Maßnahmen und Empfehlungen zur Eindämmung der Pandemie abgelehnt, das Versammlungsrecht untergraben und die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet, wie die letzten »Querdenker«-Demos gezeigt hätten, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Verhalten der „Querdenker“ schadet Image der Kurstadt

In Bad Nauheim sei eine gestiegene Aggressivität bei »Querdenkern« erkennbar. »Wir sehen deswegen die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden in der Verantwortung, dem deutlich und bestimmt entgegenzuwirken. Denn das Auftreten der ›Querdenker‹ rückt unsere Stadt immer mehr in ein Licht, das dem Image einer Kur- und Gesundheitsstadt nachhaltig schaden wird. Ein zunehmender »Querdenker«-Tourismus in unsere Stadt ist ebenso erkennbar. Wir rufen deswegen nochmals alle Bad Nauheimerinnen und Bad Nauheimer dazu auf, sich nicht an den Demonstrationszügen zu beteiligen.« (red)

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