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Auf den Spuren von Sebastian Kneipp

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Von: red Redaktion

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Bad Nauheim (pm). »Früh morgens als die Hähne krähten, zogs aus dem Bett uns raus, denn Kneipp und uns’re Frühlingstour stand endlich nun ins Haus«, schreibt der Senioren-Club Bad Nauheim über seine Fahrt zum Kneippen nach Bad Wörishofen. 18 Senioren haben an dem Ausflug ins Allgäu teilgenommen.

Im Kneipp- und Kurhotel Steinle waren die Ausflügler und ihre Koffer schnell untergebracht, und so konnten sie den Frühlingsnachmittag noch voller Tatendrang genießen.

Der nächste Tag stand zur freien Verfügung und wurde allseits zum Erkunden genutzt. Mit Staunen konnte man feststellen, dass es zweimal täglich, außer donnerstags, ein Kurkonzert mit drei »feurigen Ungarn« gibt, die im Kursaal spielen. Außerdem wurden Filme und Vorträge angeboten. Die Abendtafel war üppig, das Salatbuffett bestens bestückt. Für einige Mitreisende kam dann die gemütliche Spielrunde, die anderen vergnügten sich in Bad, Sauna oder Fitnessraum.

Am nächsten Tag folgte eine interessanten Stadtführung über zwei Stunden, die die Stadt- und Badegeschichte näherbrachte. Schon im Jahre 1067 wurde der Ort urkundlich erwähnt und kam im Jahre 1243 durch Schenkung an die Klostergemeinschaft der Dominikaner, die 1719 bis 1721 das große Kloster erbauen ließen. Man besuchte die Klosterkirche und das ehemalige Kloster, das heute ein Kneipphotel ist.

Der 1821 geborene Pfarrer Sebastian Kneipp zog 1855 als Seelsorger in das Kloster ein und wurde auch Pfarrherr der gegenüberliegenden Kirche St. Justina. Sein umfangreiches »Buch über die Wasserkur« wurde in kürzester Zeit ein Welthit und in 14 Sprachen übersetzt. Nach seinem Tod 1897 wuchsen die Besucherzahl und Wörishofen bis heute. 1920 erhielt der Ort das Prädikat Bad und 1949 wurde Wörishofen zur Stadt erhoben.

Plötzlicher Wintereinbruch

»Der Stadtrundgang zeigte sich bei schönstem Wetter von seiner besten Seite. Überall in den Anlagen und der Flanierzeile begegnet uns eine Skulptur von Sebastian Kneipp mit seiner Gießkanne«, berichten die Senioren.

Im kleinen Kurpark erfreuten die Frühlingsblüher, die auch den kleinen Bach schmücken, der die ganze Stadt durchzieht und überall als Tret- und Barfußpfad genutzt werden kann. Inmitten der Stadt, im kleinen Kurparkt, liegt das Kurhaus, mit den Veranstaltungssälen, der Touristeninformation und dem Musikpavillon draußen. Mit der Kurkarte kann man kostenlos nicht nur die Konzerte besuchen, sondern auch die Busse in der Stadt, zu den Stadtteilen und zur großen Therme benutzen.

Ab Mitte der Woche wurde das Wetter kälter. Einige der Gruppe hinderte das aber nicht daran, die Salzgrotte zu besuchen, um sich verwöhnen zu lassen: »Schon das Gefühl, auf Socken durch das aufgeschüttete grobe Salz zu laufen, war ein Erlebnis, das noch gesteigert wurde durch die Stunde des Atmens im Salzraum.«

Der Wunsch, das Ganze am nächsten Tag zu wiederholen, war allzu verständlich und konnte dann auch erfüllt werden.

Am nächsten Morgen erwachten die Ausflügler in einer kalten Winterlandschaft. Es hatte die ganz Nacht geschneit, alles war weiß. Nun lockten mehr die Einkaufspassagen.

Für den letzten Urlaubstag war eine Kutschfahrt vorgesehen. Warm angezogen und dick verpackt fuhr man durch die Stadt und den dicht verschneiten Winterwald zu einem einsamen Kloster weit draußen. Das Kloster St. Rasso-Gammersried gehört zu Bad Wörishofen und ist ein gern besuchtes Ausflugsziel bei schönem Wetter. Es wurde 1733 erbaut und 1975/76 vollständig restauriert.

Am Sonntagmorgen ging es dann nach einem reichhaltigen Frühstück zurück nach Bad Nauheim.

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