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Krebskranke Frau sitzt hilflos auf La Gomera fest - Mutter: „Holt mein Kind nach Hause“

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Wolfgang Schulze, Ingrid Schutze Dit Belkner und Nicole Thuy-Neubert (r.) wollen die schwer kranke Katy nach Hause holen. Dazu brauchen sie Hilfe.
Wolfgang Schulze, Ingrid Schutze Dit Belkner und Nicole Thuy-Neubert (r.) wollen die schwer kranke Katy nach Hause holen. Dazu brauchen sie Hilfe. © Petra Ihm-Fahle

Die Tochter von Ingrid Schutze Dit Belkner aus Bad Nauheim befindet sich in hilflosem Zustand auf der Insel La Gomera. Ihre Mutter möchte sie nun zurückholen.

Bad Nauheim - Familie Schutze Dit Belkner aus Bad Nauheim braucht dringend Hilfe. Die 52-jährige Tochter Katja, genannt Katy, ist schwer an Krebs erkrankt. Wie ihre Mutter Ingrid ist sie gebürtige Bad Nauheimerin, besuchte die Solgrabenschule. Derzeit befindet sie sich in hilflosem Zustand auf der spanischen Insel La Gomera.

Katy möchte zurück nach Hause, der Liegendflug über die Deutsche Auslandsrückholung kostet aber 15 000 Euro. Weder Katy noch ihre 83-jährige Mutter und deren 69-jähriger Partner Wolfgang Schulze können das Geld aufbringen. Nicole Thuy-Neubert, eine Freundin der Familie, kam nun auf die Idee eines Spendenaufrufs. »Rettet Katy!«, appelliert die Nieder-Mörlenerin an die Wetterauer.

Bad Nauheimerin verliert beste Freundin - Nun bangt sie um Tochter

Katja Schutze habe erst vor wenigen Monaten ihre beste Freundin verloren. Gastronomen-Tochter Raffaela T. aus Bad Nauheim war auf der Insel Ibiza mit dem Auto verunglückt. Wie Thuy-Neubert weiter berichtet, half Raffaela ihrer Freundin und Klassenkameradin durch die erste Krebserkrankung und sei ihr eine große Stütze gewesen. »Nun kann sie nichts mehr tun.«

Ingrid Schutze Dit Belkner berichtet: »Im November zum 52. Geburtstag waren wir noch auf La Gomera.« Dabei erfuhr sie, dass ihre Tochter, die schon einmal Krebs hatte, erneut schwer daran erkrankt war. »Sie kann kaum essen, hat Schmerzen und einen Tumor, der in der Nähe der Lunge sitzt. Sie bekommt, wenn sie auf dem Rücken liegt, kaum Luft.«

Im April wollte das Paar Schutze Dit Belkner und Schulze nach Gomera, um Katy aufzupäppeln und sie im Rollstuhl zurück mit nach Bad Nauheim zu nehmen. »Wir hatten den Flug gebucht, die Koffer gepackt und ihre Wohnung ausgeräumt. Doch in der vorletzten Nacht vor dem Abflug ist sie mit der Notambulanz nach San Sebastian ins Krankenhaus gekommen und wurde dort künstlich ernährt.« Das kleine Krankenhaus sei, was die onkologische Therapie betrifft, sehr eingeschränkt. »Das Sozialsystem ist auch nicht wie in Deutschland«, sagt Thuy-Neubert. Die Mutter und ihr Partner mussten wieder zurück, da sie eine Pauschalreise gebucht hatten.

Spendenkonto

Um eine Auslandsrückholung für Katy Schutze Dit Belkner zu ermöglichen, hat ihre 83-Jährige Mutter Ingrid ein Konto bei der Volksbank Mittelhessen eingerichtet. Kontoinhaberin ist Ingrid Schutze Dit Belkner, die IBAN lautet DE05 5139 0000 0188 0594 14, die BIC VBMHDE5F und das Stichwort „Ich will nach Hause“. Wer lieber über Papypal spenden möchte, kann dies über die E-Mail-Adresse Katyschutze8@gmail.com tun. (ihm)

Bad Nauheim: „Erschreckt nicht, wenn ihr mich seht“

Bevor sie kamen, hatte Katy sie vorgewarnt: »Erschreckt nicht, wenn ihr mich seht‹«, wie Wolfgang Schulze erzählt. »Und dann haben wir uns wirklich erschrocken, es war fast nichts mehr an ihr. Laufen fiel ihr schon sehr schwer, ohne Unterstützung ging nichts mehr. Wir sind jeden Tag vom Hotel zu ihr gefahren und haben versucht, dass sie etwas essen kann. Aber es ging nichts, und wurde täglich weniger«, berichtet Schulze.

Nach ihrer ersten Krebserkrankung konnte Katy, alleinerziehende Mutter der 18-jährigen Anjulie, nicht mehr als Insel-Guide arbeiten. »Die Tochter macht jetzt eine vollschulische Ausbildung in Kunst und Design. Es ist ein Stipendium vom spanischen Staat; und wenn sie die Prüfung nicht schaffen sollte, muss sie das ganze Geld zurückzahlen«, berichtet Nicole Thuy-Neubert.

Nachdem Katy nun in die Klinik musste, wollten die Eltern alles versuchen, sie mit Begleitung nach Deutschland ins Krankenhaus zu holen. Vor einigen Tagen wurde sie nach Hause in ihre Wohnung auf La Gomera entlassen, obwohl sie im Krankenhaus bereits Morphium bekam. Dort schaut ein Pflegedienst nach ihr. Für ihre Mutter ist das nicht nachzuvollziehen. »Sie müsste eigentlich notoperiert werden.«

Katy Schutze Dit Belkner und Tochter Anjulie in glücklicheren Zeiten zu Besuch in Bad Nauheim.
Katy Schutze Dit Belkner und Tochter Anjulie in glücklicheren Zeiten zu Besuch in Bad Nauheim. © Petra Ihm-Fahle

Katys Freundin Tanja flog vergangene Woche spontan hin, um ihr zu helfen, muss nun aber wieder arbeiten. »Es müsste eigentlich dauernd jemand bei ihr sein«, sagt ihre Mutter. Behördlich hat das Paar momentan einiges an Formalitäten zu regeln, um die Rückkehr auf den Weg zu bringen. Für die 83-Jährige ist der Zustand schwer zu ertragen, sie leidet unter Herzproblemen, die sich durch die Aufregung verschlechtert haben. »Man möchte dauernd hin und helfen, ich telefoniere viel mit meiner Tochter - drei- bis viermal am Tag. Für die Psyche ist es ganz schlimm, ich liege nachts stundenlang wach.« Ingrid Dit Belkner bricht in Tränen aus.

Ihr einziger Wunsch ist: »Bitte helfen Sie mir, mein Kind zu retten.« (Petra Ihm-Fahle)

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