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Bad-Nauheim-Themen von Besucherparken bis zur Windkraft

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Auf der linken Seite der Straße Im Steckgarten in Steinfurth will das Büro Raab/Schmale Gebäude abreißen und neue Häuser errichten. © Petra Ihm-Fahle

Stadtentwicklung und Infrastruktur standen jüngst auf der Tagesordnung des Bad Nauheimer Bauausschusses. Die Themen reichen von der Steinfurther Dorfmitte bis zu Besucher-Parkausweise.

Die Steinfurther Dorfmitte soll eine Neubelebung erfahren. Der städtische Bauausschuss, der am Dienstagabend im Rathaus zusammenkam, fasste einstimmig den Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren. Das Büro Raab und Schmale aus Bad Nauheim plant, sämtliche Gebäude auf der linken Seite der Straße Im Steckgarten abzureißen. Gemeint sind das ehemalige Geschäftshaus von Rosen Gönewein sowie die Gebäude Hinnerbäcker und Getränke Hoffmann. Anstelle dieser Bauten, die dem Büro Raab/Schmale gehören, soll eine neue nachhaltige Wohnbebauung entstehen.

Heiko Heinzel, städtischer Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, stellte dem Ausschuss das Vorhaben vor. Geplant sind rund 40 Wohnungen in acht Häusern mit »abwechslungsreicher Dachlandschaft«, mit Tiefgarage, Höfen, Gärten, Gewerbe und einem kleinen Platz mit Café.

Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) lobte die Art, mit der Bauingenieur Michael Schmale und Architekt Thomas Raab die Bevölkerung des Rosendorfs in ihre Pläne einbezogen hätten. Die beiden hatten zu zwei Bürgerversammlungen eingeladen, das Vorhaben erläutert und Anregungen gesammelt. Steffen Mörler (CDU) wies im Bauausschuss darauf hin, dass ansiedelndes Gewerbe zum Dorf passen müsse. Bei beispielsweise Anwaltspraxen sei das nicht der Fall.

In der Sitzung des Ausschusses gab es - neben dem Waldfriedhof und der Unterbringung von Geflüchteten im ehemaligen Lidl-Gebäude in der Frankfurter Straße (die WZ berichtete) - weitere Themen.

Besucher-Parkausweise - Den Antrag der Freien Wähler, Besucher-Parkausweise für Gebiete mit Anwohnerparken einzuführen, zog die Fraktion nach einigem Hin und Her zurück. Die FW hatten vorgeschlagen, Tageskarten im Zehnerpack und Wochenkarten im Rathaus vorzuhalten, die Anwohner für ihre Besucher erwerben können. So hätten die Gäste die Möglichkeit, ihr Auto vorübergehend in Bewohner-Parkgebieten abzustellen. Natalie Peterek (SPD) warnte vor missbräuchlicher Verwendung der Besucher-Parkausweise, etwa bei der Vermietung von Ferienwohnungen. Wie Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos) erklärte, könne das Rathaus gemäß gesetzlicher Vorgaben Ausnahmeregelungen erlassen. Es müsse sich um begründete Fälle handeln. Ein Beispiel wäre, wenn jemand gehbehindert und auf einen kurzen Weg vom Auto bis zur Wohnung angewiesen sei. FW-Fraktionsvorsitzender Markus Theis: »Dann ziehen wir den Antrag zurück und bewerben die Sonderregelung.«

Gesundheitsgarten - Die FDP hatte beantragt, den Gesundheitsgarten auch in den Wintermonaten zu öffnen. Gegenargumente trug die Stadtverwaltung vor. Steffen Schneider, Leiter des Fachbereichs Kur und Service, wies auf verschiedene Maßnahmen während der kalten Jahreszeit hin: Beispielsweise wird Möblierung zwecks Pflege und Reparatur abgebaut, es ist keine Beleuchtung vorhanden und der Kräutergarten wird zurückgeschnitten. Die Kneipp-Becken sind laut Schneider im Winter leer und die Toiletten ohne Wasser. Eine Öffnung macht laut Schneider deshalb wenig Sinn. Bürgermeister Kreß befürchtete eine Entwertung der Kureinrichtung, wenn der Gesundheitsgarten nur deshalb öffne, um ihn als Durchgangsweg zu nutzen. FDP-Mann Jochen Ruths zog den Antrag zurück.

Radwege - Der Ausbau eines Radwegs, der »gefühlt« in Friedberg, faktisch aber auf Bad Nauheimer Gemarkung liegt, stand ebenfalls auf der Tagesordnung der Bauausschusssitzung.

Vorsitzender Esra Edel (Grüne) schlug vor, den Punkt abzusetzen, was das Gremium mehrheitlich befürwortete. Laut Edel hatte das Stadtparlament beschlossen, den Antrag der Freien Wähler auf Ausbau des Radwegs erst zu behandeln, wenn auch der geplante Radschnellweg beraten wird. Der Einwand des FW-Fraktionsvorsitzenden Theis, wonach das noch Jahre dauern könnte, half nichts. Edel erklärte, von Beratungen noch in diesem Jahr auszugehen. Bürgermeister Kreß bezog kurz Stellung zu dem Radweg, der für ihn machbar, aber nicht zwingend notwendig sei.

Dem Bau einer barrierefreien Rampe an der Brücke des Schwalheimer Buxton-Platzes stimmte der Ausschuss geschlossen zu.

Windkraft-Gespräche

In Sachen Windkraft könnte sich nach langem Stillstand etwas in der Bad Nauheimer Gemarkung tun. Wie Bürgermeister Klaus Kreß dem städtischen Bauausschuss am Dienstag mitteilte, ist ein Unternehmen im Rathaus vorstellig geworden und möchte Gespräche zur Windkraft führen. Das Treffen ist auf Mittwoch, 7. Juni, terminiert.

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