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Bad Nauheim will mit neuer Eishockey-Arena in die „Champions League“

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Von: Larissa Wolf

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Konstruktiv anspruchsvoll: So könnte das neue Eisstadion des EC Bad Nauheim nördlich der B3, östlich der Friedberger Straße, südlich des Autohauses Marnet und westlich des Weges »Am Sodenweg« aussehen. VISUALISIERUNG: BLFP PLANUNGS GMBH © pv

Das neue Bad Nauheimer Eisstadion könnte künftig in der Talaue nahe dem Usa-Wellenbad stehen. Politisch trifft die geplante Arena auf allgemeine Zustimmung.

Bad Nauheim - Für Bürgermeister Klaus Kreß ist die Sache klar: »Der alte Standort des Eisstadions wird uns nicht in die Zukunft tragen. Der Eissport hat hier in Bad Nauheim (Wetteraukreis) Tradition, und wenn wir wollen, dass das so bleibt, müssen wir in diese Zukunft investieren«, sagte er am Dienstagabend im Ausschuss für Bau, Planung und Grünwesen.

Dort ging es um einen Grundsatzbeschluss. »Es geht um die Weichenstellung, den Startschuss für die Verwaltung, sich mit dem Projekt zu beschäftigen.« Lange und konstruktiv sei an dem Plan gearbeitet worden, der an dem Abend vorgestellt wurde. »Ein Neubau ist aus energetischer Sicht besser als die Sanierung des alten Stadions«, betonte Kreß, darauf hinweisend, dass von städtischer Seite aktuell etwa 700 000 Euro jährlich in den Erhalt und Betrieb des Colonel Knight Stadions fließen. »Das neue Stadion wird nachhaltig sein und die Folge- und Betriebskosten deutlich sinken.« Durch die Symbiose einer kleineren Trainingshalle mit zwei Stockwerken, die auch für den öffentlichen Eislauf genutzt werden soll, und der direkt angeschlossenen großen Arena mit drei Stockwerken für den Profisport und Events ergebe sich ein wirtschaftlicher Vorteil. »Man braucht nur einmal die Eisaufbereitungsgeräte, Technikräume und so weiter«, sagte Kreß.

Neue Eishockey-Arena in Bad Nauheim: „Standort ist große Chance“

Auch er hätte sich, wie viele Bauausschussmitglieder, mehr Fakten und Zahlen in der Magistratsvorlage gewünscht, sagte der Bürgermeister. Aktuell könne aber nicht genau gesagt werden, wie viel das Stadion kosten werde. Ursprünglich war das Budget auf 35 Millionen Euro geschätzt worden. Aus Einsparungsgründen habe man die Fläche von 4,7 Hektar auf 3,3 Hektar reduziert. Die Fläche sei damit noch etwa 35 Prozent größer als die geplante Sprudelhof-Therme.

»Der neue Standort ist eine große Chance«, sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein. Die neue Lage könne ein Vorteil sein. Bevor potenzielle Investoren jedoch aufspringen, wollen sie wissen, wie es mit der Verkehrsregelung und den Grundstücken aussieht, betonte Ortwein. »Die Verkehrsabwicklung über die B 3 soll über einen Vollknoten mit Bedarfsabbiegespur erfolgen. Da muss ein Gespräch mit Hessen Mobil stattfinden«, erläuterte Andreas Schmitt, Geschäftsführer der BLFP-Architekten. Eine Anbindung für Fahrradfahrer und den ÖPNV sei selbstredend.

Die Visualisierung der neuen Arena löste große Bewunderung bei den Ausschussmitgliedern aus. »Die Erschließung der Ränge über den ersten Ring ist zeitlos und würdevoll«, sagte Schmitt. Der Zugang zum Parkhaus mit 1000 Stellplätzen über eine Brücke sei wichtig und entkoppele den Publikums- vom Sportlerverkehr bei.

Neue Eishockey-Arena in Bad Nauheim: Keine Zeit zu verlieren

Es gebe keine Zeit zu verlieren; das Projekt solle so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden, betonten die Redner. Denn das alte Stadion sei marode. Bis 2023 wolle man Klarheit über die Lage haben, so dass erste planungsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden können. Bis dahin wolle man so viele Partner wie möglich ins Boot holen, unter anderem das Land und den Wetteraukreis.

Michael Schmale (Freie Wähler) wollte wissen, ob mit den Grundstückseigentümern bereits gesprochen worden sei und ob es jemanden gebe, der sich womöglich »querstelle«. »Es ist ja nun kein Geheimnis, was an diesem Standort entstehen soll. Ich darf schon mal sagen, dass wir sehr optimistisch ist, dass die Grundstückseigentümer zustimmen«, sagte Bürgermeister Kreß.

Die Magistratsvorlage sieht ein Verfahren zur »qualitätssichernden Verwertung« des alten Standorts des Eisstadions vor. Dieser soll eine »entscheidende Säule der Finanzierung« für den neuen Standort werden, erklärte Kreß. »Das alte Stadion hat eine Tradition seit 1946. Wir wollen uns Zeit nehmen und einen transparenten Wettbewerb zur Neugestaltung der etwa 13 000 Quadratmeter Fläche ausschreiben.« Vonseiten der Ausschussmitglieder kamen bezüglich dieser »ergebnisoffenen Verwertung« Fragen auf. »Da der Standort direkt im Kurpark liegt, sollte dieser weiterhin Erholungscharakter haben«, meinte Natalie Peterek (SPD). Markus Theis (FW) ergänzte: »Die Bürger müssen in den Prozess stark eingebunden werden.« Kreß stimmte dem zu. »Wir wollen den Raum der Natur zurückgeben.«

Die Abstimmung, den Magistrat mit der Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan zu beauftragen sowie mit den Eigentümern der benötigten Grundstücke Optionsverträge über den möglichen Ankauf der Flächen abzuschließen, fiel einstimmig positiv aus. Die Ausschussmitglieder votierten ebenfalls geschlossen für die Erarbeitung eines Verfahrens zur Verwertung des alten Standorts. »Der EC macht und hält Bad Nauheim bekannt«, schloss Kreß. »Das neue Stadion ist ein Push für unsere Stadt und katapultiert uns in die Champions League.«

Neues Eisstadion in Bad Nauheim - ein EC-Projekt?

Ist das neue Eisstadion in Bad Nauheim ein städtisches Projekt oder eines des EC? Diese Frage stellte Steffen Mörler (CDU) bei der Diskussion im Bauausschuss am Dienstagabend. »Der alte Standort soll eine Säule zur Finanzierung des neuen werden. Es sind 13 000 Quadratmeter nutzbare Fläche. Es gibt das Risiko, dass hohe Kosten übrig bleiben.« Ihm werde »Angst und Bange« bei der Vorstellung von 74 000 Kubikmetern bebautem Raum. »Das wäre das erste Mal, dass man das für 35 Millionen hinbekommt. Da wäre wohl eher mit 50 zu rechnen.« Architekt Andreas Schmitt (BLFP) verneinte dies. Die großen Eisflächen würden schließlich nicht mit mehreren Stockwerken bebaut. Wie Andreas Ortwein aber bestätigte, brauche der EC die Stadt zur Umsetzung des Projektes, ebenso wie Zuschüsse von Land und Bund sowie einen Hauptinvestor und mehrere Co-Investoren. (Larissa Wolf)

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