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»Bürgerwille wird durchgesetzt«: FW und FDP erfreut über Nichtbebauung am Friedhof

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Von: red Redaktion

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Die Grünfläche hinterm Friedhof soll aufgewertet werden. Laut Ortsvorsteher Matthias Lüder-Weckler. sind nun auch die Kritiker der Bebauung gefragt, Ideen einzubringen. ARCHIVFOTO: PM © pv

Die Friedhofserweiterungsfläche in Nieder-Mörlen wird nicht bebaut. Die Freien Wähler feiern das als Erfolg und fordern nun, die Grünfläche unter Beteiligung der Bürger aufzuwerten.

Die CDU hatte sich - anders als die Koalitionspartner - mit Freien Wählern (FWG) und FDP für den Erhalt der Fläche und gegen ein Wohnprojekt ausgesprochen. Mit der Entscheidung werde der ausdrückliche Bürgerwille durchgesetzt, schreibt die FWG.

In Nieder-Mörlen habe es einen Zuwachs von mehr als 2000 Einwohnern in den letzten 30 Jahren gegeben. Viele Bürger seien der Meinung, es sei zumindest vorerst genug neuer Wohnraum entstanden, sagt Ortsvorsteher Matthias Lüder-Weckler. Dass in der Vergangenheit nicht genug für bezahlbaren Wohnraum getan worden sei, dafür könnten weder die jetzigen politischen Akteure noch die Nieder-Mörler zur Rechenschaft gezogen werden.

Zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gelte es, den Fokus auf Flächen zu richten, »die keine unnötige Versiegelung einer Grünfläche« nach sich zögen. Beim Baugebiet »Bad Nauheim Süd« habe man das versäumt.

Die FWG sei für alle Ideen und Gespräche mit den anderen Fraktionen im Stadtparlament offen. »Uns ging es nie um eine reine Verhinderungspolitik«, betont Lüder-Weckler. Mit der FDP und viele Bürgern sei man sich einig, dass die Fläche unter ökologischen und Naherholungsaspekten aufgewertet werden soll. »Ich hoffe jetzt auf eine rege Bürgerbeteiligung und erwarte von denjenigen, die am vehementesten gegen die Bebauung waren, auch ihre eigenen Ideen zu sammeln und in den politischen Gremien zu diskutieren«, sagt der Ortsvorsteher.

Die FDP betont, von Anfang an gegen das Projekt gewesen zu sein; die BI habe nicht zu einem Umdenken geführt. Der Fraktionsvorsitzende Benjamin Pizarro, der selbst in Nieder-Mörlen lebt, erinnert daran, dass es planungsrechtliche Bedenken, aber auch hinsichtlich der Bauausführung und der Umsetzung gegeben habe. Er verwies noch einmal auf die »ungeklärte Kanalsituation«. Darüber hinaus sei Nieder-Mörlen mit der »Bewältigung der vorhandenen Neubaugebiete« stark belastet, etwa bei der Schaffung der Infrastruktur (Kindergärten).

Laut Peter Heidt (FDP) hätte auch der - bereits in der alten Wahlperiode formulierte - »Kompromissvorschlag« der SPD im Ergebnis dazu geführt, dass die Friedhofserweiterungsfläche bebaut worden wäre. Dem hätte die FDP »unmöglich« zustimmen können.

FDP: Kritik war sachlich

In diesem Zusammenhang verwehrte sich Heidt gegen die Kritik der Grünen an einer unsachgemäßen Wortwahl einzelner Stadtverordneter. Zu rügen sei lediglich die Vermischung mit privaten Angelegenheiten, dies sei aber nur von einem einzigen Stadtverordneten geäußert worden. Die Kritik am Redebeitrag der SPD-Stadtverordneten Adela Yamini sei sachlich und begründet gewesen.

Dass die SPD an das soziale Gewissen appelliere, sei unangebracht, teilt die FDP mit. Die Freien Demokraten hätten sich frühzeitig für bezahlbaren Wohnungsbau in Bad Nauheim eingesetzt, sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dieser Problematik beschäftigt und immer wieder konstruktive Vorschläge eingebracht.

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