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»Das Thema Katastrophenwarnung brennt«

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Von: Larissa Wolf

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Bad Nauheim (laf). Spätestens nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Jahr ist das Thema Katastrophenwarnung eines, das der Bevölkerung unter den Nägeln brennt. Die Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen hat in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung nach dem Stand in Bad Nauheim gefragt.

Das Antwortschreiben der Stadt auf die Anfrage ist ausführlich ausgefallen. Demnach befinden sich zwölf Sirenen im gesamten Stadtgebiet: Drei in der Kernstadt (Ernst-Ludwig-Ring, Johannisstraße, Am Solgraben), zwei in Nieder-Mörlen (Fußgasse, Am Erlensteg), drei in Steinfurth (Alte Schulstraße, Steinfurther Hauptstraße, Bad Nauheimer Straße), eine in Schwalheim (Schwalheimer Hauptstraße), zwei in Rödgen (Rathausstraße, Wettertalstraße) und eine in Wisselsheim (Melbacher Weg).

Verzögerung durch Lieferengpässe

Die Sirenen dienten allerdings nur der Alarmierung der Feuerwehr und könnten keine unterschiedlichen Warntöne für die Bevölkerung abgeben. Der Magistrat habe in Abstimmung mit der Herstellerfirma ein Sirenenbeschallungssystem entwickelt, heißt es weiter in der Antwort der Stadt. Es stehe außerdem eine Umrüstung auf digitale Steuerungseinheiten an, wobei alle Sirenenköpfe durch neue Modelle mit mehr Leistung und Akku-Zwischenspeicher - falls der Strom ausfällt - ersetzt werden sollen.

Nach dem Austausch sollen auch Warntöne für die Bevölkerung möglich sein. Die Maßnahme soll laut Antwort im zweiten Halbjahr 2022 beginnen und 2023 fertiggestellt werden.

»Das Thema brennt, und wir sind dran«, sagte Bürgermeister Klaus Kreß im Stadtparlament. Das Konzept sei seit 2020 bereits erstellt, wegen Lieferengpässen sei es aber noch nicht zur Ausführung gekommen. Aktuell könne der Ton noch nicht in allen Teilen Bad Nauheims deutlich gehört werden. Das solle sich aber ändern, der neue Beschallungsplan sehe auch neue Sirenenstandorte vor. Fördermittel seien bereits beantragt - der Bund habe nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ein Programm ins Leben gerufen, das Umrüstungen mit 1000 Euro und neue Sirenenstandorte mit 17 350 Euro unterstützt.

Sirenen-Test im September

Getestet würden die Sirenen am bundesweiten Warntag, der immer am zweiten Donnerstag im September stattfinde. Ansonsten werden die Sirenen einmal jährlich gewartet und dabei geprüft.

Der letzte Punkt der Anfrage: Wie wird die Bevölkerung darüber informiert, was im jeweiligen Fall des Sirenenalarms zu unternehmen ist? Die Antwort: »Sobald die Umrüstung der Sirenen auf die leistungsstärkeren und mit den Warnsignalen für die Bevölkerung ausgestatteten elektronischen Sirenenköpfen abgeschlossen ist und diese ans Netz gehen, werden die verschiedenen Warntöne über kreisweite und kommunale Informationskampagnen wie Presse, Internet, Broschüren etc. in der Bevölkerung bekannt gemacht.«

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