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Alte Straße an der Stadtgrenze wird zur illegalen Müllkippe

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Von: Jürgen Wagner

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Am Ende der Gießener Straße in Bad Nauheim liegt ein Wendehammer, der zur Friedberger Gemarkung gehört. Dort wird öfter Müll illegal entsorgt, übrigens nur ein paar Hundert Meter vom Dorheimer Recyclingshof entfernt.
Am Ende der Gießener Straße in Bad Nauheim liegt ein Wendehammer, der zur Friedberger Gemarkung gehört. Dort wird öfter Müll illegal entsorgt, übrigens nur ein paar Hundert Meter vom Dorheimer Recyclingshof entfernt. © pv

Manchmal macht man es den Müllferkeln einfach zu leicht. An der Stadtgrenze von Bad Nauheim und Friedberg liegt eine alte Straße, die keinem Zweck mehr dient. Außer, dass dort seit Jahren illegal Müll entsorgt wird. Könnte man das Problem nicht ganz einfach lösen?

Friedberg/Bad Nauheim - Fährt man auf der Frankfurter Straße von Bad Nauheim nach Friedberg (Wetteraukreis), dann geht wenige Hundert Meter vor der Kreuzung zur B455 auf der gegenüberliegenden Seite des Ford-Kögler-Parkplatzes eine kleine Stichstraße ab, die Gießener Straße. Dahinter beginnt ein Wäldchen, in dem ein einziges Wohnhaus steht. Vorne an der Straße stehen oft Blumenhändler. Wer mit dem Auto weiter hineinfährt, will entweder eine ungestörte Mittagsruhe halten, muss ein unaufschiebbares »Geschäft« verrichten, trifft sich hier zum heimlichen Stelldichein oder - lädt illegal Müll ab.

Immer wieder liegen dort Müllsäcke, werden alte Möbel oder Bauschutt einfach unter Bäume und Hecken gekippt. Und das nur wenige Hundert Meter vom Recyclinghof bei Dorheim entfernt.

Die Stichstraße hat eine Geschichte. Wie ein Anwohner berichtet, führte hier noch in den 1960er Jahren die von Dorheim kommende K174, die Straße An der Hohl, über einen Bahnübergang Richtung Bad Nauheim und Friedberg. »Bis die neue Bahnunterführung der B455 gebaut wurde.« Die Reste davon könne man heute noch auf der Seite der Gießener Straße erkennen.

Friedberg/Bad Nauheim: Müll stapelt sich an Stichstraße

Diese Gießener Straße, eher ein Feldweg, ist von der Frankfurter Straße aus nicht einsehbar. »Daher wird das Areal gerne genutzt, um illegal Müll zu entsorgen«, sagt der Anwohner und erwähnt auch »frühmorgendliche geheimnisvolle Treffen zu zweit in Lieferwagen« oder »nächtliche Treffen von Autos, die schnell darauf wieder weg sind«.

Der Bad Nauheimer sagt, er melde illegalen Müll regelmäßig, momentan stapele er sich dort regelrecht. Er hat im Rathaus nachgefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, die Straße ab der Höhe des einzigen Wohnhauses mit Pfosten abzusperren. »Schließlich hat die Straße im hinteren Bereich keinerlei Bewandtnis.«

Friedberg/Bad Nauheim: Sperrung als Lösung für Müllproblem?

Nicht einmal die Müllabfuhr nutze den Wendehammer zum Rangieren. »Es gibt keinen vernünftigen Grund, mit dem Auto dort hineinzufahren.« Werde die Straße gesperrt, verschwinde auch das Müllproblem, glaubt der Anwohner. Er hat aber den leisen Verdacht, dass das Aufstellen von Absperrpfosten an einem Zuständigkeitsproblem scheitern dürfte. Stefan Reichert, Fachbereichsleiter für Ordnung, Sicherheit, Brandschutz und Mobilität im Bad Nauheimer Rathaus, teilt auf Anfrage mit, dass die Gießener Straße nur bis zum Bereich unmittelbar vor dem Wohnhaus zum Bad Nauheimer Stadtgebiet gehöre. Was dahinter kommt, liegt jenseits der Stadtgrenze, ist Sache von Friedberg. Einzig die Nachbarstadt könne dort Pfosten aufstellen.

Wie aus dem Friedberger Rathaus zu erfahren war, ist das aber aktuell nicht geplant. Wie Ordnungsamtsleiter Jürgen Schlerf mitteilt, hat er nach Bekanntwerden der illegalen Müllablagerung sofort den Bauhof verständigt, der vor Ort für Ordnung sorgte. Die Örtlichkeit sei aber nicht für größere Müllablagerungen bekannt. »Andere Ecken sind stärker frequentiert. Dann müssten wir auch dort Poller aufstellen.« Ob eine Absperrung Erfolg bringt, bezweifelt Schlerf: »Dann wird der Müll vor den Pfosten abgestellt.«

Wenig befriedigend für den Anwohner. Gut möglich, dass der Bad Nauheimer Bauhof dort illegal abgelegten Müll abholt und die Kollegen in Friedberg davon nichts mitbekommen. Ordnungsamtsleiter Schlerf versprach aber, das Problem im Auge zu behalten. (Jürgen Wagner)

Die Probleme mit illegalen Müllkippen und achtlos weggeworfenem Abfall sind in der Wetterau altbekannt. Gut, dass es engagierte Freiwillige gibt, die ihre Umwelt sauber halten. Im März machten ehrenamtliche Saubermänner- und Frauen bei einer Putzaktion in Friedberg eine beinahe sensationelle Entdeckung.

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