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Eine ewig junge Idee

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Von: red Redaktion

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Bad Nauheim (pm). Am 21. Dezember 1947 gründete sich die Kleinsiedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Bad Nauheim (KSWG) mit dem Ziel, den dringend benötigten bezahlbaren und gesunden Wohnraum für ihre Mitglieder zu schaffen. Dieser Anspruch gilt auch heute noch.

In den Nachkriegsjahren waren es hauptsächlich Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von ca. 62 Quadratmetern, ausgestattet mit einem Mehrraumkachelofen und einem Gasdurchlauferhitzer für die Warmwasserversorgung, erinnert sich Vorstand Gerhard Dyroff. »Für die damalige Zeit war dies der neueste Stand der Technik.«

Die Eigenhilfe bei der Renovierung der Wohnungen und die finanzielle Unterstützung der genossenschaftlichen Gemeinschaft durch Mieterdarlehen gehörten zum Standardprogramm der frühen genossenschaftlichen Idee. Auf relativ großen Grundstücken im Randbereich der Kernstadt entstanden in den Nachkriegsjahren 22 Mehrfamilienhäuser der KSWG, welche heute - noch immer auf diesen großzügigen genossenschaftseigenen Grundstücken - mitten in der Stadt liegen. Nach weiteren Bauprojekten »Am Heiligenstock« und Rödger Weg in den 70er Jahren, konnte im Juli 2022 ein modernes Sechs-Familienhaus im Baugebiet »Bad Nauheim Süd« an die neuen Mieter übergeben werden.

Die Vorstände Gerhard Dyroff und Dietgar Wegener wollten mit der Planung und Realisierung den Beweis dafür antreten, dass mit den üblichen genossenschaftlichen Bewirtschaftungsgrundsätzen auch aktuell moderner, gesunder und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Die Stadt vermittelte ein Grundstück zu Konditionen, die die Umsetzung der Planungen erlaubten: Sechs moderne Wohnungen (92 und 105 Quadratmeter) auf drei Geschossen, voll unterkellert, Lift, barrierefrei, Fotovoltaikanlage, Stellplätze/Garagen, E-Ladeeinrichtung, modernste Lüftungsanlage, Glasfaser bis in die Wohnungen, Kalte Nahwärme - alles für eine Nettokaltmiete in Höhe von 8,50 Euro.

Während das Vorstandsduo bereits 30 Jahre im Unternehmen zusammenarbeitet, kann Dyroff aktuell auf sein 40-jähriges Dienstjubiläum in der KSWG blicken. »Nachdem ich im September letzten Jahres nach fast 40 Jahren in der Kerckhoff-Klinik in den Ruhestand gegangen bin, kann ich nun meine Tatkraft und meine Erfahrungen noch mehr als zuvor der ewig jungen Idee der Genossenschaft widmen«, teilt Dyroff mit. In den vergangenen 35 Jahren seiner Vorstandstätigkeit habe es bei der KSWG keine Mieterhöhungen gegeben. »Bei neuen Dauernutzungsverträgen wurden lediglich die Grundmieten angepasst und eine Mietstaffel von maximal zwei Prozent für bis zu fünf Jahre einvernehmlich vereinbart.«

Aktuell beschäftigten sich Vorstand und Aufsichtsrat mit der Entwicklung im Bereich der Energieversorgung, aber auch mit dem ständig steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Auf offene Fragen im Zusammenhang mit Stark-regenereignissen und Hochwassergefährdung durch die Usa habe man bereits seit Mitte 2021 mit entsprechenden Gefährdungsanalysen und baulichen Hochwasserschutzmaßnahmen reagiert. Weitere Neubauprojekte seien in Planung, sofern entsprechende Baugrundstücke gefunden würden. Ebenfalls gebe es Pläne für die Bauerneuerung auf den genossenschaftseigenen Grundstücken.

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