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FDP fordert »energieautarke Stadt«

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Der FDP-Stadtverordnete Sven Klausnitzer wirbt für mehr PV-Anlagen und fordert den Bau von sieben Windrädern. © Red

Bad Nauheim (ihm). Die Stadt braucht nach Ansicht von Sven Klausnitzer (FDP) sieben Windkraftanlagen sowie Photovoltaikanlagen auf 67 Prozent aller Dächer, um energieautark zu sein. Insofern warben die Liberalen bei der jüngsten Stadtparlamentssitzung in der Trinkkuranlage für eine Transformation zu einem »energieautarken Bad Nauheim in 2035«.

Für 2030 schwebt der FDP eine Autarkie von 80 Prozent als Vorstufe vor. »Unser Antrag passt zur Diskussion um den Stadtbus und die wegbrechenden Einnahmen bei den Stadtwerken«, sagte Klausnitzer. Damit bezog er sich auf steigende Gaspreise, die bereits Thema anderer Tagesordnungspunkte gewesen waren.

Auf Wunsch von Grünen und SPD überwies das Stadtparlament den FDP-Antrag einstimmig in den städtischen Ausschuss für Bauen, Planung und Umweltschutz (BPU). Klausnitzer, seines Zeichens Elektroingenieur, begründete seinen Vorschlag: »Ein Umdenken hilft bei den Herausforderungen der Klimaproblematik. Zudem wirkt es der Gefährdung des sozialen Friedens durch die steigenden Energiekosten entgegen.« Wie der Freidemokrat darlegte, könne eine zunehmende Autarkie das wegbrechende Gasgeschäft bei den Stadtwerken kompensieren. Darüber hinaus könnten hohe zusätzliche Einnahmen im Strombereich für weiteren Wohlstand in der Kurstadt sorgen. Dies, da der Anteil an Elektroautos in Bad Nauheim stetig zunehme.

Die technischen Voraussetzungen für Erzeugung, Speicherung und den Austausch von fossilen Brennstoffen sind nach Ansicht von Klausnitzer vorhanden und aufgrund der Fortschritte in den letzten Jahren bereits jetzt einsetzbar. »Bad Nauheimer Bürger geben circa 100 Millionen Euro jährlich für Energie im Bereich Wohnen, Strom und Mobilität aus«, rechnete er vor. Die Stadtwerke, so schätzt der FDP-Mann, kauften für circa 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr Strom und Gas ein, was sich in Zukunft deutlich erhöhe. »Durch eine Transformation lassen sich diese Gelder einsparen, da alternative Energieerzeuger keine Zusatzkosten verursachen«, betonte er.

Bei einer entsprechenden Planung böte der Transformationsprozess laut Klausnitzer große wirtschaftliche und soziale Chancen für die Kommunen. »Technische Voraussetzungen müssen überprüft werden, Ausbauziele der notwendigen Energieerzeugungsanlagen festgelegt, Energiespeicher müssen dimensioniert und die notwendigen Maßnahmen sollen den Bürgern transparent dargestellt werden«, unterstrich er.

Muss Stadt Energie selbst erzeugen?

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Jordis ging von einem »Schaufensterantrag« aus. »Es ist nicht notwendig, dass die Stadt ihre ganze Energie selber erzeugt«, meinte er. Bad Nauheim liege auf einer vergleichsweise kleinen Fläche und sei deshalb eingeschränkter als andere Kommunen. Jordis wies auf einen neu eingebrachten Prüfantrag der Koalition aus CDU, Grünen und SPD hin, Freiflächen-Photovoltaikanlagen in der alten Kiesgrube umzusetzen. »Wir sind sehr offen. Aber manchmal macht es mehr Sinn, sich an Projekten in anderen Kommunen zu beteiligen«, meinte er. Wie Oliver Westphal (Grüne) erklärte, sehen Grüne und SPD »etwas Gutes in dem Antrag«, weshalb er erfolgreich Verweisung in den Bauausschuss beantragte.

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