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»Freiraum« erhalten

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Von: red Redaktion

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Hinterlassenschaften nach einem »ruhigen« Freitagabend im Goldsteinpark. © pv

Bad Nauheim (pm). Zuletzt kam es immer wieder zu Kritik an der Freizeitgestaltung von Jugendlichen im Goldsteinpark. Auch die WZ hatte über Lärmbelästigung und Vermüllung des Geländes berichtet. Mitglieder der Fraktion der Freien Wähler haben den »Freiraum« sowohl an einem späten Freitagabend als auch an einem frühen Samstagmorgen aufgesucht, um sich vor Ort ein Bild machen zu können.

Ein städtischer Angestellter habe am Samstagmorgen bereits den überwiegenden Teil des Mülls auf der Wiese aufgesammelt und auf einen Anhänger geladen. Trotzdem waren noch jede Menge leere, überwiegend alkoholische Getränkeflaschen und Pizzakartons auf der noch nicht gereinigten Rasenfläche verstreut gewesen, teilt die FWG mit.

Man sehe die Notwendigkeit und die Dringlichkeit eines Ortes für junge Menschen in Bad Nauheim, gerade nach dieser herausfordernden Zeit der vergangenen beiden Jahre für die Jugendlichen, sagt Fraktionsvorsitzender Markus Theis. Jugendliche müssten ihren eigenen Freiraum erleben, sich mit Freunden treffen und dadurch auch ihre Persönlichkeit entwickeln können. Es habe sich allerdings in der Praxis gezeigt, dass diesbezüglich noch einige Unterstützung notwendig sei.

»Insbesondere fiel auf, dass die vorhandenen Abfallbehälter sowohl zu klein als auch in zu geringer Anzahl vorhanden waren«, heißt es in der Pressemitteilung. Das führe dann wohl zur Haltung, »dass es auch egal ist, wo man den Müll hinterlässt, anstatt ihn zumindest am überfüllten Mülleimer abzustellen«. Kein Verständnis habe man aber für zerschlagene Flaschen - das sei schließlich auch gefährlich für alle, die diese Hinterlassenschaften wieder entfernen müssten oder in dem Park mit ihren Hunden spazieren gehen wollten.

Mit Security alleine ist es nicht getan

»Leider« hätten die städtischen Mittel für die vermehrte Bestreifung durch Sicherheitsdienste für 2022 aufgestockt werden müssen, da geplante Mittel bereits aufgebraucht seien, berichtet Theis. Die Freien Wähler hätten das unterstützt. »Es ist uns sehr wichtig, dass die Jugendlichen, die nun endlich einen eigenen Ort für ihre Treffen und ihre Projekte haben, dort auch ungestört und in Sicherheit gemeinsam miteinander ihre Freizeit verbringen können.« Diese Jugendlichen müssten geschützt werden vor der »sehr geringen Anzahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich durch sinnlosen Vandalismus, Gewalt und zum Teil illegale Geschäfte leider negativ hervortun«, sagt Theis.

Dieser nicht einfachen Aufgabe hätten sich alle Beteiligten zu stellen, mit mehr Sicherheitspersonal sei es nicht getan. Es gehe auch darum, bereits im Vorfeld der Treffen die Jugendlichen zu sensibilisieren, sodass es innerhalb der Gruppe zu einer sozialen Kontrolle kommt. Dies müsse sowohl in der Schule als auch im Elternhaus passieren.

Sehr lobenswert sei die Initiative des Jugendbeirats, der bei der Gestaltung des »Freiraums« mitgewirkt und zum Teil bei der Müllbeseitigung geholfen habe. »Aber es kann kein Dauerzustand sein, dass man den wenigen, die dort über die Stränge schlagen, immer hinterherräumt und ihnen für die nächste Party wieder alles sauber macht.«

Es gelte, die Jugendlichen in ihrer Eigenverantwortlichkeit und mit ihren persönlichen Bedürfnissen zu respektieren, gleichzeitig jedoch für die Sicherheit und die körperliche Unversehrtheit aller zu sorgen. Hierbei leiste auch der Jugendbeirat eine wertvolle Unterstützung, könne dabei aber nicht alleinegelassen werden.

Theis: »Wir werden die Situation weiter im Blick haben und beobachten, sodass der ›Freiraum‹ für alle erhalten bleibt und nicht nur von wenigen für sich benutzt wird.«

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