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Der »Kuckuck« in Bad Nauheim hat aufgegeben

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Von: Michael Humboldt

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Eine Institution am Bad Nauheimer Marktplatz weniger: Die Gaststätte Kuckuck gibt es nicht mehr. © Nicole Merz

Viele Bad Nauheimer laufen mit großem Bedauern aus der Mittelstraße in Richtung Marktplatz. Denn die Gaststätte »Kuckuck« gegenüber dem Alten Rathaus hat ihre Pforten für immer geschlossen.

Wir bedanken uns für die langjährige Treue bei allen Gästen. Vielen Dank, Ruth Bornträger und das Kuckuck-Team.« So steht es auf einer Tafel am Bad Nauheimer Marktplatz. Und an der Tür der beliebten Gaststätte liest man »Dauerhaft geschlossen«. Das ist eine unerfreuliche Mitteilung für viele Bad Nauheimer, die die Atmosphäre in dem gemütlichen Eckhaus gegenüber des Alten Rathauses geschätzt haben. Seit zwei Wochen hat der »Kuckuck« nun geschlossen, und viele Gäste haben sich seitdem bei Ruth und Uwe Bornträger gemeldet und ihr Bedauern ausgedrückt.

Denn die Bad Nauheimer schätzten das kulinarische Angebot im »Kuckuck«, liebten den Flammkuchen, den Hackbraten, die Gulaschsuppe oder das Schnitzel und natürlich das frisch gezapfte Bier. »Wir haben eben gut bürgerliche Küche angeboten, die viele gemocht haben«, weiß Ruth Bornträger.

Eishockey-Legende am Tresen

Doch wie viele andere Gaststätten im ganzen Land hat auch der »Kuckuck« die Corona-Zeit nicht überlebt. Ruth Bornträger sah sich gezwungen, die Reißleine zu ziehen, und musste Insolvenz anmelden. Mit eine Rolle spielten dabei auch gesundheitliche Probleme von Uwe Bornträger.

Im Rückblick hat der »Kuckuck« eine stolze Historie vorzuweisen die in Erinnerung bleiben wird. Roswitha und Werner Bachmann, die Eltern von Ruth Bornträger, hatten die Gaststätte vor 21 Jahren übernommen, die es zuvor schon 16 Jahre gegeben hatte. 2014 folgte dann Ruth Bornträger als Geschäftsführerin. Und wer sich ganz weit zurück erinnert in Bad Nauheim, der weiß noch, dass es vor Jahrzehnten mal das Lebensmittelgeschäft Umsonst im gleichen Haus gegeben hat.

Natürlich haben im Laufe der Jahre auch viele Eishockey-Fans die Gaststätte besucht. Schließlich war Werner Bachmann eine Bad Nauheimer Eishockey-Legende in den großen Bundesliga-Zeiten, in denen auch Rainer und Horst Philipp, »Pilo« Knihs oder Ralf Pöpel an seiner Seite glänzten. Werner Bachmann hat zwischen 1957 und 1976 für den VfL Bad Nauheim gespielt und war mehr als ein Jahrzehnt lang Kapitän der Roten Teufel. Zudem wurde er für 18 Spiele der deutschen B-Nationalmannschaft nominiert. Vor fünf Jahren ist er verstorben.

Stammtische

und Neuigkeiten

Im Laufe der Zeit haben sich der Stammtisch der FDP oder der Freitag-Abend-Klub regelmäßig im »Kuckuck« getroffen und viele Ur-Bad Nauheimer, die an den Tischen die Neuigkeiten der Stadt austauschten. »Wir haben uns immer auch gut mit den Nachbarn am Marktplatz verstanden, dem ›Deutschen Haus‹ oder dem ehemaligen ›Tiramisu‹ nebenan«, betont Ruth Bornträger, die jetzt erst einmal durchatmen will und traurig ist über das Ende ihres Lebenstraums.

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