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Herzensanliegen weitergegeben

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Von: red Redaktion

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Irmgard Albrecht mit Wobau-Geschäftsführer Holger Münch auf ihrem Balkon in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. FOTO: PM © pv

Bad Nauheim (pm). Irmgard Albrecht gehört zu den längsten Mieterinnen der Bad Nauheimer Wohnungsbaugesellschaft (Wobau). Sie bekam nun Besuch von Holger Münch. Der 42-jährige Frankfurter hatte Anfang März sein Amt als Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens angetreten.

Die Wobau war aus der Wohnungsnot der Nachkriegszeit heraus gegründet worden. Nach 1945 war trotz der nur geringen Bombenschäden in der Stadt die Lage auf dem Bad Nauheimer Wohnungsmarkt angespannt. Zu den 9000 Vorkriegseinwohnern gesellten sich 5000 Ausgebombte und Flüchtlinge, Hotels und Pensionen wurden von der US-Besatzungsarmee beschlagnahmt, die hier ihr Hauptquartier aufschlug. »Um den Wohnungsbau in der Kurstadt zu intensivieren«, wie Stadtoberinspektor Vollbrecht verlautbaren ließ, wurde im März 1950 die Bad Nauheimer Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH gegründet. Bereits im Juli begann sie mit dem Bau eines Doppelhauses mit je drei Wohnungen in der Gabelsbergerstraße, im Dezember zogen die Mieter ein.

Von da an legte die Wohnungsbaugesellschaft ordentlich Tempo vor. 1956, in dem Jahr, in dem die Schwiegereltern von Irmgard Albrecht ihre Wohnung in einem Neubau in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße bezogen, war die gemeinnützige Gesellschaft aktiv wie nie zuvor. Zu Jahresbeginn waren nicht weniger als 52 Wohnungen gleichzeitig im Bau, in der Straße Am Heiligenstock (acht Wohneinheiten), in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße (42) und in der Rittershausstraße (zwei), wo ein Gebäude kurzerhand aufgestockt wurde. Bezugsfertig wurden die Objekte zwischen Januar und Juli 1956. Der Wohnungsbestand des jungen Unternehmens vergrößerte sich dadurch um ein Vier-Zimmer-, 37 Drei-Zimmer-und 14 Zwei-Zimmer-Appartements auf insgesamt 131 Wohneinheiten.

1961 zog die gebürtige Mecklenburgerin Irmgard Albrecht, die als Flüchtling nach Bad Nauheim gekommen war, in das Gebäude in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße, als junge Frau zu Ehemann und inzwischen verwitweter Schwiegermutter. »Hier werde ich nicht alt«, war nach dem Einzug ihr erster Impuls, denn: »Man hörte jeden Zug, der durchrauscht.« Es ergab sich dann anders, und auch die verbesserte Lärmdämmung trug schließlich ihren Teil dazu bei, dass Albrecht sich bis heute über nette hilfsbereite Nachbarn und eine intakte Hausgemeinschaft freut. Ihr Herzensanliegen, die Nachpflanzung für drei Birken, nahm Holger Münch als Bitte gerne mit: Schon bald sollen neben dem Gebäude wieder singende Vögel Platz finden können.

Nach dem Besuch zeigte er sich laut Unternehmensmeldung erfreut über die positive Rückmeldung hinsichtlich der Rolle der Wobau als Vermieterin. »Adäquaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist bis heute unser erstes Anliegen«, hob er hervor. Er wolle sich nun Gedanken machen, wie sich die Mieterbetreuung weiter optimieren lässt.

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