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Klangvolle Feier der Begegnung

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Von: Harald Schuchardt

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Banderas singt und spielt zum Finale die ukrainische Nationalhymne. Oben Naina Doroschenko mit der Bandura. © Loni Schuchardt

Bad Nauheim (har). Nicht alleine Deutsch, sondern auch die ukrainische Sprache war am Sonntag immer wieder in der Trinkkuranlage zu hören. Grund für die Anwesenheit vieler Ukrainer war das Deutsch-Ukrainische Freundschaftsfest, zu dem der gemeinnützige Verein »Interkulturelle Kompetenz und Integration« eingeladen hatte.

Gut vier Stunden boten viele - meist vor dem Krieg aus ihrer Heimat geflüchtete - Ukrainerinnen und Ukrainer einen Einblick in ihre Kultur - sowohl auf der großen Bühne als auch in der Jugendstilanlage selbst. Vereinsvorsitzende Hedwig Rohde begrüßte die Besucher auch im Namen der Stadt und des Ersten Stadtrats Peter Krank, der kurzfristig absagen musste.

Den musikalischen Auftakt gestaltete das Frankfurter Quartett »Katana« um die charismatische Sängerin Kateryna Schostak, die bereits vor zwölf Jahren die Ukraine verlassen hatte. Zusammen mit Pianist Nikita Bratus, Bassist Ivan Habernal und Martin Standke am Schlagzeug hat Schostak einen Musikstil kreiert, der irgendwo zwischen Swing, Chanson, Soul und Blues liegt. Dementsprechend breit gespannt ist das Repertoire mit eigenen Arrangements - vom französischen »Petit Fleur« über »Valery« von Amy Whinehouse bis hin zu einer jazzigen Version von John Lennons Friedenshymne »Imagine«.

In einer roten Tracht kam die nach ihrer Flucht in Bad Vilbel lebende Naina Doroschenko auf die Bühne. Die studierte Musikerin mit Masterabschluss begeisterte sowohl mit ihrem virtuosen Spiel auf der Bandura, einem traditionellen ukrainischen Saiteninstrument, als auch mit ihrem ausdrucksstarken Sopran. Neben traditionellen Liedern aus der Ukraine überraschte die Vollblut-Musikerin mit ihrer Version des Queen-Klassikers »I Want to Break Free«.

Erlös für Menschen in der Ukraine

Mit dabei war Saxofonist Dmytro Chuchvaga, der Ende März die Ukraine verlassen hatte. Der studierte Musiker überzeugte zu Halbplaybacks mit seinen Variationen bekannter Jazzstandards wie »Summertime« ebenso wie von Pop-Klassikern, wie »Isn’t She Lovely« von Stevie Wonder.

Iryna Schevchuk und ihr Vater Oleksandr Nazarenko, die seit einigen Monaten in der Wetterau leben, spielten auf Gitarre und Akkordeon ukrainische Volkslieder. Ein weiteres Highlight waren die beiden Auftritte von »Banderas« alias Volodymyr Boikov, der in seinen überwiegend selbst geschriebenen Songs über seine ukrainische Heimat singt, aber auch auf Gitarre und Bluesharp fetzigen Blues spielt.

Für die durchweg hervorragenden Darbietungen gab es immer wieder viel Beifall der Besucher. Auf großes Interesse stießen die Gemälde der aus Charkiw und Kiew stammenden jungen Künstlerinnen Anastasiia Konchakovska und Uljana Lumej

An weiteren Ständen wurden unter anderem Postkartenbücher mit Fotos der Bilder von Maria Primachenko, einer bekannten Vertreterin der ukrainischen naiven Malerei des 20. Jahrhunderts, angeboten. Der Verein OBOZ präsentierte ukrainische Handwerkskunst wie Puppen und Duftkissen sowie unter dem Motto »Candles for Ukraine« handgemachte Kerzen. Der gesamte Verkaufserlös wird für die Menschen in der Ukraine gespendet.

Die Kinder hatten derweil ihren Spaß auf dem doppelstöckigen Dampfkarussell oder der Hüpfburg. Fürs leibliche Wohl war mit Würstchen, Baklava und Donuts sowie alkoholfreien Getränken gesorgt. Emotional war das Finale am Nachmittag: Banderas sang die ukrainische Nationalhymne, und die wurde von den ukrainischen Besuchern intensiv mitgesungen.

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agl_har_Ukraine_Fest_3_0_4c © Loni Schuchardt
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Die Band Katana um Sängerin Kateryna Schostak begeistert mit eigenen Arrangements aus vielen Musikrichtungen. © Loni Schuchardt

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