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Königinnen auf der Bühne

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Von: red Redaktion

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Ihre Bewegungen fließen ineinander, behutsam dirigiert sie ihre Seifenblasen: Silvia Gaffurini aus Miami Beach hat die Seifenblasenkunst perfektioniert. © pv

Bad Nauheim (pm). Wem gelingt das noch, Kinder und Erwachsene gleichzeitig in seinen Bann zu ziehen? Früher versammelten sich Generationen um ein Lagerfeuer, um einem Erzähler zu lauschen. Später hockte die Familie Samstagabend vor dem Fernseher, um sich bei »Wetten, dass..?« zu vergnügen. Heute sitzen die Generationen mitunter noch gemeinsam an einem Tisch, jedoch von Genickstarre bedroht, weil jeder auf den Bildschirm seines Smartphones starrt und in seinem eigenen Universum versunken ist.

Gleicht es da nicht einem kleinen Wunder, wenn eine Frau wie Silvia Gaffurini die Bühne betritt und mit einfachsten Mitteln Menschen in eine andere Welt verführt? Davon können sich die Besucher des 19. Internationalen Ovag-Varietés vom 9. Januar bis 5. Februar im Jugendstil-Theater des Dolce überzeugen, bei dem 45 Artisten aus 16 Nationen auftreten.

Die Mittel, die Silvia Gaffurini aus Miami Beach benutzt, mögen einfach sein (wenngleich ihre Mixtur so geheim ist wie die Coca-Cola-Formel). Nein, ihre Bannkraft strahlt von ihr alleine aus, von ihrer Persönlichkeit, etwas, das man besitzt oder ein dafür empfänglicher Mensch in den Jahren herausbildet: Charisma. Allein deshalb ist Silvia die Königin der Seifenblasenkunst.

Mit Grandezza schwebt sie über die Bühne, ihre Bewegungen fließen ineinander, behutsam dirigiert sie ihre Seifenblasen, kleine wie riesengroße, lässt sie durch die Luft tanzen, schweben, sich vereinen, lässt aus ihnen Rauchwolken steigen, sie in Regenbogenfarben leuchten und steigert den Chor der fragilen Gebilde im Crescendo zum Höhepunkt der Darbietung zu einer millionenfachen Ansammlung von Schönheit. »Ich habe eine enge Beziehung zu meinen Seifenblasen«, sagt Silvia Gaffurini.

Millionen Klicks auf Youtube

»An guten Tag geht mir das locker von der Hand und es ist, als spiele ich mit ihnen. An schlechten Tagen habe ich auch schon mal meinen Kampf mit ihnen«, sagt sie lächelnd.

Und eine weitere Frau von vergleichbarer Strahlkraft auf der Dolce-Bühne: Selyna Bogino. Eines der großen Vorbilder der Italienerin ist ihr Großvater Tito Reyes, ein Zirkusartist, der alles tat, um seine Passion an seine Enkelin zu übertragen - mit Erfolg, zumal auch ihre Eltern in den bedeutenden Zirkus-Unternehmen Stammgäste waren: Consuela Reyes (genannt die »Königin der Fußjongleure«, ausgezeichnet mit dem nationalen Zirkus-Preis von Spanien, überreicht durch den spanischen König) und Paolo Bogino, ein artistisches Multitalent.

Geboren 1990, erhielt Selyna ab ihrem sechsten Lebensjahr von ihrem Vater eine artistische Grundausbildung. Inspiriert von ihrer Mutter, konzentrierte sie sich schließlich auf die Antipoden, die Fußjonglage. 2005 war es so- weit: Sie choreografierte Selyna ihre erste Solo-Nummer. Von da ab ging es bei ihr so hoch und turbulent her, wie die Bälle, die sie mit ihren Füßen jongliert. Ihr Video, in dem sie gleichzeitig fünf Basketbälle in Bewegung hält, schauten sich auf Youtube über 1,8 Millionen Menschen an.

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Strahlkraft auf der Bühne: Selyna Bogino wird die Bälle mit den Füßen jonglieren. © pv

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