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Lesend und lernend durchs Leben

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Von: red Redaktion

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Bad Nauheim (pm). Beim Lesecafé 2022 wurden nach der Corona-Pause 18 Lesepaten und Mentorinnen ausgezeichnet. Außerdem erhielten sieben Senioren- und Demenzbegleiterinnen und zwei Begleiter ihre Zertifikate. Bürgermeister Klaus Kreß überraschte bei der Feier im Erika-Pitzer-Zentrum Ingrid Schmidt-Schwabe mit der Vereinsmedaille der Stadt.

Die Ausbildung und Begleitung von Vorlesepaten, Leselernhelfern und Mentoren, Senioren- und Demenzbegleitern, sind Kernkompetenzen des Freiwilligenzentrums »Aktiv für Bad Nauheim« (FWZ). Initiatorin, unermüdlicher Motor und Ideengeberin für die zahlreichen Angebote ist seit der Gründung 2005 Ingrid Schmidt-Schwabe.

»Johannes Lenz hat mich gebeten, dieses Engagement zu würdigen und ihnen die Vereinsmedaille in Silber zu verleihen, was ich mit Hochachtung tue«, sagte Kreß. Das FWZ sei Schnittstelle zwischen Vereinen und Verbänden auf der einen sowie engagierten beziehungsweise einsatzwilligen Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite. Viele Impulse für das Vereinsleben seien von der rührigen Vorsitzenden ausgegangen: »Sie ist stets bereit, eines der kostbarsten Güter unserer Gesellschaft für andere zu opfern: ihre Zeit«, so das Stadtoberhaupt.

Schmidt-Schwabe, die gerade noch neue Mentorinnen für Lesepaten und die Senioren- und Demenzbegleiterinnen und -begleiter beglückwünscht hatte, war überrascht. »Ich wusste gar nicht, dass es so eine Medaille gibt.«

Beim Termin im Lesecafé reflektierte Kreß in seinem Grußwort auch darüber, dass Lesen eigentlich selbstverständlich sein sollte. »Doch die Schere zwischen der Mehrheit der Bevölkerung und den geschätzten vier Millionen Analphabeten klafft immer dramatischer auseinander.«

Schmid-Schwabe machte deutlich, dass Lesen nicht nur die Konzentration fördere und den Wortschatz erweitere, sondern auch das Vorstellungsvermögen und die Kreativität der Kinder. Neues Wissen helfe, die Welt zu verbessern, sagte sie. Vorlesen in der frühen Kindheit wie im Alter schaffe Nähe. Daher dankte sie den neuen und langjährigen Mentorinnen für ihren Einsatz in Bad Nauheimer Schulen. Ihr besonderer Dank galt der zweiten Vorsitzenden des FWZ, Heidrun Schröder-Höbbel, die mit Herzblut und großem Einsatz die Ausbildung der Leselernhelfer mit Marina Cerea für den Wetteraukreis angeregt und den Einsatz der Mentoren an den Schulen ins Leben gerufen habe.

Ruth Schroth, die sich zur Referentin der Stiftung Lesen ausbilden ließ und noch mit über 80 Jahren aktive Vorleserin ist, verabschiedete sie unter großem Applaus. Mit großem Dank verabschiedete sie auch Dr. Sigrid Timmermann-Küntzel, die als langjährige Projetleiterin für die Vorlesepaten in Seniorenheimen und als Ansprechpartnerin für die Lesescouts in Schulen im FWZ tätig war. Ihr Dank ging auch an die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei.

Valeska Burgers Pfleger der Seele

Großen Beifall bekam Valeska Burger für ihre Begleitung im Kurs der Senioren- und Demenzbegleiter. In 95 Unterrichtseinheiten lernten sie in Theorie und Praxis »Pflegerinnen und Pfleger der Seele« zu sein und ältere Menschen sowie deren pflegende Angehörige kompetent zu unterstützen. Nach der Ausbildung der Teilnehmer übernimmt Heidy Lang den Einsatz. Sie ist schon seit Beginn als diplomierte Pflegebegleiterin fürs Freiwilligenzentrum im Einsatz und leitet auch das Demenzcafé.

Als Dankeschön und Aufmunterung bot das Lesecafé diesmal passend zum Thema Gedichte von Hanna von Prosch aus ihrem Lyrikband »Mit Worten gemalt«. Sie nahm die Gäste mit auf Sehnsuchtsreisen, in das Kinderleben und in die Welt der Rosen.

Üerraschungsgast war eine Bad Nauheimer Hotelbesitzerin: Frau Oberingenieur Wilhelmine Stockfisch erzählte den Gästen nicht nur von der einen oder anderen pikanten Begegnung mit Prominenten sondern auch von Unsitten und ihrer Not mit dem Personal anno 1912. Dem missachtenden Blick auf die modernen Beinkleider der Damen von heute folgte ein »So etwas gab es damals nicht.«

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