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Melodien für den Frieden

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Von: Harald Schuchardt

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Die Wetterauer Band »The Caseys« eröffnet mit fetzigem Blues-Rock das Festival. © Loni Schuchardt

Bad Nauheim-Steinfurth (har). Das hatten sich die Macher des Benefiz-Musikfestes »Make Music not war« im Gartenhof Löw auch anders vorgestellt. Gleich fünf Bands wollten am Samstag im Laufe eines fünfstündigen Open-Air-Konzerts Spenden für die Aktion »Deutschland hilft« sammeln und auf diese Weise Menschen in der Ukraine und die vielen Flüchtlinge unterstützen.

Doch der Wintereinbruch mit fast zehn Zentimetern Schnee und Temperaturen um null Grad machte den Initiatoren um die Musiker der »Friday Night Session Crew«, die sich regelmäßig zum Musizieren im Gartenhof treffen, einen Strich durch die Rechnung.

So wurde aus dem Open-Air-Fest ein Scheunenkonzert, zu dem - angesichts der Wetterlage - doch überraschend viele Besucher gekommen waren, die die angewandte und seit Samstag nicht mehr verbindlich vorgeschriebene 3G-Regel begrüßten. »Wir sind so froh, dass ihr alle da seid«, freute sich Björn Dobner, einer der Session-Musiker, die mit ihren Bands auftraten.

Stones-Klassiker und Bowie-Song

Dobner dankte »Gastgeber« Christoph von Löw ebenso für die Unterstützung wie den vielen Helfern, Sponsoren und Musikern, die alle unentgeltlich auftraten. Den Auftakt des Festivals übernahmen »The Caseys«, eine Band aus der Wetterau, mit »Old School Rock«. Die Gruppe um Sänger und Blues-Harp-Virtuose Olaf Stellberger begeisterte mit fetzigem Blues ebenso wie mit einer blues-rockigen Version von Eric Claptons »I shot the Sheriff«. Wie wichtig der Band der Anlass des Konzerts war, zeigte sie am Ende ihres Auftritts mit dem Stones-Klassiker »Gimme Shelter«, in den Stellberger eine kurze Rede einbaute: »Das ist kein regionaler Krieg, dieser Krieg geht uns alle an.« Mit »Freude schöner Götterfunken«, gespielt auf der Blues-Harp, endete dieser emotionale Moment, der Gänsehaut verursachte und langen Beifall zur Folge hatte. Auch die sechs Musiker der Frankfurter »Smart Band« um das Front-Duo Samantha »Sam« Donath und Torsten Moses widmeten mit David Bowies »Heroes« einen Song den Menschen in der Ukraine, die unter den Kriegsfolgen leiden. Ansonsten sorgten die sechs Musiker mit Hits von den Ärzten über Amy Winehouse bis hin zu einer eigenen Version von Michael Jacksons »Billy Jean« für Partystimmung in der Scheune.

Dank der Technik-Crew von »KC Audio« aus Gründau, die ebenfalls ohne Gage tätig war, konnte schon nach kurzer Umbaupause das Trio »Pauli« mit Sängerin Pauline »Pauli« Conrad, Schlagzeuger Bernhard »Ben« Böttcher und erneut Olaf Stellberger - diesmal am Bass und als Background-Sänger - loslegen. »Poetgrunge« nennt die Sängerin und Gitarristin ihre selbst geschriebenen Songs wie »Mensch sein« oder »Schenk mir ein Lied«, die laut Pauli »bestens in diese Zeit passen«.

Richtig voll wurde es auf der Bühne beim Auftritt der »Mirsins«, einer siebenköpfigen Formation mit Hobby-Musikern aus Ober-Mörlen, die Klassiker von AC/DC ebenso in ihrem rockigen Repertoire haben, wie den Stones-Klassiker »Sympathy for the Devil« und den Ärzte-Hit »Schrei nach Liebe«.

Zu einem echten Heimspiel wurde das Finale mit der Steinfurther Formation R.A.T.S.. Die Band um Ronald und Tobias Agel überrascht mit einem breitgefächerten Repertoire vom CCR-Klassiker »Bad Moon rising« über »White Room« von Cream bis hin zum Metallica-Superhit »Nothing else matters«.

»Schade, dass wir nicht draußen spielen konnten, doch es ist ein tolles Fest«, sagte Jürgen Walter, Bassist der Caseys, im Verlauf des Abends. »Wir sammeln weiter für die Ukraine-Hilfe, auch am nächsten Freitag, da spielen die Caseys wieder hier,«

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