1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Bad Nauheim

Mit Kneipp’scher Lehre gegen Long Covid

Erstellt:

Von: red Redaktion

Kommentare

agl_Pawlik_140922_4c
Stephanie Amend (l.) und Lutz Ehnert berichten Natalie Pawlik über die fünf Kneipp-Säulen und das Angebot des hiesigen Kneipp-Vereins. © pv

Bad Nauheim (pm). Die Wetterauer SPD-Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik hat kürzlich den Kneipp-Verein Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen besucht und sich dabei mit dem Vorsitzenden Dr. Lutz Ehnert, zugleich Landesvorsitzender des Kneippverbands Hessen, und mit Stephanie Amend, Vorstandsmitglied des hiesigen Kneipp-Vereins, getroffen. Sie tauschten sich über die geplanten und die laufenden Projekte des Vereins aus.

Ehnert stellte Pawlik die präventiven Wirkprinzipien vor, die Sebastian Kneipp bereits in den 1850er Jahren unter dem Motto »Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern« entwickelt hatte. Die Therapie stütze sich auf die Kneipp-Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Pflanzen und Ordnung. Denn ein gesunder und ausgewogener Lebensstil habe entscheidenden Einfluss auf die Abwehrkräfte und das Immunsystem.

»Derzeit steht bei uns die Behandlung von Patienten mit Long-Covid-Symptomen nach dem bewährten Kneipp-Verfahren im Fokus«, verriet Ehnert, der hierzu auch konzeptionell gearbeitet hat. »Mit den Kneipp’schen Methoden konnten wir schon einigen Long-Covid-Patientinnen und -Patienten das Leben erleichtern. Manche Patientinnen und Patienten konnten wir sogar von Long Covid heilen. Das zeigt, wie wandelbar und anpassungsfähig die Methoden von Sebastian Kneipp sind. Auch bei neuen Erkrankungen und Pandemien können wir sie nutzbringend anwenden.«

Pawlik, die für die SPD-Fraktion im Bundestag das Gebiet Reha und Prävention im Rahmen des Sozialgesetzbuches III (SGB III) betreut, erläuterte: »Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer klagen bereits über chronische Erkrankungen und körperliche Beschwerden. Durch die Pandemie wurde das teilweise noch verstärkt. Denn die unvorbereitete, schnelle Umstellung auf das mobile Arbeiten hat in vielen Fällen zu einer Entgrenzung der Arbeit geführt. Überstunden, ständige Erreichbarkeit, Bewegungsmangel und keine Trennung von Privatleben und Berufsleben waren die Folge. All das kann Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben. Ich setze mich dafür ein, dass Arbeit nicht krank machen darf! Deshalb ist es mir ein großes politisches Anliegen, die präventive Gesundheitsförderung zu verbessern, um ein langes und gesundes Berufsleben zu ermöglichen und die Menschen anschließend fit in ihre wohlverdiente Rente zu schicken. In der Ampel-Koalition haben wir vereinbart, das Reha-Budget bedarfsgerecht auszugestalten und zusätzlich dazu den Ü45-Gesundheitscheck gesetzlich und flächendeckend zu verankern.«

Der Kneipp-Verein biete auch verschiedene Herzsport- und Gymnastikgruppen an, die von ausgebildeten Übungsleiterinnen und Übungsleitern begleitet werden, berichtete Stephanie Amend. Die Kurse würden mittlerweile wieder gut angenommen, die Nachfrage sei hoch. Die Pandemie habe die Teilnehmerzahlen für die Kurse des Kneipp-Vereins nur zeitweise sinken lassen.

Auch interessant

Kommentare