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Dieser und andere Bäume müssen weichen, um Lager- und Abstellflächen für die große Baustelle im Sprudelhof schaffen zu können. Diese Vorgehensweise wird von einigen Bürgern nicht akzeptiert.

Laubbäume beseitigt

Protest gegen »brutale Fällaktion« am Bad Nauheimer Sprudelhof

  • Bernd Klühs
    VonBernd Klühs
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Zur Attraktivität Bad Nauheims tragen tausende großer Bäume bei. Bürger beobachten Fällarbeiten deshalb stets mit Argusaugen, auch dieser Tage im Umfeld des Sprudelhofs. Proteste sind die Folge.

Am 19. November hatte der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) in einer Pressemitteilung eine Sperrung des Sprudelhofs angekündigt. Um die Baustelle für die geplanten umfassenden Sanierungs- und Umbauarbeiten in Badehäusern einrichten zu können, müssten Bäume beschnitten oder gefällt werden - auch im Umfeld des Jugendstil-Ensembles.

Mitte letzter Woche hat der LBIH in diesem Zusammenhang auch drei etwa 20 Jahre alte Laubbäume beseitigen lassen, die in der Nähe des Parkdecks standen. Weil sich der Sinn dieser Rodung für viele Bürger nicht erschließt, kommt es zu Protesten.

Scharfe Kritik an der Vorgehensweise des LBIH übt auch der UWG-Stadtverordnete Dr. Erik Meyer, der in der Nähe des Sprudelhofs wohnt. Er hatte sich nach der Fällaktion am Mittwoch an den Landesbetrieb gewandt und wertet die Antwort der Behörde als »ignorant, arrogant und unverschämt gegenüber den Bürgern und Besuchern Bad Nauheims«. Das Entfernen von großen, gesunden Bäumen, die noch rund 50 Jahren hätten leben können, um auf der Fläche »temporär Baumaterial zu lagern«, kann der Stadtverordnete nicht nachvollziehen. Das sei nun wirklich kein Beitrag zum Image Bad Nauheims als »grüne Stadt«, das vom Rathaus stets gepriesen werde.

Meyer sieht »Rücksichtslosigkeit«

Meyer regt sich zudem über die Einschätzung des LBIH auf, die Rückschnitt- und Rodungsarbeiten seien »behutsam und zurückhaltend abgewogen«. »Eher sind diese total überflüssigen Fällungen von groß gewachsenen, kräftigen und gesunden Bäumen wohl als brutal, rücksichtslos und klandestin exekutiert zu bezeichnen«, betont der Kommunalpolitiker von den Freien Wählern. Dieses Urteil werde von vielen Bürgern geteilt. Falls die Untere Naturschützbehörde den »frevlerischen Eingriff« gebilligt habe, müsse auch an deren Kompetenz gezweifelt werden.

Wie LBIH-Pressesprecher Alexander Hoffmann-Glassneck auf WZ-Anfrage bestätigt, seien alle Arbeiten mit der Naturschutzbehörde, der Denkmalschutzbehörde und der Stadtverwaltung abgestimmt worden. Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse im Sprudelhof müsse auch das direkte Umfeld des Gebäudeensembles als Lager- und Abstellfläche für die große Baustelle genutzt werden. Die Einrichtung der Baustelle soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

»Es wurden keine Bäume entfernt, die unter Natur- oder Denkmalschutz standen«, erklärt der LBIH-Pressesprecher weiter. Für alle gefällten Bäume seien Ersatzpflanzungen geplant.

Dieser Artikel stammt aus der Wetterauer Zeitung.

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