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Schwalbenfreunde ausgezeichnet

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Von: red Redaktion

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Bad Nauheim (pm). Gleich neun Schwalbennester sind am Haus der Familie Pilz in Nieder-Mörlen angebracht. Nicht nur sie erhielten nun vom ehrenamtlichen Umweltschutzberater Rudi Nein Plaketten und Urkunden vom NABU-Bundesverband überreicht. Er nannte das Engagement für den Tierschutz der ausgezeichneten Immobilienbesitzer beispielhaft.

Zwei Schwalbenarten kommen in der Wetterau vor: die Rauch- und die Mehlschwalbe. »Seit Jahren gehen die Bestände beider Arten merklich zurück«, sagt Nein, der sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Tiere einsetzt. Wohnungs-und Nahrungsnot seien unter anderem die Ursachen. »Waren die Rauchschwalben früher auf Bauernhöfen in den Viehställen häufige und gern gesehene Sommergäste so sind sie heute oft Gäste auf Wohnungssuche.« Dabei akzeptierten Schwalben nahezu alle Räumlichkeiten mit freiem Einflug.

Baumaterial fehlt

Die Mehlschwalben, die ihre Nester unter den Dächern an Wohnhäusern bauen, werden oft nach einer Hausrenovierung nicht mehr geduldet, weiß Nein. Zudem fehle es häufig an geeignetem Baumaterial. Der Insektenschwund mache es den Schwalben, Mauerseglern und Fledermäusen zusätzlich schwer. »Ihre Nahrungsquelle besteht ausschließlich aus Fluginsekten.«

Umso lobenswerter sei es, wenn die Nester nicht nur geduldet, sondern zusätzlich noch Kunstnester angeboten werden. »Ich freue mich wie ein Schneekönig, wenn ich im Sommer sehe, wie die Flugkünstler umherschwirren und ihre Brut versorgen.«

Ausgezeichnet hat Nein in Nieder-Mörlen die Familien Pilz und Möbs (für gleich zwei Immobilien), die Bio-Rosenschule Ruf in Steinfurth sowie die Bewirtschafter des Bioland-Gemüsehofs in Steinfurth, Theo Bloem und Betty Bootsman. »Eines haben alle ausgezeichneten Familien gemeinsam, nämlich die Liebe und die Freude an den Schwalben. Hier redet niemand von Dreck und Ärger wegen der Schwalben«, lobte Nein. Sie säubere einmal in der Woche den Sockel unter den Nestern, berichtete Manuela Pilz. »Wir brauchen keine Kotbretter am Haus.« Auch Hausrotschwänzchen, Sperlinge und Amseln seien hier gerne gesehen.

Das Entfernen von Schwalbennestern ist übrigens streng verboten, auch im Winter. In Bad Nauheim steht die Stadtspitze hinter den Aktivitäten von Rudi Nein. So erhält er bei Bedarf kostenlose Hilfe durch die Feuerwehr, den Bauhof oder die Stadtwerke, um mit deren technischem Gerät die Bürger in Sachen Schwalbenschutz zu unterstützen.

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