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Seit 100 Jahren bereichernd

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Von: Annette Hausmanns

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Der Gesangverein Frohsinn singt beim Festkommers im Pfarrheim anlässlich seines 100. Geburtstages unter der Leitung seines Dirigenten Sebastian Witzel. © Annette Hausmanns

Bad Nauheim-Nieder-Mörlen (hau). »Musik bedeutet, aufeinander zu hören, den richtigen Ton zu treffen und den Takt zu finden.« Diese kurze Formel könne als Blaupause für die Gesellschaft dienen, stellte Landrat Jan Weckler fest, als er am Samstagabend als Schirmherr beim Festkommers dem Gesangverein Frohsinn Nieder-Mörlen zu dessen 100-jährigem Bestehen gratulierte.

Weckler dankte den Menschen, die den Verein über 100 Jahre trugen, wünschte Glück für die Zukunft und dass sich der Chor seinen Frohsinn bewahren möge.

Davon legte der Jubiläumsverein beim akademischen Abend Zeugnis ab. Zwischen Grußworten von Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft, beeindruckenden Rückblenden und Ehrungen langjähriger aktiver und fördernder Mitglieder blieb Raum für eine geistreiche Moderation durch Robert Garmeister und für mitreißende musikalische Akzente durch den Frohsinn-Chor und sein inzwischen flügges »Kind«, den Chor Intermezzo.

Erinnerung an Helmut Haub

»Musik ist mein Leben« sangen sinnträchtig die Gastgeber um ihren Dirigenten Sebastian Witzel, mit »And so it goes« schlug der Intermezzo um Dirigentin Annette Jahr feine leise Töne an, und gemeinsam sorgten alle - im großen Kreis um den Saal stehend - mit der Abschiedshymne »Als Freunde kamen wir« für ein Gänsehautfinale.

Der Jubelverein könne stolz auf seine Geschichte zurückblicken, bescheinigte Heike Leander, Vorsitzende des Hausberg-Wettertal-Sängerbundes, einem »weit über die Grenzen hinaus bekannten« Chor. Das Jubiläum möge dem Frohsinn Schwung geben, zumal nach zwei Jahren Pandemie. Als »Meilensteine« bezeichnete Leander das Wirken von Robert Philipp, der über 43 Jahre als Vorsitzender den Chor prägte, davon 40 Jahre an der Seite von Dirigent Helmut Haub, der den Chor 50 Jahre lang geleitet hatte. »Helmut wäre heute Abend sehr stolz auf euch«, unterstrich Leander in Erinnerung an den vor Kurzem verstorbenen Chorleiter. An die Politik appellierte sie, nie als selbstverständlich hinzunehmen, was die Chöre in der Gesellschaft leisteten.

Bad Nauheims Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow, Bürgermeister Klaus Kreß und Ortsvorsteher Matthias Lüder-Weckler fügten ihren Glückwünschen für den Jubiläumsverein, ihrem Re-spekt und Dank ihre Überzeugung hinzu, dass »das kulturelle Leben in der Stadt ohne den Frohsinn-Chor viel ärmer wäre« (Kreß), dass der junge Dirigent »Sebastian Witzel ein Glücksgriff« sei (Lüder-Weckler) und »die Chöre in der Stadt immer gefragt« seien (von Massow).

Ehrenvorsitz für Robert Philipp

Die »Bereicherung des dörflichen Lebens« durch den Gesangverein Frohsinn führte Vereinsring-Vorsitzender Georg Kipp vor Augen und gratulierte im Namen der Ortsvereine. Gemeinsam traten Nieder-Mörlens evangelische Pfarrerin Heike Thilo und Mörlens katholischer Pfarrer Ryszard Strojek vor die Sängerschar, um dem Chor zum 100. Geburtstag beziehungsweise - augenzwinkernd frei nach Luther - zu »200 Jahre Beten« zu gratulieren, habe der Reformator doch einst festgestellt: »Wer singt, betet doppelt.«

Moderator Robert Garmeister war durch das Studium der »außerordentlich beeindruckenden« Chronik zu dem Schluss gekommen, dass der Chor Kraft und Frohsinn gegeben und identitätsstiftend gewirkt habe: »Sie sind der soziale Kitt der Gesellschaft, ohne Sie wäre die Welt ärmer.«

Im Namen des Chores Intermezzo dankte Martin Pfaff für die »Geburtshilfe« und die Begleitung des zunächst als »Auffangbecken« für die Mörler Spatzen eingerichteten jungen Chores im Gesangverein. »Eine richtig gute Idee«, fügte Pfaff hinzu.

Auf 100 Jahre Chorgesang in Nieder-Mörlen blickte Frohsinn-Vorsitzende Gudrun Mahr in ihrer heiteren Festrede zurück, und aus seiner Zeit als Vorsitzender hatte Robert Philipp ein schillerndes Potpourri aus Höhepunkten bei Chorfesten und -fahrten zusammengestellt. Mit stehenden Ovationen dankte ihm der Saal, und auch der nun urkundlich an Robert Philipp verliehene Ehrenvorsitz löste lang anhaltenden Beifall aus.

Ehrungen, Termine und eine Festschrift

Großen Beifall gab es beim Festkommers des Gesangvereins Frohsinn für die Auszeichnung des 100-jährigen Amateurchores mit der Zelter-Plakette, die traditionell der Landrat im Namen des Bundespräsidenten übernimmt. Dass die Plakette trotz langen Vorlaufs nicht rechtzeitig den Weg an die Usa gefunden hatte, tat der würdevollen Geste von Jan Weckler an Vorsitzende Gudrun Mahr und den Ehrenvorsitzenden Robert Philipp keinen Abbruch. Urkunden, Glückwünsche und Geschenke vom Deutschen Chorverband, vom Hessischen Sängerbund und vom Hausberg-Wettertal-Sängerbund überreichte HWS-Vorsitzende Heike Leander. Den Festkommers nutzten Leander, Mahr und deren Stellvertreter Sebastian Witzel auch für Ehrungen: bei den Aktiven für 25 Jahre Ingried Jekel, für 40 Jahre Rosel Braun, Anni Hartmann, Christine Hintermüller, Angelika König, Regina Müller, Nora Philipp, Waltrud Radlinger, Christa Schlitz und Stefanie Schlitz sowie für 60 Jahre Norbert Philipp. Der Jubelverein dankte außerdem seinen treuen Förderern: für 25 Jahre Josef Schätzle, für 40 Jahre Kurt Braun, Richard Daus, Andreas Heil, Walter Heß, Manfred Jekel, Johann Ottenschläger, Gabriele Philipp, Klaus Richter, Horst Risch, Ursula Schweitzer und Ursula Witzel, für 50 Jahre Karl Hirzmann und für 60 Jahre Erich Schlitz, Reinhold Schweitzer und Bernd Witzel. Zum Ehrenmitglied wurde Christina Thyssen in Anerkennung ihrer langjährigen Vorstandstätigkeit als aktives Mitglied ernannt. Die Festschrift »100 Jahre Chorgesang in Nieder-Mörlen«, zusammengestellt von Schriftführer Robert Winkler, ist erhältlich beim Chor. Chorproben finden freitags um 18 Uhr in der Alten Schule statt. Termine im Jubiläumsjahr: Am Sonntag, 15. Mai, findet ein ökumenischer Festgottesdienst in der katholischen Kirche statt, am Sonntag, 10. Juli, gibt es Klangstationen im Dorf, am Samstag, 22. Oktober, beginnt um 19 Uhr ein Festkonzert in der katholischen Kirche mit dem Blasorchester Nieder-Mörlen.

Großen Beifall gab es beim Festkommers des Gesangvereins Frohsinn für die Auszeichnung des 100-jährigen Amateurchores mit der Zelter-Plakette, die traditionell der Landrat im Namen des Bundespräsidenten übernimmt. Dass die Plakette trotz langen Vorlaufs nicht rechtzeitig den Weg an die Usa gefunden hatte, tat der würdevollen Geste von Jan Weckler an Vorsitzende Gudrun Mahr und den Ehrenvorsitzenden Robert Philipp keinen Abbruch. Urkunden, Glückwünsche und Geschenke vom Deutschen Chorverband, vom Hessischen Sängerbund und vom Hausberg-Wettertal-Sängerbund überreichte HWS-Vorsitzende Heike Leander. Den Festkommers nutzten Leander, Mahr und deren Stellvertreter Sebastian Witzel auch für Ehrungen: bei den Aktiven für 25 Jahre Ingried Jekel, für 40 Jahre Rosel Braun, Anni Hartmann, Christine Hintermüller, Angelika König, Regina Müller, Nora Philipp, Waltrud Radlinger, Christa Schlitz und Stefanie Schlitz sowie für 60 Jahre Norbert Philipp. Der Jubelverein dankte außerdem seinen treuen Förderern: für 25 Jahre Josef Schätzle, für 40 Jahre Kurt Braun, Richard Daus, Andreas Heil, Walter Heß, Manfred Jekel, Johann Ottenschläger, Gabriele Philipp, Klaus Richter, Horst Risch, Ursula Schweitzer und Ursula Witzel, für 50 Jahre Karl Hirzmann und für 60 Jahre Erich Schlitz, Reinhold Schweitzer und Bernd Witzel. Zum Ehrenmitglied wurde Christina Thyssen in Anerkennung ihrer langjährigen Vorstandstätigkeit als aktives Mitglied ernannt. Die Festschrift »100 Jahre Chorgesang in Nieder-Mörlen«, zusammengestellt von Schriftführer Robert Winkler, ist erhältlich beim Chor. Chorproben finden freitags um 18 Uhr in der Alten Schule statt. Termine im Jubiläumsjahr: Am Sonntag, 15. Mai, findet ein ökumenischer Festgottesdienst in der katholischen Kirche statt, am Sonntag, 10. Juli, gibt es Klangstationen im Dorf, am Samstag, 22. Oktober, beginnt um 19 Uhr ein Festkonzert in der katholischen Kirche mit dem Blasorchester Nieder-Mörlen. hau

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