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Bad Nauheim deutschlandweit auf Rang acht der smartesten Städte

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Von: red Redaktion

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In Hessen auf Platz zwei, in Deutschland auf Rang acht: Bad Nauheim kann sich als smarte City sehen lassen. Was steckt hinter den Platzierungen?

Bad Nauheim - In der Liste der smartesten Städte Deutschlands belegt Bad Nauheim Platz 8. Die Unternehmensberatung Haselhorst untersucht den Digitalisierungsgrad deutscher Städte. Bad Nauheim ist nach 2021 bereits zum zweiten Mal unter den zehn smartesten Städten im Bundesvergleich - vor zahlreichen Großstädten.

„Ein effizienterer Ressourceneinsatz und intelligentere Entscheidungen sind in vielen Bereichen nur noch durch den Einsatz smarter Technologien möglich. Daher ist es für uns alternativlos, dort digital zu denken, wo uns Technologie besser macht“, konstatiert Matthias Wieliki, der als Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung im Jahr 2018 einen konzernumfassenden Strategieprozess initiiert hat, in einer Pressemitteilung der Stadt.

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Smarte Lösungen können auch in der Fußgängerzone von Nutzen sein - etwa wenn Klimasensoren zum Einsatz kommen oder wenn man die Besuchsfrequenz messen kann. © pv

Aufenthaltsqualität in Bad Nauheim: WLAN in der City und eigenes Glasfasernetz

„Innenstadt-WLAN, eigenes Glasfasernetz, LoRaWan-Netz (ein energieeffizientes und reichweitenstarkes Funknetz): Bad Nauheim hat investiert und damit eine gute Grundlage geschaffen, um smarte Lösungen einzuführen“, heißt es im Schreiben aus dem Rathaus. Im „Konzern Stadt“ seien deshalb mit den Fachbereichen und den Tochtergesellschaften eine gemeinsame Richtung und konkrete Maßnahmen in einer „Digitalen Agenda“ festgelegt worden. Die Stadtwerke übernähmen dabei eine Schlüsselrolle. „Durch Glasfaserausbau und die Schaffung von smarter Infrastruktur erschließen wir nicht nur neue Geschäftsfelder, sondern machen uns auch in den klassischen Produkten besser und zukunftsfähig“, erläutert Geschäftsführer Dr. Thorsten Reichel,

Bad Nauheim werde nicht zum Selbstzweck smart, sondern um Bedürfnisse von Anspruchsgruppen zu erfüllen, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Aktuelles Beispiel sei die Bedeutung der Innenstadt für die Aufenthaltsqualität. Der hohe Transformationsdruck auf die Innenstädte sei eine zentrale Herausforderung in Bad Nauheim. „Neue Nutzungsmuster der Menschen, wachsender Online-Handel, lokale Auswirkungen der globalen Erwärmung sowie neue Gefahrenszenarien wirken. Gleichzeitig gewinnen Freiflächen, Parks und Begegnungsräume an Bedeutung. Um die Aufenthaltsqualität zu sichern, müssen evidenzbasiert bessere Entscheidungen getroffen und Ressourcen eingesetzt werden.“

Bad Nauheim: Sensoren erkennen Bodenfeuchtigkeit

Was heißt das konkret? „Flächendeckend verbaute Verkehrssensoren liefern belastbare Entscheidungsgrundlagen zu Standorten von Mobilitätsknotenpunkten und der Wirkungsmessung verkehrssteuernder Maßnahmen. Die Besuchsfrequenz von Park und Fußgängerzone kann live über ein Smart-City-Dashboard online sowie auf Displays im Stadtgebiet eingesehen werden. Diese Information dient, neben smarten Abfallbehältern, der optimierten Abfallentsorgung und Stadtreinigung.“ Ein anderes Beispiel ist das Thema Lärm: „Intelligente Geräuschsensorik ermöglicht den gezielten Einsatz der Hilfspolizei, bevor Lärmbeschwerden oder Vandalismusschäden entstehen.“

Nicht nur angesichts des trockenen Sommers 2022 spielt ein anderer Aspekt ebenfalls eine große Rolle: „Über Bodenfeuchtigkeitssensoren wird die Bewässerung der Grünflächen durch das Einbinden intelligent gesteuerter Zisternensysteme nachhaltiger gestaltet. Klimasensoren in der Fußgängerzone geben einen Überblick zu Mikroklima und Luftqualität. Sie messen die Feinstaubbelastung und sind ein wichtiger Live-Indikator zur Wirkungsweise der, in der städtischen Nachhaltigkeitsstrategie ‚Ein Donut für Bad Nauheim‘ definierten, Maßnahmen, z. B. zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Verbrauchszählersensoren sollen in den städtischen Liegenschaften ein Steuerungstool aufgrund der Energiekrise darstellen und die Einsparung von Ressourcen optimieren.“

Smart City: Eine Million Euro für smartes Steuern in Bad Nauheim

Insgesamt werde rund eine Million Euro investiert, um bei Verkehr und Mobilität, Klima und Nachhaltigkeit, Sicherheit sowie Stadtbild und Sauberkeit smart zu steuern. Das Projekt wird von 2022 bis 2024 vom Land Hessen durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm „Starke Heimat Hessen“ gefördert.

Hessenweit landet Bad Nauheim in der Smart-City-Studie der Unternehmensberatung Haselhorst Associates auf Platz zwei der smartesten Städte - hinter Darmstadt. Das Beratungshaus mit Sitz in Starnberg listet seit 2018 sämtliche Kommunen mit über 30 000 Einwohnern anhand ihres Digitalisierungsgrades; das aktuelle Ranking umfasst insgesamt 407 Städte.

Bad Nauheim in Deutschlands Top Ten - Digitalisierung in Innenstädten untersucht

Hier die „Top Ten“ in Deutschland: Hamburg: 47,4 Prozent, München: 46,2 Prozent, Köln: 45,8, Wolfsburg: 43,0, Gelsenkirchen: 42,5, Darmstadt: 40,5, Mannheim: 38,5, Bad Nauheim: 37,6, Berlin: 36,8 und Norderstedt: 36,3. Wie die ALIVE Communication GmbH mitteilt, hat Haselhorst Associates für die Studie die Städte anhand von insgesamt zehn Smart-City-Bereichen untersucht: Strategie und Umsetzung, Digitale Infrastruktur, Digitale Mobilität, Digitale Energie und Umwelt, Digitale Gebäude und Quartiere, Digitale Gesundheit, Digitale Bildung, Digitale Verwaltung, Digitale Wirtschaft und Handel und Digitaler Tourismus.

Auf Basis der Einzelergebnisse ergibt sich schließlich ein Digitalisierungsgrad, anhand dessen die Kommunen im Ranking sortiert sind. Grundlage der Erhebung bilden insgesamt über 32 500 Datensätze, die sich sowohl aus quantitativen Daten, als auch aus einer qualitativen Bewertung der öffentlich sichtbaren Smart-City-Initiativen der Kommunen zusammensetzen. Bad Nauheim hat vor allem Stärken im Bereich Strategie und Umsetzung (88 Prozent) und Digitale Infrastruktur (77 Prozent). Auf Rang drei von zehn Kriterien steht mit 34 Prozent Digitale Wirtschaft und Handel. (red)

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