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Sprudelhof in Bad Nauheim: Schweigen hinterm Bauzaun

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Von: Hanna von Prosch

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Wie lange wohl können Besucher noch über die Brüstung beim Baustellenschild an der Ludwigstraße in das Baustellenareal Sprudelhof blicken? Und wann kommen aktuelle Sichtfenster, Info-Boxen, Tafeln? © Hanna von Prosch

Was hinter dem Bauzaun der Großbaustelle Sprudelhof in Bad Nauheim passiert, können Einheimische und Gäste nur ahnen. Nun soll sich was bei der Kommunikation bewegen.

Ausdrücklichen Dank für eine aufschlussreiche und professionelle Führung der Mitglieder der Bürgerinitiative über die Großbaustelle des Bad Nauheimer Sprudelhofs sprach Dr. Erik Meyer der Projektleiterin Melanie Hampl vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) vergangene Woche aus. Das hatte wenige Tage zuvor noch ganz anders geklungen. Meyer und die Bürgerinitiative (BI) »Rettet den Sprudelhof« beklagten sich per E-Mail an Hampl bitter darüber, dass sie sich offensichtlich nicht veranlasst sähe, »endlich mit einer adäquaten und absolut notwendigen Informations- und Öffentlichkeitsarbeit über die Baumaßnahmen im Sprudelhof zu beginnen«. Sie sei auch auf ihre eigenen Vorschläge wie Info-Box und Baustellenführungen noch nicht eingegangen.

Meyer sprach von Bunkermentalität des LBIH und einem dauerhaften Imageschaden für Bad Nauheim. In der E-Mail vom 18. Juli, die der Redaktion vorliegt, fragt er wörtlich: »Soll das eigentlich die nächsten sechs Jahre so weitergehen?« Am 20. Juli informierte dann Melanie Hampl Meyer per E-Mail, dass am 21. Juli eine Baustellenführung mit ausführlichen Informationen für die Gästeführer stattfinde. Im Gespräch mit der WZ hofft die Projektleiterin nun, dass damit auch die öffentlichen Bürgerführungen angestoßen werden. Am 26. Juli waren dann auch die Mitglieder der Bürgerinitiative zur Führung eingeladen, was zu dem genannten Dank und dem Lob Meyers führte.

Kunstprojekt

am Bauzaun geplant

Die WZ erfuhr bei eigenen Recherchen, dass ein Informationskonzept zwischen dem LBIH und der Stiftung Sprudelhof mit dem Kuratorium vereinbart worden sei. Die Informationspolitik liege ausschließlich in deren Händen. Melanie Hampl begründete das lange Schweigen damit, dass durch Corona erst jetzt die Gästeführer zusammenkommen konnten, das Ganze Vorlauf und Abstimmungen benötige. Es brauche eben alles sehr lange, weil so viele kleine und knifflige Arbeiten in dieser Riesenbaustelle zu bewerten, zu begutachten und zu planen seien.

Außerdem sei zu Ostern ein Schul-Kunstprojekt zur Bauzaungestaltung zur Parkseite hin angestoßen worden. Nach den Ferien werde es zum Projektstart ein Treffen geben. Später sollen die Entwürfe der Stadt und der Stiftung vorgestellt werden. Um Weihnachten herum sollte das Kunstprojekt umgesetzt, angebracht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Pressesprecher räumt Versäumnisse ein

Während die Projektleiterin des Landesbetriebs erst informieren möchte, wenn Ergebnisse vorliegen, und die fehlende Kommunikation mit noch nicht Greifbarem begründet, räumt der Pressesprecher des LBIH, Alexander Hoffmann-Glassneck, Versäumnisse ein: »Ich möchte immer eine positive Resonanz erzeugen und zum Beispiel vom Schulwettbewerb Zusagen präsentieren. Jetzt können wir sagen, es machen fast alle Bad Nauheimer Schulen mit. Aber es ist richtig, wir hätten die Bevölkerung in einigen Punkten früher mitnehmen können.«

Er gab im Telefongespräch auch zu, dass die Presse bei der Baustellenführung durchaus hätte dabei sein können. Aber sie war nicht eingeladen. Eine eigene Führung soll kurzfristig stattfinden.

In ihrer Antwort an Meyer sagte Hampl auch zu, dass Sichtfenster im Bauzaun entstehen und in Zukunft bebilderte Tafeln die aktuelle Situation darstellen sollen. Außerdem könne man jetzt im Rohbau des Badehauses 5 (Krankenpflegeakademie) etwas zeigen. Konkrete Termine nannte sie keine. Noch vor einem Jahr sprach Stiftungs-Chef Frank Thielmann übrigens davon, dass diese im August 2022 fertig werde.

Thema Dauerbeleuchtung

Der Stadtverordnete Dr. Erik Meyer hatte den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) darauf hingewiesen, dass es bei der aktuellen Energiesparsituation ein Unding sei, die riesigen Scheinwerfer am Baustellenschild und den Containern trotz heller Abende von 18 bis 9 Uhr früh leuchten zu lassen. Zitat aus seiner E-Mail: »Ein weiteres Beispiel für die beispiellose Ignoranz bei dem Management der Baustelle.« Die Dauerbeleuchtung des Baustellenareals rechtfertigte das LBIH mit der »Maßgabe der Sicherheit, auch unter dem Aspekt der energetischen Vertretbarkeit« und dankte für den Hinweis.

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