1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis
  4. Bad Nauheim

Stolz auf das Engagement

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

agl_Runder_Tisch_230422_4c
Zeigen sich angetan von der neuen Begegnungsstätte für ukrainische Flüchtlinge: die Mitglieder des runden Tisches beim Ortstermin mit Erstem Stadtrat Peter Krank (hinten 5. v. l.) und Flüchtlingskoordinator Aydin Yilmaz (vorne r.). © pv

Bad Nauheim (pm). Die Besichtigung der neu eingerichteten Begegnungsstätte für ukrainische Geflüchtete »An der Birkenkaute« 6 stand im Mittelpunkt des zweiten Treffens des runden Tisches Flüchtlingshilfe, zu dem sich 30 Vertreter sozialer, karitativer und kirchlicher Organisationen und Verbände am Mittwochabend trafen.

Die Begrüßung verband Erster Stadtrat und Sozialdezernent Peter Krank mit seinem herzlichen Dank an die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. »Gemeinsam haben wir in Bad Nauheim bereits eine Vielzahl von Angeboten für ukrainische Geflüchtete umgesetzt bzw. in Angriff genommen, von Sprachkursen über die Vermittlung von privatem Wohnraum und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bis hin zu muttersprachlicher psychosozialer Betreuung. Ich bin stolz auf das Engagement unserer Bürger/innen und Institutionen«, betonte er.

Hürden wegen Heizung und Wasser

Zusammen mit Flüchtlingskoordinator Aydin Yilmaz führte Krank die Mitglieder des runden Tisches durch das weitläufige mehrteilige Gebäude, das nach langjähriger Büronutzung zuletzt leer gestanden hatte und der Stadt Bad Nauheim nun bis Ende 2022 zur Verfügung gestellt wurde. »Aydin Yilmaz, unser Bauhof und das Team von dem Deutschen Roten Kreuz haben in den letzten Wochen fantastische Arbeit geleistet«, lobte Krank.

Yilmaz machte an markanten Details die Problematik der Wiederertüchtigung eines eigentlich zum Abriss vorgesehenen Gebäudes deutlich. »Während des zweijährigen Leerstands war das Wasser natürlich abgestellt. Wir haben die Leitung reaktiviert und hatten prompt einen heftigen Wasserrohrbruch - und Ersatzrohre desselben Typs waren nicht mehr zu beschaffen«, berichtete er. Auch für die Heizung fehlten wichtige Ersatzteile, weshalb man nun vorläufig auf eine andere Heizmethode umgestiegen ist.

Kreativität sorgt für Privatsphäre

Die Besucher zeigten sich sehr angetan von den frisch gestrichenen, hellen und freundlichen Räumen, die mit zwischen vier und acht Betten ausgestattet sind und je nach Größe der Gruppen oder Familienverbände unterteilt werden können. Zur Schaffung von Privatsphäre wurden die großen Fensterfronten der einstigen Büroräume kurzerhand weiß gestrichen - »eine kreative, kostengünstige und effiziente Maßnahme unseres Bauhofs«, hob Krank hervor.

Knapp 100 Betten wurden im vorderen Trakt des Komplexes aufgestellt, Platz für zusätzliche 50 Betten wäre in weiteren Gebäudeteilen vorhanden. Mit Bettwäsche, Handtüchern, Geschirr, Besteck, Gläsern und Küchengerät bestückt wurde die Einrichtung durch den Verein Interkulturelle Kompetenz und Integration (IKI e. V.), der seit viereinhalb Jahren im ehemaligen Sportheim das Secondhand-Kaufhaus Bad Nauheim betreibt.

»Wir wollen die räumlichen Möglichkeiten, die uns dieser Komplex bietet, gerne nutzen und haben die Einrichtung als Begegnungsstätte konzipiert«, erläuterte Peter Krank unter Verweis auf großzügig dimensionierte Gemeinschaftsräume, die für Geselligkeiten, aber auch für Sprachunterricht und Kinderbetreuung genutzt werden können. Die Betreuung des Gebäudes übernimmt das Deutsche Rote Kreuz, das dort für diesen Zweck ein eigenes Büro unterhalten wird.

Zum nächsten Treffen des runden Tisches wird Krank voraussichtlich Ende Mai/Anfang Juni einladen.

Auch interessant

Kommentare