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Tradition trifft Moderne

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Vorstandsmitglied Hendrik Becker (2. v. l.) und Jagdclub-Mitglieder üben sich im Umgang mit der Drohne. © Red

Bad Nauheim (pm). Das heimische Rehwild zählt zu den häufigsten Wildarten in unserer Kulturlandschaft. Im Mai und Juni setzen die Muttertiere bis zu drei Kitze und legen diese oft im hohen Gras ab. Dort findet der Nachwuchs Schutz vor Gefahren wie Fuchs, Wildschwein oder auch frei laufenden Hunden.

Die Tatsache, dass die erste Grünlandmahd zur Erwirtschaftung von Fütterungsvorräten für landwirtschaftliche Nutztiere genau in diese Zeit fällt, stellt sowohl Landwirte als auch Jäger vor Herausforderungen. Die Kitze vor schweren Verletzungen oder gar Tod zu bewahren, ist das gemeinsame Ziel der Kitzrettung.

So werden es immer mehr Landwirte und Jäger, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlen und gemeinsam abgelegte Rehkitze in Wiesen vor dem Mähen aufspüren. In der Vergangenheit geschah dies in den meisten Fällen durch das Absuchen mit dem Jagdhund oder durch das Bilden einer Personenkette, die die Fläche durchstreift. In den letzten Jahren hat sich auch der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik im Bereich der Rehkitzsuche etabliert. Dieses Verfahren bietet Landwirten und Jagdpächtern die Möglichkeit, zeitsparend und effektiv ihrer tierschutzrechtlichen Verantwortung gegenüber dem Wild nachzukommen. Außerdem hat auch jeder Landwirt selbstverständlich ein ökonomisches Interesse daran, in Heuballen oder in der Grassilage Tierkadaver von Hase oder Reh zu haben, die sein hochwertiges Tierfutter verderben.

Vor diesem Hintergrund wurde Vorstandsmitglied Hendrik Becker bereits im vergangenen Jahr aktiv und regte den Kauf einer geeigneten Drohne sowie die erforderliche Qualifizierung von Vereinsmitgliedern an. Für die Einweisung trafen sich Mitglieder und Hundeführer des Jagd-Clubs Bad Nauheim Mitte April im Niederwildrevier des Revierpächters Roman Lack in Friedberg. Ziel war es, die Funktionalitäten einer eigens für die Kitzrettung angeschafften Drohne zu testen. Zuvor absolvierten die Drohnenpiloten einen Online-Kurs nebst Prüfung beim zuständigen Luftfahrt-Bundesamt.

Praxisnah konnten verschiedene Felder und Grasflächen abgeflogen werden. Mithilfe der Wärmebildkamera und einem Monitor, der sich auf der Fernbedienung des Drohnensystems befindet, konnten Temperaturdifferenzen zwischen verschiedenen Wildtieren und dem Erdboden sichtbar gemacht werden.

Neben der neu erworbenen Drohne stehen dem Drohnenteam des Jagd-Clubs Bad Nauheim mehrere ausgebildete Jagdhunde zum klassischen Absuchen der Wiesenflächen zur Verfügung. Diese sich ergänzende Kombination aus Hundenase und moderner Technik lassen die Überlebenschancen der Rehkitze deutlich steigen. Die entsprechenden Erfahrungen während der Mahd in den vergangenen Monaten unterstreichen dies eindeutig - auch wenn leider nicht immer alle Rehkitze dadurch vor dem Mähtod bewahrt werden konnten.

Interessierte Landwirte im Wetteraukreis können sich in Absprache mit den Forstämtern bzw. Jagdpächtern unter folgender E-Mail-Adresse an das Drohnenteam des Jagd-Clubs Bad Nauheim wenden: kitzrettung@jagdclub-badnauheim.de

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