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Ulf Blanck und die »Drei ??? Kids«: Einmal »live« in Rocky Beach

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Erfolgsautor Ulf Blanck signiert für den zehnjährigen Finn nach der Lesung in der Stadtbücherei eines der beliebten Bücher aus der Reihe »Drei ??? Kids«. FOTOS: IHM © Petra Ihm-Fahle

Lesen macht Spaß! Das gilt vor allem, wenn das Buch so unterhaltsam wie die Reihe »Drei ??? Kids« ist. Der Verfasser Ulf Blanck gastiert in der ausverkauften Bad Neuheimer Stadtbücherei.

Ein Abenteuer nach dem anderen erleben die »Drei ??? Kids« aus Rocky Beach. Zahlreiche Bände erschienen bereits im Kosmos Verlag - nun kam es zu einem gelungenen Live-Erlebnis. Vor 40 Personen las Autor Ulf Blanck jüngst aus dem Buch »Schrottplatz in Gefahr« in der Stadtbücherei Bad Nauheim. Den Rahmen bot das Lesefestival des Wetteraukreises, das auch mit vielen anderen Lesungen aufwartete.

Kinder kennen sich bestes aus

Gut gelaunt begrüßte der Erfolgsautor, der in der Nähe von Hamburg lebt, die Zuhörerinnen und Zuhörer. »Toll, dass so viele da sind - und das bei dem sommerlichen Wetter«, strahlte er. Schon schlug er die Brücke zu seinen jungen Buchhelden aus Rocky Beach, denn dort scheint die Sonne immer. Wer sich vorstellen möchte, wie es dort aussieht, schaue sich Bilder der US-amerikanischen Stadt Topanga Beach an. Mitunter wird laut Blanck kolportiert, dass dieser Ort als Vorbild dient. Auf Google Maps ist das fiktive Rocky Beach übrigens auch eingetragen.

»Ich freue mich, dass ich wieder unterwegs sein kann und nicht so alleine zu Hause schreiben muss«, bekannte er. Während seiner Lesung erzählte er viel, unterhielt sich mit den Kindern und ließ sie Rätsel lösen. Das junge Publikum, aber auch einige ältere und erwachsene Fans machten aufgeschlossen mit.

Mit den Bänden gealtert

Als Blanck die erste Frage stellte - »Wer kennt denn die ›Drei ??? Kids‹?« - gingen sämtliche Hände hoch. Bekannt waren früher vor allem die »Drei ???« als Teenager, die es bereits seit den 60 Jahren gibt. Die drei Helden waren zunächst etwa zwölf Jahre alt und alterten mit den Bänden, bis sie bei 16, 17 Jahren stehen blieben und sogar schon Auto fahren. Blancks Buchhelden, die »Kids«, sind und bleiben dagegen zehn Jahre alt. »Das ist das Tolle an Büchern, dass man sich ausdenken kann, was man will. Und auch lesen kann man, was man will«, sagte der Autor.

Gekonnt lockerte er die Stimmung auf. »Was ist denn das Lieblingsessen von Justus Jonas?«, hakte er nach. »Kirschkuchen!«, tönte es zurück. Wie die Detektive heißen - auch das wussten alle: Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews.

Für die Kinder gab es zudem Gelegenheit, Dinge zu klären, die sie schon lange wissen wollten. Ein Junge sprach die Farben der Fragezeichen an. Justus hat das weiße, Peter das blaue und Bob das rote Fragezeichen. Ihre Namen werden stets in der Reihenfolge Justus, Peter und Bob aufgezählt - aber das Symbol auf dem Buchcover zeigt die Farben in der Reihenfolge Weiß-Rot-bBlau.

Koffer mit Detektivutensilien

»Wieso ist das so?«, erkundigte sich der Junge. Blanck gab ihm recht und erklärte, woran es liegt: An der Dauer, die die Buchreihe der »Drei ???« schon besteht, und an der Anzahl der Buchautoren. »Über solch einen langen Zeitraum ändert sich immer mal was«, räumte er ein. Blanck packte einige Detektivutensilien aus einem Koffer aus. Fingerabdruckpulver etwa, mit dem er nun die Abdrücke von einer chinesischen Vase abnahm.

Auch ein Notizbuch sei für einen Detektiv wichtig, um sich beispielsweise ein Autokennzeichen zu merken. Das Wichtigste an einer spannenden Geschichte sei aber ein Fall. »Erst mal habe ich ja nur ein weißes Blatt«, beschrieb er die Ausgangslage.

In dem Buch, aus dem er las, geht es um das 20-jährige Jubiläum des Schrottplatzes, den Justus’ Onkel Titus führt. Dafür ist eine Menge vorzubereiten. Dass in einem solchen Handel nicht alles Eitel, Freude, Sonnenschein ist, zeigt sich bereits, als ein Kunde etwas stehlen will. Plötzlich brennt der Schrottplatz.

Fantastische Unterwasserabenteuer

Die »Drei ??? Kids« sind aber nicht die einzige Serie, an der Ulf Blanck schreibt. Aus seiner Feder stammt beispielsweise auch die Reihe »Rick Nautilus«, in der ein Ermittlertrio fantastische Unterwasserabenteuer erlebt.

»Toll, wie ihr alle fragt und was ihr wisst«, freute sich Organisatorin Sabine Coldehoff am Ende der unterhaltsamen Stunde. Sie konstatierte: »Ihr seid sicher alles gute Detektive.« Zu guter Letzt bildete sich eine lange Schlange vor dem Tisch des Autors, als er Bücher signierte.

Warum ist ein Lesefestival wichtig?

Damit die Kinder die Autorinnen und Autoren mal live erleben können, um Kinder an Lesungen heranzuführen und einen anderen Zugang zu Büchern zu ermöglichen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem diesjährigen Lesefestival?

Sehr zufrieden, weil die Kinder alle begeistert waren. Das Interesse war im Vorfeld schon groß.

Können Sie auch Nichtleserinnen und -leser erreichen?

Dazu erzähle ich eine Geschichte von einem Lesefestival. Ein Junge, der den Deutschunterricht nicht mochte und nicht gerne las, beschloss nach einem Lesefestival, Autor zu werden. Eine Woche danach las er mir einen siebenseitigen selbst geschriebenen Krimi vor.

Sabine Coldehoff ist Lese- und Literaturpädagogin. Sie organisiert das Lesefestival des Wetteraukreises. ihm

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koe_Sabine_Coldehoff_260_4c © Petra Ihm-Fahle

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