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Um die Ohren fliegen lassen

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Die schönsten Mobiles gewinnen: Gesucht ist eine Gestaltung, die mit Bad Nauheim zu tun hat. Die Mobile-Drähte, die zur Verfügung gestellt werden, können unterschiedlich zusammengebracht werden. © pv

Bad Nauheim. Die Leichtigkeit und das Spielerische gehen im Laufe des Lebens oft verloren. Es wieder zum Leben zu erwecken, ist das Ziel. Ein wettbewerbsähnlicher Aufruf, ein Mobile herzustellen, soll dies fördern. »Bad Nauheim-Mobiles« ist das Ausstellungsthema der Sommermonate Juni und Juli in der Strese 4. Veranstalter sind Henry Christopher Alt, Strese 4, die Ernst-Ludwig-Buchmesse und Beatrix van Ooyen.

Sprüche kann man sich mit Mobiles um die Ohren fliegen lassen, gute Vorsätze, Bekenntnisse oder sonstige Weisheiten, aber auch Fotos von den schönsten Plätzen Bad Nauheims und Bad Nauheimer Kultfiguren, wie z. B. Elvis, Sisi und Ernst Ludwig. Mobiles können Erinnerungen wachhalten; oder nur Zierde sowie Farbtupfer sein. Je leichter sie konstruiert sind, desto eher reagieren sie auf einen Luftzug und setzen sich in Bewegung. Schnell sind sie platzsparend eingepackt als Geschenk oder für die Reise. Im privaten Urlaub oder während eines geschäftlichen Aufenthaltes können sie das Hotelzimmer schmücken.

Poesie und Lebensfreude

Gesucht ist eine Gestaltung, die mit Bad Nauheim zu tun hat. Jeder kann mitmachen. Es gibt keinen Abgabetermin. Über die Sommermonate hinaus ist eine Fortführung geplant. Die schönsten Mobiles gewinnen die Gunst von Kunden. Deren eindeutiges Bekenntnis ist der Kauf. Entsteht der Wunsch beim Betrachter, ein Mobile kaufen zu wollen und hat der Urheber es für den Verkauf freigegeben, könnte sich daraus vielleicht ein Verkaufsschlager entwickeln.

Die Mobile-Drähte, die zur Verfügung gestellt werden, können unterschiedlich zusammengebracht werden. Nicht alle Drähte müssen zwangsläufig verwendet werden; auch können sie gegen anderes Material ausgetauscht werden. Das Mobile soll über mindestens zwei Ebenen verfügen. Ein Mobile zeichnet sich dadurch aus, dass es aus frei beweglichen Elementen besteht, die sich gegenseitig ausbalancieren. Einzureichen sind die Mobiles komplett und nicht in Einzelteilen, montagefertig zur Befestigung an der Decke.

Gegen eine Gebühr erhält jeder Interessent ein Set gebogener Mobile-Drähte, die Anleitung und Teilnahmebedingungen. Enthalten sind die Zusicherungen, dass sämtliche Rechte am eigenen Werk beim Urheber bleiben und dass die Einnahme im Falle eines Verkaufs des eingereichten Mobiles ohne Abzug ausgehändigt und die öffentliche Präsentation durchgeführt wird.

Die eingehenden Arbeiten werden registriert, fotografiert und nach Qualität beurteilt. Einzuhalten sind die vollständig auszufüllenden Unterlagen und bezüglich des Objektes Abmessungen (ca. 50 x 50 x 50 cm), Gewicht (ca. 100 g) sowie Sorgfalt bei der Ausführung. Allerdings, Ausnahmen gibt es immer: Der Wunsch nach einer Abweichung von den gestalterischen Vorgaben ist denkbar, muss jedoch im Einzelfall geprüft und freigegeben werden.

Geschichtlich entwickelten sich Mobiles aus den kunstgewerblichen mechanischen Apparaten der Barockzeit. Die bekanntesten Mobiles der Moderne stammen von Alexander Calder sowie von Charles und Ray Eames. Die Mobiles des Designerpaares Eames entstanden in den 1940er Jahren. Sie sind noch heute im Handel erhältlich, während Mobiles von Alexander Calder (1898 bis 1976) Einzelstücke sind. Sein »Poisson volant« (Fliegender Fisch) aus lackiertem Blech und Draht von 1957, etwa 61 x 226 x 101 cm groß, erzielte bei Christies 25 925 000 US-Dollar. Alexander Calder: »Wenn alles richtig läuft, stellt ein Mobile ein Stück Poesie dar, das gemeinsam mit der Lebensfreude tanzt.«

Beatrix van Ooyen

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