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Wasser-Management ist »hoch priorisiert«

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Von: Larissa Wolf

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Bad Nauheim (laf). Dass das Thema Nachhaltigkeit immer präsenter wird, hat kürzlich eine Anfrage der Kenia-Koaltition aus CDU, SPD und Grünen im Stadtparlament zur Wassernutzung gezeigt. Die Fraktionen fragten nach einem aktuellen Wasserkonzept für die Stadt Bad Nauheim.

Ein »hoch priorisiertes Thema«, wie es in der Antwort von Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) heißt: Im Rahmen der Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie »Ein Donut für Bad Nauheim« mit dem Deutschen Institut für Urbanistik und der Partnerschaften Deutschland sei Anfang des zweiten Quartals eine Arbeitsgruppe der Stadtwerke und des Fachbereichs Zentrale Steuerung gegründet worden. Diese habe die aktuelle Situation analysiert und erste Handlungsmöglichkeiten (zum Beispiel über die Förderung von Zisternen, von denen es derzeit 1722 in der Stadt gibt) vorgeschlagen. Diese sollen nun umgesetzt werden. Weitere Ziele seien in der Nachhaltigkeitsstrategie enthalten, die in der Zukunftswerkstatt gemeinsam mit Bürgern weiterentwickelt und für die Lösungsideen gesammelt werden sollen. Diese Strategie und die Ausarbeitungen zum städtischen Wasser-Management sollen Ende 2022 bekannt gegeben werden. Ein Wasserkonzept für klimaangepasste öffentliche Wasserversorgung in der Region Oberhessen werde aktuell über die Ovag erstellt, was das Land Hessen mit 430 000 Euro fördert.

Trinkwasserverlust unter Durchschnitt

Das Konzept soll das Versorgungssystem sowie Dargebot, Nutzung und Bedarf von Wasser aus verschiedenen Perspektiven wie Wasserqualität, Verwendungszweck und Zeitabhängigkeiten darstellen. Das sei künftig Grundlage für die Maßnahmenentwicklung in Bad Nauheim. Aber welches Wasser wird wofür in Bad Nauheim genutzt? Laut Kreß nimmt die Stadt für die Bewässerung der Parkanlagen Wasser aus dem Kurparkteich, genauso für den Golfclub, den Tennisclub, den Tritonbrunnen im Südpark und eine Zapfstelle in der Zanderstraße. Auch für den Wasserfall zwischen kleinem und großen Teich werde dieses Wasser genutzt.

Bis auf den Sportplatz in Steinfurth, für dessen Bewässerung eine Zisterne genutzt werde, erfolge die Bewässerung auf den Sportplätzen der Stadt mit Trinkwasser. Sie sei aber bereits reduziert und optimiert worden, sodass eine maximale Wasserabgabe von 15 Litern pro Quadratmeter höchstens zweimal in der Woche stattfinde. Und auch für das Eisstadion braucht es viel Wasser, nämlich bis zu 1000 Liter Trinkwasser pro Aufbereitung der Eisfläche. Das ergebe etwa 1575 Kubikmeter pro Eissaison. Trinkwasser werde auch für das Becken der Trinkkuranlage verwendet: 2021 lag hier laut Kreß der Verbrauch bei 188 Kubikmetern. Die Straßenreinigung verwende neben Trink- und Teichwasser auch Regenwasser aus einer Zisterne auf dem Baubetriebshof.

Kreß schrieb auf Anfrage der Koalition, dass der Trinkwasserverlust im Versorgungsgebiet »seit Jahren unter fünf Prozent und damit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von sieben Prozent« liege.

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