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»Wir werden in Frieden leben«

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Am vergangenen Wochenende sind zahlreiche Besucher zum 39. Internationalen Fest in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage erschienen. © Red

Bad Nauheim (pm). Mit langsamen und gemessenen Bewegungen schwingen die beiden jungen Frauen aus der Ukraine ihre blau-gelbe Fahne zu den Klängen des Liedes »We shall overcome«, das die Wiesbadener Soul-Sängerin Pamela O’Neal zum Abschluss des 39. Internationalen Festes in der Bad Nauheimer Trinkkuranlage bewegt anstimmt. Noch eine Stunde zuvor hatten die beiden fröhlich und schwungvoll zum italienischen Hit »Marina« des Duos Nico und Peppe zusammen mit Menschen aus Syrien, Italien, Deutschland und vielen anderen Ländern getanzt - als Ausdruck von Freude und Hoffnung.

5000 Gäste feiern die Vielseitigkeit

Das Startsignal gab in diesem Jahr der 16-jährige Fabian Staudt mit seinem Dudelsack. Zur Eröffnung des Festes, das zum ersten Mal 1981 als türkisch-deutsches Straßenfest in der Badestadt gefeiert worden war, wies Bürgermeister Klaus Kreß daraufhin, dass unser aller sicheres Gefühl von einer grenzenlos erscheinenden Welt durch den russischen Überfall auf die Ukraine schmerzlich als trügerisch entlarvt worden sei. Es sei der Verdienst des Internationalen Clubs Bad Nauheim unter seinem derzeitigen 1. Vorsitzenden Dr. Bernt Kampmann, dass man seit seiner Gründung authentisch Zeichen der Hoffnung auf Freundschaft zwischen den Nationen und Kulturen setzt, nicht zuletzt durch das alljährliche Internationale Fest. Danach eröffnete Stadtverordnetenvorsteher Oliver von Massow offiziell das Fest.

Viele Gäste blieben die ganze Zeit über in der Trinkkuranlage, andere flanierten interessiert über das Gelände, angelockt von den Klängen der Musik und von anregenden Düften. Bei strahlendem Sonnenschein feierten so nach Angaben der Veranstalter im Laufe des Nachmittags bis zu 5000 Gäste in der Trinkkuranlage bei mitreißender Musik und kulinarischen Spezialitäten aus vielen Ländern im Schatten der alten Bäume.

Der Gesang des Frauenchores »Herz für die Ukraine« rührte die Herzen in besonderer Weise an und begeisterte nicht nur die Flüchtlinge von dort, die zum Fest erschienen waren. »Wir sind so glücklich, hier mit dabei sein zu können und allen Menschen heute musikalisch die Liebe zu unserem leidenden Land vermitteln zu dürfen«, sagte eine Sängerin nach dem Auftritt.

Am Rande des Festgeländes in der Trinkkuranlage informierten mit dem Internationalen Club befreundete Vereine und Organisationen über ihre Arbeit. »Heute so viele Menschen über unser Engagement zugunsten politisch Verfolgter in aller Welt informieren zu können, macht uns sehr froh«, äußerte Gerardo Villagra von Amnesty International.

Der Verein der Köche feierte in diesem Jahr sein kulinarisches Debüt beim Internationalen Fest an der Grillstation. Zu den Dauerbrennern des Festes zählten die indonesische Gruppe Nusantara mit ihrer Angklung-Musik auf traditionellen Bambusinstrumenten, der Verein Arena Latina mit schwungvollen lateinamerikanischen Tänzen sowie Nico und Peppe mit ihren Evergreens aus dem deutschen Sehnsuchtsland Italien. Zum zweiten Mal mit dabei war der Kirgisische Verein B.I.Z. mit dem Nationaltanz Kara jorgo. Durch das Programm führte auch in diesem Jahr sehr versiert Mahvash Bakhtiari vom Internationalen Club.

Der krönende Abschluss war dann der Auftritt von Pamela O’Neal, deren Lebensweg zahlreiche Parallelen zu dem von Tina Turner aufweist. »Mein Glaube hat mir immer geholfen, den richtigen Weg zu finden«, erklärte O’Neal am Rande des Festes.

Trinkkuranlage kommt gut an

Bei den Zeilen »We shall live in peace some day« (übersetzt: »Wir werden in Frieden leben - eines Tages«) ihrer Zugabe spürte man nicht nur bei den ukrainischen Festgästen die große innere Bewegtheit.

Gegen 18 Uhr ging ein buntes Internationales Fest zu Ende. Viele Besucher waren von der Trinkkuranlage als Veranstaltungsort sehr angetan und schlugen vor, auch nach Abschluss der Bauarbeiten im Sprudelhof mit dem Fest wieder in die Trinkkuranlage zurückzukehren.

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