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Zeitreise, Verlust und Wahrheit

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Von: red Redaktion

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Lesung in der St.-Lioba-Schule: (von links) Helen Mehr, Emmilie Specht und Julia Schnabel. FOTO: OVAG/KAUFMANN © pv

Bad Nauheim (pm). Corona-Pandemie, Krieg in Europa, Fake News und digitale Welten, in denen vieles nicht so ist, wie es zu sein scheint. Es sind komplizierte Zeiten. Das beschäftigt auch jene Generation, die jetzt erst so richtig ins Leben startet. Die Texte des 18. Ovag-Jugendliteraturpreises erzählen von Verlust, von der Suche nach Wahrheit. Es sind aber auch Geschichten voller Fantasie und Magie, in denen beispielsweise das Reisen durch die Zeit selbstverständlich sein kann.

Drei Preisträgerinnen trugen kürzlich ihre ausgezeichneten Texte an der St-Lioba-Schule vor.

Schwerwiegende Entscheidung

Für Helen Mehr, die bereits 2019 und 2020 zu den Preisträgern zählte, ist diese Lesung ein Heimspiel. Sie besucht selbst die Lioba-Schule. Ihr Text »Vergangene Begegnung« erzählt von einer jungen Frau, die eine Zeitreise macht, auf Vampire und Engel trifft und eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Das Fantasy-Setting kommt an bei den zuhörenden Schülerinnen und Schülern. Sie wollen wissen, ob eine Fortsetzung der Geschichte geplant ist. »Ich habe darüber nachgedacht«, sagt Helen Mehr, »aber die Idee schließlich verworfen.« Gut vorstellen kann sie sich hingegen, später einmal als Autorin zu arbeiten. Aber das sei nichts, was man verlässlich planen könne, sagt sie und lacht.

Trauer und Hoffnung

Auch Julia Schnabel ist Schülerin an der St. Lioba. Auch sie war bereits 2020 unter den Preisträgern. In ihrem Text »Ganz sein« geht es um den Verlust von lieben Menschen und was das mit einem anstellt - aber auch darum, nie die Hoffnung zu verlieren. Denn das gute Ende ist manchmal nur wenige Zeilen entfernt. Die Idee sei ihr einfach so gekommen, berichtet sie im Gespräch mit den Schülern. »Den Text habe ich zwei Tage vor Abgabefrist geschrieben und eingesendet.«

Emmilie Specht, ebenfalls bereits 2020 unter den Preisträgern, spürt in ihrer Geschichte der Wahrheit nach. Nicht irgendeiner bestimmten, sondern dem Konstrukt der Wahrheit an sich. Im Gespräch mit den Schülern berichtet sie auch vom Workshop, an dem alle Preisträger teilnehmen. »Dort herrscht eine großartige Atmosphäre, und es wird sehr konzentriert an den Texten gearbeitet.« Auch wenn die Texte zum Teil noch einmal stark verändert würden, so bleibe man als Autor doch immer Herr des eigenen Werkes. »Mir hat man beispielsweise empfohlen, den letzten Satz zu streichen. Ich wollte den aber unbedingt drin haben. Also blieb er drin«, sagt sie.

Das Buch »Gesammelte Werke« mit den Texten aller 24 Preisträger kann bestellt werden unter james@ovag.de, Telefon 0 60 3168 48 12 74). Einsendeschluss für den 19. Jugendliteraturpreis der OVAG ist der 15. Juli. Näheres unter matle@ovag.de, Telefon 0 60 31/68 48 12 22.

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