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Bad Salzhäuser Kurpark wird großer Erlebnisraum

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Ganz authentisch führen der Herr Salinenrat und die Badefrau (Ingo und Katharina Heller) durch Salzhausens Geschichte. © Detlef Maresch

Mehr als ein Zeugnis der abwechslungsreichen Vergangenheit wurde Bad Salzhausens Kurpark zum Tag des offenen Denkmals. Er verwandelte sich in einen großen Erlebnisraum.

Bad Salzhausen (det). »Ob Bad Salzhausen für mich ein Denkmal ist? Ja, hier gibt es schon viele Zeugnisse der Vergangenheit. Aber in erster Linie empfinde ich den Park, den Kur- und den Parksaal und das dort Gebotene als Erlebnisraum!« Das sagte eine Besucherin, die am Tag des offenen Denkmals bei den verschiedenen Angeboten vorbeischaute. Ihr war gar nicht bewusst, dass sie dem Ort damit ein schönes Kompliment machte.

»Denkmal als Erlebnisraum und zwar für alle Generationen« hätte als Motto über den Angeboten im Kurpark und drum herum stehen können. Das sonnige Wetter war ideal, der Regen die Tage zuvor hatte Wiesen und Gehölzen gutgetan. Mit Live-Musik des »Duo Bravo«, Iryna Schatylo (Klavier) und Robert Varady (Geige), begann das Programm.

Sanfter Tourismus ist zugleich mit dem Wunsch nach Information verbunden. Auf die sachkundig geführten Rundgänge, die die Kur- und Touristik-Info organisiert, machten vier Schnupperangebote aufmerksam. Anders als die sonst oft zweistündigen Veranstaltungen mit ausgedehntem Weg waren es jetzt kurze Infostrecken von etwa 20 Minuten.

Reinschnuppern ins Führungsangebot

»Unser Wald« hieß kurz und bündig das Angebot von Jürgen Krause, Ruheständler und früher im Forstamt Nidda auch Beauftragter für Naturpädagogik. Er stellte die Funktionen des Waldes als Lebensraum, Klimaregulator, Holzproduzent und Erholungsort vor. Auf die seltenen Gehölze des Parks und den Lebensraum der Salzwiesen machte Wolfgang Pietsch aufmerksam. Durch den Skulpturenpark führten Vorstandsmitglieder des Vereins Kunst:Projekt, die zugleich über die Arbeitsformen des Vereins informierten. Zeitenwende in Bad Salzhausen? Das konnte man beim Anblick von Ingo und Katharina Heller meinen, die auf einen historischen Kurzrundgang mitnahmen, er als Salinenrat des Biedermeier, sie als »Badefrau Kathi« mit Häubchen und bodenlanger Schürze. Damals zeichnete sich die nachlassende Rentabilität des Salzsiedens ab. Was mit einer Wanne in einem Badehäuschen begann, war zukunftsfähig: der Kurbetrieb. Die Erzählung der beiden erstreckte sich von hochmittelalterlichen Södertagen bis zu den aktuell offenen Fragen um die Justus-von-Liebig-Therme.

Von deftig bis süß reichte das Speisen- und Getränkeangebot, viele Besucher picknickten ganz locker auf den Bänken vor der Trinkkurhalle oder an den Stehtischen. Harfenklänge im Kurpark? Seit Jahren arbeiten die Tai-Chi- und Ch’i-Kung-Lehrerin Gisa Anders und Harfenspielerin Dagmar Hoffmann (beide Bad Nauheim) zusammen. Nun bot Anders bei der Saline unter dem Motto »Kunst der Bewegung« eine Einführung in die Welt chinesischer Körper- und Entspannungsübungen, die sie mit Elementen des Taoismus verband und erläuterte. Die Teilnehmerinnen empfanden die Übungen auf der Wiese, die leisen Naturgeräusche ringsum und die melodischen Harfenimprovisationen als gutes »Tor auf diesem Weg zu sich selbst, zu mehr Lebensenergie«.

Meditative Gedanken

Als intensiv empfand man auch das Angebot von Yogalehrerin Iris Hölzinger. Sie lud mit Körperübungen und meditativen Gedanken zum Einswerden mit der Natur ein. Übungen wie der »Sonnengruß« passten gut in die Naturthematik.

Silke Remiger von der städtischen Jugendpflege war mit dem Spielmobil gekommen. Fahrzeuge zum Flitzen, Spiele für Reaktion und Handgeschick fesselten die Kinder. Kunstpädagogin Isabella Tuzon, die auch das Kinderangebot der »Waldentdecker« leitet, hatte unter den alten Linden der Hauptallee eine kleine Druckwerkstatt aufgebaut. Mit verblüffend einfacher Technik konnten Kinder tatsächlich grafisches Gestalten erproben.

Auf der Bühne vor der Trinkkurhalle spielte die Gruppe »Herz 7« einen Mix aus Volksmusik und beliebten Ohrwürmern, das Publikum auf den Bänken unter den alten Kastanien hatte seine Freude daran. Was viele bedauerten: Das neue Natur-Kneipp-Becken am Salzbach konnte noch nicht vorgestellt werden. Aufgrund der langen Trockenheit war der notwendige Wasserdurchfluss nicht gegeben. Bei den Kneipp-Angeboten sind kräftiger Wasserdurchfluss und damit hohe Wasserqualität aber unverzichtbar.

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Kunst fängt ganz einfach an: An der Druckwerkstatt im Bad Salzhäuser Kurpark mit Isabella Tuzon hatte der kleine Junge großen Spaß, sich die Händchen anzumalen. © Detlef Maresch

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