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»Bad Salzhausen ist der Patient«

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Von: Myriam Lenz

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Bad Salzhausen (myl). Almut Boller, Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, und Dr. Lutz Ehning, Vorsitzender des Hessischen Kneipp-Verbands und des Kneipp-Vereins Bad Nauheim-Friedberg-Bad Salzhausen, traten als Gastredner während der Info-Veranstaltung zur Therme in Bad Salzhausen auf.

Bereits vor fünf Jahren hatte Ehnert auf Einladung der Wirtschaftsförderung Wetterau über die Möglichkeiten des Kneipp-Konzepts in Bad Salzhausen referiert. Das Fazit war: Kneipp ist die Software, die zu Bad Salzhausen passt. Seitdem habe man etliche Hebel in Bewegung gesetzt. Bad Salzhausen sei unter anderem eine Säule des von Ehnert und Landrat Jan Weckler initiierten Wetterauer Kneipp-Bäder-Dreiecks. Das Ziel war, dass auch Salzhausen zum Kneipp-Kurort und Mineral- und Thermalheilbad entwickelt werde. Das sei auch nötig, sagte Ehnert: »Hier ist wirklich nichts los, was den Heilbadstatus in irgendeiner Weise befördern würde.« Der Ort habe nur noch zwei Kliniken. Die Klinik Rabenstein würde das Kneipp-Konzept mit der Bereitstellung der erforderlichen Betten mitgehen. »Der Intensivpatient ist Bad Salzhausen, nicht die Therme.«

Das Konzept von Bad Nauheim - die Stadt habe sich vor 15 Jahren in der ähnlichen Situation wie Bad Salzhausen befunden - könne hier im kleinen Format umgesetzt werden. Das vorgeschlagene sei nicht ausreichend. Man bräuchte einen Ort, wo das örtliche Kurmittel angewendet werde. Das sei am einfachsten in einem Bad oder einer Therme. »Wenn man sich solche Gedanken macht und die Politik einen vor vollendete Tatsachen stellt, fragt man sich, warum macht man das eigentlich?« Ehnert empfahl, Kontakt mit der Thermenbetreiberin Marion Schneider aufzunehmen.

Der Gesundheitsmarkt verändere sich deutlich, erläuterte Almut Boller. Es würden andere Angebote gebraucht, es gebe neue Marktpotenziale. »Die Kurorte können nicht aus dem Ort allein leben, sie brauchen den Gast.« Gefragt seien viel mehr Erholungsräume. »Da sind Sie mit dem Kurpark sehr gut vertreten.«

Kommen die Quellen in Bad Salzhausen zur Anwendung, reicht das für das Prädikat Heilbad, erklärte Almut Boller im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Therme sei als Frequenzbringer von großer Bedeutung. Jeder Tagesgast bringe in etwa 30 Euro mit, ergab eine Studie von 2019. Es müsse nicht die traditionelle Therme sein, sondern es reiche eine kleine, zum Heilbad passende.

Die steigenden Energiepreise seien mehr als eine Herausforderung für die Kommunen. Auch im Verband herrsche Unsicherheit. Werde die Gaswarnstufe von zwei auf drei wechseln, könnte es passieren, dass die Freizeiteinrichtungen vom Netz genommen werden.

»Wenn sich Nidda entschließt, eine passende Einrichtung zu bauen, sehe ich sehr gute Chancen, sich auf dem Markt zu platzieren.«

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