In Bad Vilbel entsteht eine Mega-Therme. Die Attraktion soll eine der größten Deutschlands werden und Badegäste aus ganz Hessen anlocken. 
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In Bad Vilbel entsteht eine Mega-Therme. Die Attraktion soll eine der größten Deutschlands werden und Badegäste aus ganz Hessen anlocken. 

Eine der größten in Deutschland

Neue Mega-Therme trotzt Corona-Pandemie - Konkrete Pläne

In Bad Vilbel entsteht eine der größten Thermen Deutschlands. Von der Corona-Pandemie ließen sich die Projektleiter in ihrem Bauvorhaben nicht stoppen.

  • In Bad Vilbel entsteht eine der größten Thermen Deutschlands
  • Der verstorbene „Bäderkönig“ Josef Wund plante gigantischen Bäderkomplex
  • Jetzt gibt es endlich konkrete Pläne 

Update vom Montag, 15.06.2020, 09.24 Uhr: Die Planungen für den Bau der 200 Millionen Euro teuren Mega-Therme in Bad Vilbel nehmen trotz der Corona-Pandemie weiter Gestalt an. Dass das Projekt aufgrund der unvorhergesehenen Lage doch nicht realisiert wird, kam für die Projektleiter zu keinem Zeitpunkt infrage. Die beteiligten Architekten und Ingenieure arbeiten weiterhin aktiv an den Plänen, sodass die aktualisierte Baugenehmigung sogar noch in diesem Sommer eingereicht werden soll.

Bürgerversammlung Bad Vilbel: Sozial verträgliche Preise für die Mega-Therme

Update vom Freitag, 20.12.2019, 12.34 Uhr: Bei einer Bürgerversammlung in Bad Vilbel (Hessen) haben sich die Verantwortlichen erstmals zur Gestaltung der Preise in der Mega-Therme geäußert, die ab Mitte 2020 in der mit knapp 35000-Einwohnern größten Stadt der Wetterau entstehen soll. 

Wie fnp.de* berichtete, ging es konkret vor allem um die Eintrittspreise für das Kommunale Bad, das an den gigantischen Thermen-Komplex angeschlossen ist. Bad Vilbels Stadtwerke-Chef Klaus Minkel sagte dazu, dass Kommunalbad solle „sozial verträgliche Preise anbieten, die nicht teurer sind als anderswo auch“ seien. 2017, als der Baustart für die Mega-Therme schon einmal kurz bevor stand, habe man 3,50 Euro für Erwachsene und 2,30 Euro als Preise für eine Kommunalbad-Karte vereinbart. 

Bad Vilbel: Eintrittspreise für Mega-Therme wechseln nach Bereich

Die Eintrittspreise für den gesamten Thermen-Komplex dürften derweil wesentlich höher liegen. Der Geschäftsführer der Thermen-Gruppe Wund sagte: “„Die Preise unterscheiden sich je nachdem, welche Angebote man nutzen will. Es wird möglich sein, ein Gesamtpaket zu erwerben oder eben nur Teilbereiche.“ Eines könne er jedoch garantieren: „Es wird ein riesiges Angebot geben, bei dem für jeden etwas dabei ist.“ 

In Bad Vilbel entsteht eine Mega-Therme. Die Attraktion soll eine der größten Deutschlands werden und Badegäste aus ganz Hessen anlocken. 

In der bekannten Therme Erding, die ebenfalls der Wund-Gruppe gehört, kostet der Eintritt zu Therme, Wellenbad und Rutschen-Bereich für zwei Stunden 19 Euro, für vier Stunden 25 Euro und für den ganzen Tag 35 Euro. Kinder unter drei Jahren dürfen umsonst planschen. Für den Wellness-Bereich und die Sauna gibt es jeweils einen Aufschlag von 7 Euro. Das gibt einen ersten Eindruck, wie sich die Preise in Bad Vilbel gestalten könnten. 

Mega-Therme in Bad Vilbel: Details lassen aufhorchen

Erstmeldung vom Mittwoch, 18.12.2019, 14.51 Uhr: Bad Vilbel - Mitte 2020 soll es im hessischen Bad Vilbel (Wetteraukreis) losgehen. Neben dem Schulzentrum soll eine der größten Thermen Deutschlands entstehen. Der Komplex mit Kommunalbad, Familienbad, Thermalbad sowie einem großen Sauna- und Gesundheitsbereich soll geschätzte 200 Millionen Euro kosten. Erwartet werden pro Jahr rund 1,3 Millionen Gäste. Am Mittwochabend wird die Planung den Bürgern vorgestellt.

Viele hatten das bereits seit 2010 geplante Projekt der Mega-Therme nach dem tragischen Tod von „Bäderkönig“ Josef Wund bereits abgeschrieben. Es war ruhig geworden um den gigantischen Bäderkomplex. Doch am Bodensee, dem Sitz der Wund-Unternehmensgruppe, arbeitete ein ganzer Stab unter Führung von Architekt Peter Häusler an den Plänen, die am Mittwoch (18.12.2019) der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Therme in Bad Vilbel: Stadt ist der perfekte Bade-Standort

„Das Thermenprojekt in Bad Vilbel wird gebaut“, betonte der Geschäftsführer der Thermengruppe Josef Wund, Edelfried Balle, vor Vertretern der Medien. „Wir setzen nicht nur das Vermächtnis von Josef Wund um, sondern sind davon überzeugt, dass Bad Vilbel ein hervorragender Bade-Standort ist.“ Schon die Römer hätten das gewusst. In einem Video der Thermengruppe kann man bereits erste Eindrücke von der geplanten Therme bekommen.

Auf dem 150.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Schulzentrum und B3 soll ab Mitte/Ende kommendes Jahres ein großer Bäderkomplex entstehen „für die Menschen aus Bad Vilbel und der ganzen Region, die die Naherholung suchen“. In den beiden Jahren nach dem Tod Wunds im Dezember habe man die Pläne „ökologisch weiterentwickelt“. 

Laut Pressemitteilung werde dieses Projekt als eines der ersten seiner Art nach der LEED Platinium-Zertifizierung geplant. „Hierfür gelten hohe Standards für umweltfreundliches, ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden.“

Therme in Bad Vilbel: Großer Bäderkomplex geplant

Die am Dienstag (17.12.2019) gezeigten Architektenskizzen sehen Gebäude ohne Ecken und Kanten vor, „ein organisches Gebäude ohne harte Kanten“, sagte Architekt Häusler. Die Formen seien sowohl dem Flusslauf des Mains als auch dem Uferverlauf des Bodensees nachempfunden.

In Bad Vilbel entsteht eine Mega-Therme. Die Attraktion soll eine der größten Deutschlands werden und Badegäste aus ganz Hessen anlocken. 

Markant wird sein, dass alle Gebäude voll verglast sein werden. Und alle Dächer werden sich öffnen lassen. „Ein 3000 Quadratmeter großes Dach braucht drei Minuten, bis es geöffnet ist.“ Die gesamten verglasten Dachflächen summieren sich laut der Verantwortlichen der Wund-Gruppe auf zusammen über 30.000 Quadratmeter.

Damit würden sich die Besucher der Therme wie in der Natur fühlen. „Im Sommer sind alle Dächer offen, das wird dann wie ein Urlaubserlebnis sein“, so Häusler weiter. „Da können die Badegäste Natur erleben ganz ohne Fernreise“, so der Architekt.

Therme in Bad Vilbel: Schwimmunterricht soll es auch geben

Am Eingang zum Gesamtkomplex der Therme in Bad Vilbel sind zwei begrünte Parkhäuser für rund 2000 Fahrzeuge geplant. In der Mitte zwischen ihnen wird es ein großes Forum geben, mit kleinen Wasserläufen und -fällen. Die Bäderbereiche beginnen im Süden mit dem Familienbad, in das das städtische Kommunalbad integriert sein wird. Das Kommunalbad wird ganz nahe an den Schulen liegen, sodass die Schüler zum Schwimmunterricht laufen können.

Die Formen der neuen Therme in Bad Vilbel sind sowohl dem Flusslauf des Mains als auch dem Uferverlauf des Bodensees nachempfunden.

Dem Familien- und Kommunalbad schließt sich Richtung Norden und Westen ein großes Thermalbad an, diesem wiederum der Sauna- und Gesundheitsbereich. In zwölf verschiedenen Becken soll es zwölf Wasserarten geben. Der Clou: Das Wasser des Bad Vilbeler Römersprudels soll in den Badkomplex fließen. Aktuell fließen nach Angaben von Stadtrat und Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Minkel noch rund 200.000 Kubikmeter Mineralwasser ungenutzt in die Nidda. „Zusammen mit der Hassia denken wir darüber nach, das Wasser im Thermalbad zu verwenden.“

Therme in Bad Vilbel: Anlage soll weitgehend autark versorgt werden

Mit in den Thermen-Komplex gehört eine Heizzentrale, die im Parkhaus untergebracht wird. Hinzu kommen Solaranlagen auf den Dächern. „Wir wollen den gesamten Komplex weitgehend autark mit Storm versorgen“, betonte Wund-Prokurist Heiko Wollmann. Hinzu kommen 50 bis 100 Ladestationen für Elektroautos und Fahrräder. Für die Desinfizierung des Badewassers soll kein Chlor, sondern Ozon verwendet werden. Auf den Parkhausdächern sollen Büsche gepflanzt werden.

Die Wund-Gruppe will im Frühjahr kommenden Jahres den neuen Bauantrag einreichen und hofft, Mitte, Ende des Jahres mit dem Bau beginnen zu können. Bauzeit für das Kommunalbad: rund ein Jahr, Bauzeit für die weiteren Bäder: zwei Jahre. Minkel betonte, die Therme sichere Bad Vilbel das Prädikat Bad dauerhaft.

Von Holger Pegelow

Lisa Brill aus Bad Vilbel hat vor drei Jahren ihren Shop Wikinger-Welten eröffnet*. Sie verkauft Produkte aus dem frühmittelalterlichen Skandinavien und hat sich historische Genauigkeit auf die Fahnen geschrieben.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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