Jahreshauptversammlung

2016 war turbulent für die Vilbeler Wehr

Ein bewegtes Jahr haben die Feuerwehren in Bad Vilbel hinter sich. Nicht nur der ein oder andere größere Einsatz hat den Brandbekämpfern viel abverlangt, auch wurde ein neues Feuerwehrhaus eröffnet und der Bedarf für den nächsten zehn Jahre gesichert. Sehr zufrieden zeigen sich die Wehren deshalb auf ihrer gemeinsamen Jahreshauptversammlung.

Nach einem solch aufregenden Jahr darf man auch mal nostalgisch sein: So sorgt der Bad Vilbeler Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll bei der Generalversammlung aller Bad Vilbeler Feuerwehren für den ersten großen Lacher, indem er den Brandschutzdezernenten und Ersten Stadtrat Jörg Frank begrüßt. Das Jörg Frank längst nicht mehr im Amt ist, Sebastian Wysocki (CDU) stattdessen am Tisch in der Gronauer Breitwiesenhalle sitzt, fällt ihm aber schnell auf. Diesem drückt er zu Beginn seines Berichts ausdrücklichen Dank aus, der Brandschutzdezernent sei gleich ab dem Beginn seiner Amtszeit sehr engagiert gewesen.

Die Feuerwehren der Stadt Bad Vilbel haben im vergangenen Jahr 186 Ausbildungsveranstaltungen an der Hessischen Landesfeuerwehrschule, auf Kreisebene oder externen Anbietern besucht. Eine Gesamtzahl von 17 276 Stunden resultiert daraus. Beispielsweise habe man das Opelwerk in Rüsselsheim besuchen können und dort gelernt, wie moderne Fahrzeuge aufzuschneiden sind. Moderne Metalle verhalten sich anders, die Übungswagen seien häufig Schrott und somit schon in die Jahre gekommen, so Moll.

Besonders auf drei Einsätze will Moll in seinem Bericht eingehen. So beginnt er mit dem tragischen Unfall in Massenheim Anfang des Jahres. „Ausgelöst wurde der Unfall durch eine Blechplatte, die sich während der Fahrt von einem Lastwagen gelöst hatte. Hierbei wurde ein zwölfjähriger Junge so schwer verletzt, dass er wenige Stunden später verstarb“, bedauert Moll. Sein Dank geht hier nicht nur an die Kameraden, sondern auch die Notfallseelsorge des Wetteraukreises, die jedem betroffenen Feuerwehrmann beim Umgang mit dem Erlebten helfen konnte.

Bombenanschlag vermutet

Auch an das Hochwasser erinnert der Stadtbrandinspektor. Etwa 50 Zentimeter hätten Autos in der Friedrich-Ebert-Straße unter Wasser gestanden. „Doch es sollte noch schlimmer kommen: Beim zweiten Unwettereinsatz nur eine Woche später fanden wir ein nahezu identisches Szenario vor, jedoch mit dem Unterschied, dass der Ritterweiher mittlerweile einen so hohen Wasserstand hatte, dass ein Überlaufen kurz bevorstand“, erinnert Moll seine Kameraden. Das System „Aquariwa“ habe man sich ausgeliehen um Schlimmeres zu verhindern. „Das war eine knappe Geschichte“ sagt Moll.

Im September 2016 war es in den Abendstunden zu einem explosionsartigen Knall gekommen. Ein Bombenanschlag, einen Hauseinsturz habe man damals gemeldet bekommen. An der erkennbaren Rauchsäule angekommen, habe man allerdings nur einen Heckenbrand feststellen können. „Wie später klar wurde, handelte es sich um zwei Jets der britischen Luftwaffe, die die Schallmauer durchbrochen hatten.“ Insgesamt seien die Wehren man zu 90 Fehlalarmen, 186 technischen Hilfeleistungen und zu 171 Brandeinsätzen gerufen worden. Das ergebe eine Zahl von 429 Einsätzen.

Die Feuerwehr Bad Vilbel verfüge über einen beachtlichen Fuhr- und Gerätepark, so Moll, und auch die Gebäude können sich sehen lassen. Auf dem Heilsberg habe man vergangene Woche eine grandiose Einweihungsfeier begehen können. „Große Sorge bereitet uns die Grünpflege an den Gerätehäusern, hier hat sich bis heute keine praktikable Lösung finden lassen“, schildert Moll weiter. Hier benötige man dringend Unterstützung.

Viele Herausforderungen

Auch einen Ausblick gibt der Stadtbrandinspektor: „Viele Aufgaben und Herausforderungen stehen uns auch im neuen Jahr bevor. Eine große Unterstützung erwarten wir von dem nun fertiggestellten Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr.“ So nennt Moll noch einige geplante Anschaffungen wie einen Generator für Notstromversorgung am Feuerwehrstützpunkt der Kernstadt und auch den Umbau des alten Gerätehauses auf dem Bad Vilbeler Heilsberg zu Wohnungen für Feuerwehrangehörige und einem Lagerraum für Hochwasserschutz.

Letztlich nimmt Moll noch zahlreiche Ehrungen vor. Thomas Farr und Wolfgang Ochwat erhalten für 40 Jahre Feuerwehrdienst das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande, gar 60 Jahre dabei ist Wolfgang Leister.

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