Nahverkehr

30er-Linie füllt neue Vilbus-Lücken

Die Stadt hat einige Veränderungen bezüglich der Uhrzeiten, Häufigkeiten und Haltestellen der Vilbus-Linien vorgenommen (diese Zeitung berichtete). Die ersten Reaktionen der Vilbeler Bürger könnten positiver sein. Stadtrat Sebastian Wysocki erklärt die Hintergründe der vorgenommenen Änderungen.

Seit heute gilt der neue Fahrplan für den Vilbus. Auf die Berichte unserer Zeitung folgten über die sozialen Netzwerke prompt einige Reaktionen seitens der Bürger und Vilbus-Nutzer. Peter Hinz versteht nicht, dass die Haltestelle der Linie 61 in der Siesmayerstraße wegfällt. „Dies ist ein Wohngebiet, in dem viele ältere Menschen leben, und der Wegfall des Halts ist für etliche ein großer Verlust an Lebensqualität“, so Hinz.

Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) begründet diese Änderung anhand von Fahrgastzählungen: „Konkret für die Haltestelle Siesmayerstraße haben von 2009 bis 2016 insgesamt fünf Fahrgastzählungen stattgefunden. Im Mittelwert hatten wir drei Einsteiger und zwei Aussteiger über den ganzen Tag verteilt.“ An einem Zähltag im November 2016 habe es null Einsteiger und lediglich zwei Aussteiger gegeben. Diese Zahlen würden den untergeordneten Bedarf für diese Haltestelle veranschaulichen.

Genügend Haltestellen

„Durch den neuen Vilbus-Takt für die Linie 61 erhöhen wir die Frequenz und entkoppeln diese aus dem Fahrverbund Heilsberg-Dortelweil, was die Qualität merklich verbessern wird“, ergänzt Wysocki. Durch die Haltestellen Berkersheimer Weg und Südbahnhof befänden sich die nächsten Haltestellen in großer räumlicher Nähe.

Sabine Schliemann Seum ist entsetzt: „Echt unglaublich! Anstatt, dass die Busse mal öfters fahren und erst recht am Wochenende, aber nein. Sie fahren weniger.“ So müsse ihr Mann täglich nach Alt-Dortelweil. Hier sei der Bus bislang alle halbe Stunde gefahren. Schon dies stuft Schliemann Seum als wenig ein. „Wenn er überhaupt kommt und wenn man überhaupt bis zur Endhaltestelle gefahren wird. Ich wurde schon öfter an der S-Bahn-Station Dortelweil rausgelassen, mit der Begründung, die Fahrerin macht jetzt hier Pause und dreht dann.“

Die Linie nach Alt-Dortelweil soll am Wochenende künftig nur noch stündlich fahren. „Mit dem vorliegenden Konzept wurde aus wirtschaftlicher Sicht und in Bezug auf das Serviceangebot ein Optimum erreicht, so dass selbst kleine Änderungen große Auswirkungen auf der Kostenseite haben“, berichtet Wysocki. Auch Gronau und Massenheim werden bloß im Stundentakt angefahren. „Es ist ein Kompromiss, der der Wirtschaftlichkeit und der Servicequalität des Gesamtkonzepts des Vilbus-Betriebs geschuldet ist.“

Rasante Fahrweise

„Außerdem fahren die Busse manchmal so rasant und bremsen dann total ab. Ein Wunder, dass da noch nichts schlimmeres passiert ist. Die armen alten Leute konnten sich bisher immer noch gut abfangen und halten, echt ein Wunder das da noch nichts Schlimmeres passiert ist.“ Passiert sei nichts, „trotz mehrmaliger Beschwerde per Telefon, wo ein Anrufbeantworter drangeht und man mit keinem persönlich sprechen kann“, sagt Sabine Schliemann Seum.

„Beschwerden über das Fehlverhalten von Busfahren sollen immer mit Angabe der Linie, Datum und Uhrzeit an die Stadtwerke gemeldet werden“, erklärt Wysocki. Den Fahrern würde verdeutlicht, dass die Sicherheit der Fahrgäste und die Straßenverkehrsordnung Vorrang haben.

Facebook-Nutzerin „Daniela Reiselust“ kritisiert das Angebot: „Es ist leider nicht sehr attraktiv.“ Bei dem mehrfachen Umsteigen auf kurzen Strecken könne man auch mit dem 30er-Bus fahren. Sie wundert sich nicht, dass die Fahrgastzahlen so niedrig seien.

Stadtrat Wysocki sagt: „Der 30er-Bus ist eine sinnvolle Ergänzung zum Vilbus-System. Die Stadt zahlt rund 53 000 Euro pro Jahr, um das Angebot für die 30er-Linie so attraktiv zu halten.“ Wysocki merkt abschließend an, dass die Erarbeitung eines Linienetzes und eines Fahrplanes immer ein Kompromiss sei: „Die Stadtwerke und der Magistrat haben die vielfältigen Interessen sorgsam abgewogen.“

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