Erkundungstour

SPD und ADFC schauen nach, wo es hakt

Unter dem Motto „Sichere und komfortable Radwege zwischen den Stadtteilen in Bad Vilbel und nach Karben“ radelten Vertreter der Dortelweiler SPD, des ADFC Bad Vilbel sowie Bürger auf ausgewählten Straßen und Wegen rund um Dortelweil. Ziel der Erkundungstour war es, dem Radverkehr in Bad Vilbel mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und auf Schwachstellen hinzuweisen.

ADFC-Mitglied Christian Euler hatte die etwa 16 Kilometer lange Radstrecke mit zwölf Haltepunkten in Abstimmung mit der SPD-Dortelweil festgelegt. „Ein Dauerthema sind Schlaglöcher, tiefe Furchen und grobe Schottersteine auf Radwegen, die das Fortkommen stark erschweren und überdies bei Gegenverkehr und Überholvorgängen ein Sicherheitsrisiko darstellen“, stellte Ute Gräber-Seißinger, Vorsitzende des ADFC Bad Vilbel, fest. Oftmals ließen sich die Gefahren mit einer Erneuerung das Fahrbahnbelags zu überschaubaren Kosten minimieren. Dies wurde gleich an der ersten Station, nach dem Bahnübergang zwischen der Sportanlage und dem Dottenfelderhof, veranschaulicht.

Weiterer Schwerpunkt war die Kreuzung Büdinger Straße – Friedberger Straße. Dort erläuterte Euler zum geplanten neuen Schulweg von Dortelweil zum Schulzentrum entlang der Friedberger Straße auf dem für Radler freigegebenen Bürgersteig: „Zwölf Aus- und Einfahrten auf rund 250 Metern zwischen der Kreuzung Büdinger Straße und der nächsten Straßeneinmündung zum Bahnhofsvorplatz – das sind inakzeptable Bedingungen für Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren.“ Radwege und -streifen müssten stets benutzerfreundlich und aus Sicht der Radfahrer geplant werden und dürften nicht übergangslos enden, etwa bei Kreuzungen oder Kreiseln.

Auch dass der Westausgang des Nordbahnhofs bislang nicht mit Rad-Abstellanlagen ausgestattet wurde, sei schwer erklärbar. In Karben leiste man sich demgegenüber gar abschließbare und überdachte Fahrradboxen. Die SPD will hierzu Anträge in den Ortsbeiräten Dortelweil und Innenstadt einbringen, weil sowohl am Nordbahnhof als auch am Bahnhof in Dortelweil die Abstellplätze für Pendler nicht ausreichten und Boxen gänzlich fehlten.

Nächster Halt war der abrupt gekappte Radweg zwischen Dortelweil-West über die Landschaftsbrücke bis zum Schulzentrum. Dort wurde die Vollsperrung in Augenschein genommen, die Radler zu Umwegen zwinge, ohne dass sie auf Alternativstrecken hingewiesen würden. Noch immer stoße der ortsunkundige, von der Landschaftsbrücke kommende Radfahrer kurz vor der Homburger Straße unvermittelt auf eine Barriere. Auch in umgekehrter Fahrtrichtung stehe man am Ende der Petterweiler Straße rätselnd vor einer Sperre.

Die Verbindung sei ein nicht nur von Schülern stark frequentierter Radweg. An ihrer Aussetzung zeige sich, wie eine Straßenverkehrsbehörde nicht vorgehen sollte. Im Interesse der Sicherheit und der Förderung des Radverkehrs sei es unerlässlich, für den Quellenpark während der Bauphase ein radfahrerfreundliches Wegemanagement zu praktizieren. Bei jeder Sperrung eines Wegs müsse die Stadt für Umleitungen sorgen. „Da die bisherigen Aktivitäten keinen Erfolg hatten, wird die SPD entsprechende Anträge in den Ortsbeirat Dortelweil und das Stadtparlament einbringen“, schildert der Dortelweiler Ortsbeirat und Stadtverordnete Michael Wolf.

Die achte Etappe der Tour führte von Dortelweil bis an den Ortsrand von Karben. Radfahrer würden hier regelmäßig vom „Pappelweg“ abgeschreckt. Dabei sei diese direkte Verbindung Bestandteil der vom Wetteraukreis gemeinsam mit den anliegenden Kommunen entwickelten und im Februar 2016 vorgestellten zukünftigen Rad-Expressverbindung „Kurze Wetterau“.

Die Schlaglöcher dort, die eher wie Krater anmuteten, seien eine Zumutung für Radler ebenso wie für junge Familien, die mit Kinderwagen unterwegs seien. Hierzu diskutierten die Teilnehmer praktische und auch alternative Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation vor Ort. So könnte etwa über einen bestehenden Feldweg, der den „Pappelweg“ kurz vor dessen Ende am Karbener Ortsrand mit dem Niddaradweg verbindet, eine nicht durch Auto-Schleichverkehr gefährdete und trotzdem bestens ausgebaute Tangente entstehen. Die Veranstalter der Erkundungsfahrt wollen diese und andere Ideen und Erkenntnisse bald präsentieren.

(fnp)

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