Antrag scheitert

Bei Anruf kein Bus

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Nicht nur die Debatte um die Smart City zeigt: Der Verkehr ist das drängendste Problem in Bad Vilbel. Das stellt auch der grüne Fraktionschef Jens Matthias in seinem Plädoyer für die Einführung eines Rufbussystems fest. Im Laufe der Debatte ändert er den Antrag sogar noch ab, will zunächst einen Probebetrieb für ein bis zwei Jahre erreichen. Doch damit überzeugt er letztlich neben seiner eigenen Fraktion nur die SPD, der mehrheitliche Rest der Stadtverordnetenversammlung stimmt gegen den Antrag.

Nicht nur die Debatte um die Smart City zeigt: Der Verkehr ist das drängendste Problem in Bad Vilbel. Das stellt auch der grüne Fraktionschef Jens Matthias in seinem Plädoyer für die Einführung eines Rufbussystems fest. Im Laufe der Debatte ändert er den Antrag sogar noch ab, will zunächst einen Probebetrieb für ein bis zwei Jahre erreichen. Doch damit überzeugt er letztlich neben seiner eigenen Fraktion nur die SPD, der mehrheitliche Rest der Stadtverordnetenversammlung stimmt gegen den Antrag.

Im Haupt- und Finanzausschuss in der vergangenen Woche hatte bereits der Kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Rüdiger Milke, den Antrag geprüft und eine Reihe an Argumenten gefunden, die gegen den Antrag sprechen, einen Bus außerhalb der Betriebszeiten nach telefonischem Abruf eine Linie bedienen zu lassen. Vor allem die Kosten schrecken ab: 200 000 Euro pro Jahr hatte Milke alleine für das Personal errechnet.

Dieses Engagement findet durchaus Lob von Matthias: "Doch hätte Herr Milke auch Zeit in mögliche Lösungen statt nur in Ablehnungsgründe stecken können", vermutet er eine von vornherein festgelegte Zielrichtung der Untersuchung. Auch der Verweis auf Linien andere Busbetreiber und der Bahn seien nur wenig hilfreich. "Fakt ist: Unser öffentlicher Personennahverkehr fährt abends nicht."

Zudem fiele ein möglicher Tunnel der Büdinger Straße unter der Friedberger Straße hindurch oder die vom Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) vorgestellten Möglichkeiten in dessen Masterplan sicherlich teurer aus als ein nächtlicher Vilbus. "Am Sonntag haben 26,7 Prozent der Wähler in Bad Vilbel für die Verkehrswende gestimmt. Das müssen Sie sich jetzt anhören", ruft er den übrigen Fraktionen im Stadtparlament zu.

"Ein Rufbussystem wird den individuellen Verkehr in der Stadt nicht reduzieren", ist hingegen Oliver Junker (CDU) überzeugt. Das eigene Auto werde zudem nicht vornehmlich nachts gebraucht, sondern tagsüber, wenn man zur Arbeit kommen müsse. Deswegen werde auch niemand darüber nachdenken, sein Auto abzuschaffen, nur weil er jetzt zu später Stunde Bus fahren könne. Im Zweifel gebe es immer noch das Taxi, das einen für fünf Euro in und aus der Innenstadt befördere.

Auch Christian Kühl (SPD) räumt ein, dass ihn Milkes Analyse zum Nachdenken gebracht habe. "Doch es kostet, wenn man andere Wege gehen will. Man darf keine Denkansätze verbieten", begründet er das Umschwenken seiner Fraktion auf die Seite der Grünen hin.

Im Ausschuss hatten sich die Sozialdemokraten noch enthalten. Doch sollte man nicht gleich einen Dauerbetrieb einrichten, sondern erst einmal für ein oder zwei Jahre den Betrieb testen. "Der Antrag geht an der Realität vorbei, er ist schlecht", befindet Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Bevor man warte, bis der Rufbus da sei, setze man sich doch lieber in ein Taxi, sagt er und erinnert an den Nachtbus, der bislang noch gar nicht erwähnt worden sei.

Jens Völker (CDU) erinnert an die fehlgeschlagenen Versuche des "Vilbussi" auf dem Heilsberg und eines Anrufsammeltaxis sowie an einen Shuttlebus zum Weihnachtsmarkt, der auch nicht genutzt worden sei. "Wir machen viel hier in Bad Vilbel, aber irgendwann ist Schluss."

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