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Regierungspräsidium gibt Termin bekannt

Asbestlager am Bad Vilbeler Südbahnhof wird im Dezember geräumt

Asbest gilt als krebserregend. Die feinen Fasern können die Lunge reizen. Im Sommer sorgte ein Asbestlager nahe der Bahnsteige für Ärger. Das Regierungspräsidium hat nun einen Termin für die Räumung des Asbestlagers bekanntgegeben.

Die gute Nachricht kommt vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP) als Aufsichtsbehörde. Die Haufen mit asbesthaltigem Material, die seit Monaten am Bad Vilbeler Südbahnhof lagern, werden bald abtransportiert.

Mitte Juni hatte diese Zeitung darüber berichtet, dass nahe am Bahnsteig in Richtung Frankfurt eines großes und ein kleines Lager unter weißen Platanen zu sehen sind. An den Hügeln findet sich der Warnhinweis: "Vorsicht Asbestfasern!". Zurecht, denn bei Asbest handelt es sich um einen krebserregenden Stoff, wie das Umweltbundesamt warnt.

Charakteristisch für Asbest ist seine Eigenschaft, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern können langfristig in der Lunge verbleiben und das Gewebe reizen. Der Werkstoff ist seit 1993 in Deutschland verboten, seit 2005 sogar in der gesamten Europäischen Union.

Für die Zwischenlagerung gelten nach einem Erlass des Bundesumweltministeriums strenge Vorschriften. "Die Zwischenlagerung hat grundsätzlich geschützt vor Witterungseinflüssen und mechanischen Beanspruchungen in geeigneten und gekennzeichneten Behältnissen zu erfolgen, so dass keine Asbestfasern freigesetzt werden", heißt es dort.

Fester Drahtzaun

Am Bad Vilbeler Südbahnhof war das zunächst anders, denn dort hatte die Baufirma lediglich eine Plane darübergelegt und einen Warnhinweis angebracht. Bei den Lagern handelt es sich allerdings nicht um reines Asbest, sondern nur um asbesthaltige Baumaterialien. Das stammt aus den abgerissenen Hütten der Kleingartenanlage, die sich entlang der Bahnstrecke befanden und dem Gleisausbau weichen mussten.

Anfang Juli, nach der Presseberichterstattung, wurden die beiden Haufen besser gesichert. Zwar lagern sie noch immer in der Nähe des Bahnsteigs, doch hat die Bahn als Bauherrin einen festen Drahtzaun entlang des gesamten Bahnsteigs gezogen und um die Haufen herum ebenfalls. Der Zaun wurde an mehreren Stellen befestigt, auch am Wartehäuschen.

Auf Nachfrage hieß es seitens des RP, dass die Entsorgung noch nicht erfolgen könne. Das damit beauftragte Abfuhrunternehmen habe nämlich mitgeteilt, dass der zunächst avisierte Entsorgungsweg "nicht mehr zur Verfügung steht".

Gebundener Asbestzement

Deshalb müsse ein neuer Entsorgungsweg gesucht werden, so RP-Sprecher Dieter Ohl. Er wies zudem darauf hin, dass das Abbruchmaterial "auf dem Gelände der Entstehung" liege, wo Material gegebenenfalls bis zu einem Jahr lang lagern dürfe. Deshalb hatte die Aufsichtsbehörde noch keine Räumung angeordnet. Auch das RP schätzte, dass es "keine akute Gefahr für Dritte" gebe, da es sich bei dem asbesthaltigen Material "um stark gebundenen Asbestzement handelt, der mit Boden und Bauschutt vermischt ist".

Nun teilte die Darmstädter Behörde mit, dass die Bahn darüber informiert habe, dass ihr beauftragtes Bauunternehmen eine Entsorgungsmöglichkeit in Nordhessen gefunden habe. "Ende November oder Anfang Dezember soll die Räumung erfolgen." Dem RP sei darüber ein Nachweis vorzulegen.

Von Holger Pegelow

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