+
Die pensionierte Richterin Gundula Ort (links) bietet regelmäßig Tierschutz-sprechstunden im Haus der Begegnung an. Heike Plotz gefiel Mischlingshündin Katie (11) erst auf den zweiten Blick. Heute möchte sie den Hund aber nicht mehr missen.

Tierheim

Auch ältere Hunde und Katzen können ihre neuen Besitzer glücklich machen

  • schließen

Neues Zuhause bei verantwortungsbewussten Menschen für einen schönen Lebensabend gesucht: Ältere, er-fahrene Tiere haben gegenüber jungen viele Vorteile.

Pudelmix Lucky (13), Kater Simba und Katze Felicitas (beide 14) warten im Tierheim Wetterau sehnsüchtig auf neue Besitzer. Lucky landete hier, weil seine Besitzerin verstarb, die beiden Katzen (übrigens keine Freigänger) aufgrund einer Wohnungsauflösung. Alle drei Vierbeiner verstehen die Welt nicht mehr, vermissen ihre Besitzer, ihr Zuhause. Sie sind fit und aktiv – soch finden sich keine neuen Besitzer, dann müssen die Drei wie viele andere ältere Tiere auch ihren Lebensabend im Tier-heim verbringen.

Dieses Schicksal drohte vor zwei Jahren auch Terrier-Mix Katie (11) und der inzwischen mit 17 Jahren verstorbenen Katze Bärchen. Katies Besitzerin, eine Seniorin, musste ihren Schatz gezwungenermaßen im Tierheim abgeben, weil sie nicht mehr mit dem Tier spazieren gehen konnte. Zum Glück fanden Katie und Bärchen, die unter einer Schilddrüsenerkrankung litt (die Kosten für die Behandlung und Medikamente übernahm das Tierheim), ein neues Zuhause bei Heike Plotz und ihrer Familie. In diesem Haushalt leben neben Katie noch die beiden Katzen Emma (12), ein Fundtier, und Kater Tom (3). Alle drei warteten im Tierheim Oberursel auf neue Besitzer.

Dabei hatte Katie rein theoretisch bei Heike Plotz keine Chance, denn ihr „Traumhund ist ein schwarzer Border-Collie“. Und dem sieht die pfiffige Katie kein bisschen ähnlich. „Wir sind eine aktive Familie, die viel in der Natur unterwegs ist. Ich habe mir schon lange einen Hund als Begleiter gewünscht“, sagt Heike Plotz.

Darum meldete sie sich als „Gassigeherin“ im Tierheim, und suchte mit Mann, Sohn und Tochter einen Familienhund für Anfänger. Bedingung: Sie suchten einen Hund, der sich mit den beiden Stubentigern versteht. Die Tierheimleitung empfahl Katie. Allerdings gefiel die Hündin der Familie auf den ersten Blick nicht. Doch nach mehreren gemeinsamen Spaziergängen holte die Familie Katie für 14 Tage mit einem Pflegevertrag zum besseren Kennenlernen zu sich nach Hause. Katie und die zwei Katzen hatten vom ersten Kontakt an keinerlei Probleme, sie spielten und schmusten miteinander. Heute kann sich die Familie ein Leben ohne Katie nicht mehr vorstellen. „Wir passen hervorragend zueinander.“

Gundula Ort kennt mehrere Ge-schichten dieser Art mit Happy End. „Leider bleiben gerade ältere Tiere länger – oft sogar für immer – in den Tierheimen, obwohl es sich oft noch um ganz gesunde und hübsche Tiere handelt.“ Dabei hätten gerade ältere Hunde und Katzen, die beide ab acht Jahren zu den Senioren gehören, oft erhebliche Vorteile gegenüber jungen Tieren, betont die pensionierte Richterin Gundula Ort. Sie sind an Regeln im Zusammenleben mit Menschen gewöhnt, sind meist kastriert, teils gechipt, haben einen Gesundheitscheck hinter sich.

„Ältere Tiere haben meist einen geringeren Bewegungsdrang als junge, wollen nicht mehr dauernd beschäftigt werden und können auch kurze Zeit allein sein“, sagt Ort. Sie eigneten sich darum auch für Senioren. Hunde wer-den im Schnitt bis zu 15 Jahre, Katzen bis zu 20 Jahre alt. Alle, die ein Tier anschaffen möchten, sollten vorher gründlich überlegen, welches Tier zu ihnen passt und wie sie es in ihren Alltag integrieren können.

Tierschutzsprechstunde

Die nächste Tierschutzsprechstunde findet am Donnerstag, 27. September, von 16 bis 18 Uhr im Haus der Begegnung, Marktplatz 2, statt. Telefonische Informationen gibt es unter (06101) 9 83 30 44.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare