Quellenhof Bad Vilbel

Aufatmen am Quellenhof

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Veränderungen stehen im Quellenhof an: Ende Juni verlassen die Johanniter das Haus, und der Sozialträger Frankfurter Verband steht unmittelbar vor Unter-zeichnung des Mietvertrags. Ab August sind dreimonatige Umbauarbeiten geplant, um künftig das ganze Pflege-Spektrum anbieten zu können. Die Betreuung der Senioren soll ab August neu aufgelegt werden.

Noch im vergangenen Jahr machten sich die Bewohner des Quellenhofes große Sorgen. Der ärztliche Notdienst ging weg, das Restaurant schloss, die Johanniter kündigten das Ende ihrer Sozialstation zum 1. Juli an. Doch das Restaurant hat inzwischen einen neuen Pächter gefunden, und der Nachfolger für die Sozialstation, der Frankfurter Verband, steht auch schon in den Startlöchern.

Der neue Mietvertrag liege der Eigentümergemeinschaft des Quellenhofs vor, erklärt Frédéric Lauscher, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe. Der Vertrag soll zunächst fünf Jahre laufen, gedacht sei aber an ein langfristiges Engagement.

Schon im August soll es losgehen – zunächst mit zwei- bis dreimonatigen Umbauarbeiten, erläutert er. Die Räumlichkeiten im linken Flügel des Erdgeschosses, in denen bisher der Notdienst, die Johanniter und die Krabbelstube Kunterbunt drei minus logierten, „ist seit längerem nicht renoviert worden“, sagt er. Zudem müsse für die Nutzung zur Pflege die ursprüngliche Raumaufteilung wiederhergestellt werden. „Ein paar Wände sind nicht mehr drin“, so Lauscher. Für den Umbau kalkuliert er Kosten von 230 000 bis 250 000 Euro.

Schon jetzt ist der große Frankfurter Verband übrigens auch in Vilbel aktiv. Es gebe bereits 30 bis 40 Hausnotrufkunden, heißt es. Ab August können die Quellenhof-Bewohner beim Verband ein Basispaket zur Betreuung für 50 Euro monatlich erwerben, mit Notrufnachgang innerhalb von spätestens 30 Minuten und weiteren Diensten: Bei Bedarf können Kunden Schüssel hinterlegen, sich die Übernahme aller Pflegeleistungen im Haus (teilstationär, stationärer Pflege oder in Kurzzeitpflege) garantieren lassen, sowie qualifizierte Sozialberater nutzen.

Wie die künftigen Freizeitangebote aussehen, soll sich an Wünschen der Senioren orientieren, sagt Lauscher. Wenn derzeit fehlende Freizeitangebote auch während jedem Wochenende gewünscht würden, dann sei dies möglich. Eingerichtet werden sollen 30 ambulant betreute und vollstationäre Pflegeplätze in Wohngemeinschaften, zwölf Plätze Tagespflege, sowie ambulante Pflege bis hin zur 24-Stunden-Pflege.

„Dies alles zusammengenommen bedeutet explizit, dass wir den Bewohnern, die hier einen Betreuungsvertrag abschließen, garantieren, dass eine Aufnahme in ein anderes Pflegeheim nicht notwendig ist und dass wir in der Lage sind, alle nötigen Leistungen hier vor Ort zu erbringen“, versichert Lauscher.

Der Verband plant auch eine allgemeine qualifizierte Beratung in Altersfragen, insbesondere im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit, die für alle Bürger Bad Vilbels zu regelmäßigen Sprechzeiten kostenlos angeboten wird. „Der nächste Pflegestützpunkt befindet sich in Büdingen, dies wollen wir kompensieren“, so Lauscher.

In Frankfurt zeige der Verband „seit nun mehr als 90 Jahren, dass wir für Innovation und Qualität stehen“, wirbt der Geschäftsführer: „Es gibt bundesweit kaum einen Träger der Altenhilfe mit einem so breiten und vielfältigen Angebot. Als gemeinnütziger Verein richten wir uns darüber hinaus nicht an Gewinnmaximierung aus, sondern orientieren uns ausschließlich an den Wünschen und dem Wohl der von uns betreuten älteren Menschen.“ Im Quellenhof schafft der Sozialträger 23 Stellen in der Pflege. Auch die Auslastung der Pflegeplätze ist angeblich gesichert – wegen des Umbaus einer weiteren Einrichtung in Frankfurt-Eckenheim würden voraussichtlich 23 Bewohner von dort nach Bad Vilbel umziehen, heißt es.

Gebe es jedoch Nachfrage für die Pflegeplätze, werde die im Quellenhof natürlich vorrangig bedient, verspricht Lauscher. Allerdings sei in stationärer Pflege die Fluktuation sehr hoch. Der Altersdurchschnitt liege bei 85 Jahren, schildert Lauscher, und bei hundert Plätzen in der stationären Altenpflege würden im Schnitt wöchentlich drei Plätze durch Sterbefälle frei.

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