Georg Büchner, Autor von "Dantons Tod", blickt auf die nach ihm benannte Schule: Ob die Bad Vilbeler Politiker auch die Aula zunächst für tot erklären, muss sich zeigen. Während die einen auf einer vollen Finanzierung durch den Kreis beharren, drängen andere auf ein nochmaliges Gespräch.
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Georg Büchner, Autor von »Dantons Tod«, blickt auf die nach ihm benannte Schule: Ob die Bad Vilbeler Politiker auch die Aula zunächst für tot erklären, muss sich zeigen. Während die einen auf einer vollen Finanzierung durch den Kreis beharren, drängen andere auf ein nochmaliges Gespräch.

Grünen-Initiative

Aula am Büchner-Gymnasium: Altes Thema, neuer Streit

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Wie emotional das Thema Aula für das Georg-Büchner-Gymnasium noch immer ist, zeigte sich am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss im Bad Vilbeler Kurhaus. Teils arg unsachlich ging es dort zu. An einen neuerlichen Vorschlag der Stadt dem Kreis gegenüber war deswegen auch nicht zu denken.

Zwei Maximalpositionen stehen sich gegenüber: Nach langem Hin und Her hatte das Bad Vilbeler Stadtparlament das Verhandlungsangebot an den Kreis beschlossen, nachdem die Stadtwerke die für das Bad Vilbeler Schulzentrum benötigte Aula bauen und dann an den Kreis vermieten sollten.

Doch im Gespräch zwischen Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und dem Wetterauer Schuldezernenten Helmut Betschel (Grüne) lehnte Betschel das Angebot rundheraus ab und beharrte auf einer 50-50-Finanzierung durch Stadt und Kreis (die FNP berichtete). In einem neuen Anlauf schlugen die Grünen deswegen nun vor, die Forderung Betschels zu erfüllen und dafür 800 000 Euro in den kommenden Haushalt einzustellen.

Friss oder stirb

Und das ließ die Diskussion immer hitziger werden. Während das Lager der SPD, Grünen und der DNF versuchte, Verständnis für die Position des Kreises aufzubringen und hier Entgegenkommen zu zeigen, waren CDU, FDP und FW der Meinung, dass der Kreis ja eigentlich den Bau zu 100 Prozent finanzieren müsste. Betschel habe im Gegensatz zu Bad Vilbel kein Entgegenkommen gezeigt und die Stadt vor die Wahl „Friss oder stirb“ gestellt.

Stöhr bekräftigte diese Ansicht. Das Gespräch im Kreishaus sei sehr kurz gewesen, auf das Angebot aus Bad Vilbel sei Betschel überhaupt nicht eingegangen. Es sei nicht gut, wenn der Magistrat und das Stadtparlament angestrengt an einer Lösung arbeiteten und man dann so abgespeist werde. Stöhr erinnerte daran, dass alle Aulen im Wetteraukreis zu 100 Prozent vom Kreis finanziert worden seien. Ausnahmen zu bestimmten Bedingungen habe es höchstens an der Augustinerschule Friedberg und an der Kurt-Schumacher-Schule Karben gegeben.

Selbst Christian Kühl (SPD) räumte ein, dass er sich über die Aussage Betschels, man wolle nicht Mieter der Stadtwerke auf eigenem Grundstück werden, geärgert habe. Doch auch der Vilbeler CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Sebastian Wysocki habe Öl ins Feuer gegossen, als er sagte, nur die Schule habe auf den Bau der Aula gedrängt, die Stadt unterstütze dies nur. Kühl ergänzte den Antrag der Grünen um den Passus, dass die Stadt bereit sei, die Hälfte des Baus zu tragen, wenn die Stadt dafür auch Nutzungsrechte für die neue Halle bekäme.

Das allerdings sei gar nicht nötig, konterte Irene Utter (CDU). Bad Vilbel verfüge über genügend räumliche Kapazitäten. Und sie erinnerte an eine Aussage von Landrat Joachim Arnold (SPD) im vergangenen Juni bei der Eröffnung einer Schul-Mensa in Büdingen, als Arnold Schulbauten als „ureigenste Aufgabe des Wetteraukreises“ bezeichnet habe. Die 100-Prozent-Finanzierung sei gesetzlich verankert, darum halte die CDU nach der Absage Betschels an dem eigenen Lösungsvorschlag fest.

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Ping-Pong-Spiel befürchtet

Isil Yönter (SPD) befürchtete deswegen ein „Ping-Pong-Spiel“ zulasten der Schüler. „Es ist unerträglich, dass die Schule betteln muss“, sagte Yönter und warf der CDU vor, nun nicht mehr hinter dem Projekt zu stehen, sondern nur noch eine Verweigerungshaltung an den Tag zu legen.

Das allerdings ließ Jörg-Uwe Hahn (FDP) als ebenfalls Angesprochener nicht gelten: „Der Vorwurf ist unberechtigt. Wir haben einen Vorschlag gemacht. In Friedberg befinden sich zwei Despoten (gemeint sind Arnold und Betschel, die Red.), die nur zu ihren Bedingungen verhandeln wollen.“ Die Forderung Betschels, dass das Stadtparlament eben nun neu abstimmen müsse, empöre ihn zutiefst. Hahn analysierte die Situation so, dass man das Jahr bis zur Kommunalwahl 2016 abwarten müsse, um dann neu in Verhandlungen eintreten zu können.

Doch so schnell wollte Carsten Hauer nicht aufgeben. Er plädierte dafür, dass sich Vertreter von SPD, Grünen und FDP, die in Friedberg die Regierungskoalition bilden, noch einmal zusammensetzen. „Vielleicht finden wir bei einem Glas Wein eine Lösung, die allen gerecht wird. Wir wollen alle eine Lösung, lasst uns etwas dafür tun.“

Doch zunächst lehnte die Mehrheit des Ausschusses mit der CDU, FDP und FW den Vorschlag ab. Am kommenden Dienstag wird darüber noch einmal im Stadtparlament verhandelt.

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