Die Halle des SV Fun-Ball Am Siegesbaum wurde von der Stadt gebaut, wird vom Sportverein aber als Vereinshalle geführt. Die Kommunalpolitiker wollen die Dortelweiler jetzt bei einem weiteren Neubau unterstützen.

Mehrzweckhalle

Ausschuss: Fun-Ball darf bauen

Trotz vieler kritischer Fragen: Der SV Fun-Ball Dortelweil darf im künftigen Neubaugebiet Quellenpark mit großzügiger Unterstützung der Stadt Bad Vilbel eine eigene Mehrzweckhalle bauen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat bei Enthaltung der SPD mit den Stimmen aller Fraktionen dem Projekt zugestimmt. Zuvor hatte ein hörbar verärgerter Stadtrat Klaus Minkel auf die Anwesenden eingeredet.

Was ist in den vergangenen Wochen nicht alles gesagt worden: Das Projekt sei in Hinterzimmern ausgedacht worden, die Stadt bevorzuge den Dortelweiler Sportverein und benachteilige die anderen Vilbeler Vereine. Das Ganze habe ein Geschmäckle, dränge sich der Eindruck auf. Äußerst verärgert zeigte sich der zuständige Stadtrat Klaus Minkel über die Äußerungen zu dem Projekt, dem geplanten Bau einer Mehrzweckhalle im künftigen Neubaugebiet. Entsprechend ging er mögliche Gegner im Haupt- und Finanzausschuss in einer Rede an.

Das Projekt sei nicht im Hinterzimmer entstanden, sondern im Verein. "Dann wurde darüber in meinem Büro beraten, später im Büro des Bürgermeisters." In den öffentlichen Äußerungen der vergangenen Wochen sei die Arbeit sowohl der Stadt als auch des Sportvereins Fun-Ball "in unerträglicher Weise herabgewürdigt worden", meinte Minkel, besonders mit Blick auf die Grünen. Die keilten prompt in Gestalt von Christopher Mallmann zurück, "unerträglich" sei es, in welcher Art und Weise Minkel die Kritiker zurechtweise.

Des Stadtrats Stimme wurde hörbar lauter, als er die Vorzüge des Projektes pries. Dazu gehöre ein Fitness-Raum, der für einen Verein dieser Größe und mit diesem Angebot eine Selbstverständlichkeit sei. "Es gibt viele Sportarten, da ist die Fitness Grundvoraussetzung", so Minkel. Es seien doch zwei Paar Schuhe, ob Menschen in einer Mucki-Bude individuell trainieren wollten oder lieber das Vereinsleben schätzen. "Ein faires Angebot"

Wenn immer wieder der Zugriff für andere Vereine, also eine Öffnung für nicht Vereinsmitglieder gefordert werde, müsse man auch beachten, dass der Verein die Zusage gemacht habe, die Halle für zwölf Kita- und zwölf Schulklassen zu öffnen. "Der SV Fun-Ball sieht die neue Mehrzweckhalle doch gar nicht als Halle für sich alleine an", rief Minkel in den Saal, und der 1. Vorsitzende Stefan Kött nickte. Er finde, hier gebe es ein faires Angebot. Schließlich trage der Verein später sowohl die finanzielle als auch die organisatorische Verantwortung. Der ebenfalls kritisierte Zinssatz orientiere sich an den aktuellen Sätzen für 30-jährige Kommunalkredite. "Wir schlagen da als Stadt nichts drauf."

SPD-Ausschussmitglied Carsten Hauer sagte, wenn man kritische Fragen stelle, sei man noch nicht gegen den Verein. Die Stadt erbringe hier "erhebliche Leistungen, aber der Verein hat das alleinige Recht, über seine Halle zu entscheiden". Sauer stößt der SPD offenbar auch auf, dass Fun-Ball das Grundstück von der Stadt kostenlos erhält. Hauer forderte, der Verein solle sich "wirksam, am besten schriftlich verpflichten, die Halle so zu nutzen, wie zugesagt". Sonst könnte ein späterer Vorstand solche Zusagen rückgängig machen. Minkel konterte, es werde in die Vereinbarung sowieso hineingeschrieben, dass Kitas und Schulen die Halle nutzen dürfen. "Die geforderte Nutzung durch andere Vereine sollten wir der Zukunft überlassen."

Der Fun-Ball zeige zweifelsohne ein großes Engagement, das müsse man anerkennen. "Aber warum baut die Stadt die Halle nicht selbst?", fragte Grünen-Fraktionschef Jens Matthias. Die Halle Am Siegenbaum gehöre doch auch der Stadt. CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter meinte, die Stadt würde keinen Zuschuss durch den Spendenverein erhalten. Der Zuschuss, den sie jetzt zum Bau gebe, sei "zugegebenermaßen hoch. Aber wir haben auch andere Vereine ohne Auflagen gefördert".

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) gab zu bedenken, dass der SV Fun-Ball im Quellenpark keine klassische Turnhalle baue. Dieses Projekt werde die Stadt zusätzlich zur Mehrzweckhalle angehen, das sei mit dem Wetteraukreis bereits so abgesprochen. SPD stellt Forderungen

Die SPD rief abermals den Zorn des Stadtrats und der CDU-Mehrheit damit hervor, dass sie forderte, Voraussetzung für das Finanzierungkonzept müsse sein, dass der Verein die Räume von 7 bis 13 Uhr zur Verfügung stellen. Zudem müsse eine Vereinbarung getroffen werden, dass der Fun-Ball anderen Vereine gegen einen finanziellen Beitrag die Nutzung der Räume ermögliche.

Stöhr gab zu bedenken, dass andere Vereine den Hallenbau auch nicht mitfinanzierten. Minkel konterte, für die Vereine tue die Stadt jede Menge. So werde sie für mehrere Millionen Euro die Dreifeldhalle ertüchtigen. Davon werde unter anderem der Turnverein profitieren. Nach gut einstündiger Debatte votierten bis auf die SPD alle Fraktionen für die Magistratsvorlage. Nun muss noch das Stadtparlament den finalen Segen geben.

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