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Die Bodenwelle auf der B 3 nahe der Niddabrücke Bad Vilbel sorgt für Diskussionen über die Reparatur bei Hessen Mobil und einem Energieversorger.

Bodenwelle

B3-Bodenwelle: Reparaturtermin bleibt offen

Bereits seit April müssen Autofahrer auf der B 3 bei Bad Vilbel ordentlich vom Gas gehen. Grund ist eine Bodenwelle, die mit 80 Stundenkilometern überfahren werden soll. Wann der Makel behoben wird, ist weiterhin unklar.

Hat man sich durch die Frankfurter Innenstadt gequält und fährt auf die B 3 in Richtung Norden auf, kann man endlich etwas kräftiger auf die Tube drücken. Doch in der Nähe der großen Niddabrücke muss man wieder abbremsen, auf 80 Stundenkilometer. Gleiches gilt für die Gegenrichtung. Die dortigen Bodenwellen sind Anlass einer inzwischen Monate andauernden Diskussion zwischen der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil und einem Energieversorger.

Diese lange Dauer hat inzwischen sogar dazu geführt, dass der Bad Vilbeler FDP-Fraktionschef und Landtagsabgeordnete Jörg Uwe-Hahn an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geschrieben hat.

Bisher habe er nur in Erfahrung bringen können, dass es einen Rechtsstreit zwischen Hessen Mobil und dem Energieversorger gebe. Dabei gehe es um die Frage, wer den Schaden verursacht hat. "Als ehemaliger hessischer Minister der Justiz weiß ich, dass Rechtsstreitigkeiten manchmal längere Zeit in Anspruch nehmen. Andererseits verstehe ich allerdings weder in meiner politischen Funktion noch als Bürger der südlichen Wetterau, warum nicht trotzdem die Reparatur durchgeführt wird."

Abkürzung erreichen

"Nachher kann man sich ja immer noch darüber streiten, wer die Kosten zu tragen hat", will Hahn eine Abkürzung der Episode erreichen. Deswegen stelle er seine Frage nun auch an den zuständigen Minister.

Stellvertretend für ihn antwortet erneut die Behörde. So geht Hessen Mobil auf den Gestattungsvertrag ein, wodurch dem Energieversorger erlaubt wurde, eine Leitung unter der Straße zu legen. Hessen Mobil sei nicht Auftraggeber der Leistung, schildert die Pressestelle des Amtes. Die Neuverlegung erfolgte mittels Durchpressung.

"Dabei musste leider im Anschluss das bekannte Schadensbild festgestellt werden", skizziert Hessen-Mobil-Sprecherin Daniela Czirjak. Das Unternehmen wolle nun nachbessern, Hessen Mobil werde im Anschluss überprüfen, ob die Reparatur fachlich einwandfrei und nachhaltig erfolgt ist.

So weit, so gut. Doch warum dauert das so lange? "Zur Art und Weise sowie zum Zeitpunkt der Nachbesserung konnte bislang, nicht zuletzt auch aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit, noch keine Einigung erzielt werden", schildert Czirjak. Hessen Mobil unterliege allerdings auch der Schadensminderungspflicht. Deswegen habe die Behörde als Geschädigte die Pflicht, den Schaden abzuwenden oder zu mindern oder den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen.

Das sei erfolgt. "Die Klärung der Frage nach einem Verschulden ist demnach nicht erforderlich. Ein Rechtsstreit in dieser Frage ist uns ebenso nicht bekannt", schildert Czirjak. Dem Versorgungsunternehmen sei ebenfalls an einer gütlichen Einigung gelegen.

Einschränkungen vertretbar

Gering gehalten werde der Schaden eben durch das gekennzeichnete Tempolimit. Das sei mit Einschränkungen verbunden, allerdings stuft Hessen Mobil dies als vertretbar ein. Bis zum Abschluss der Gespräche und der dann zu erfolgenden Reparatur müsse die Geschwindigkeitsbegrenzung bestehen bleiben.

Jörg-Uwe Hahn hält diese Antwort für nicht ausreichend: "Ich finde, man kommt der Verpflichtung nicht nach, gegenüber der Presse umfassend und vollständig Auskunft zu erteilen." Das Wetter sei auch erst seit rund zwei Wochen so, dass man eventuell nicht arbeiten könne. Hahn will nun eine sogenannte Kleine Anfrage an den hessischen Landtag stellen.

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